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Gemeinde Bannewitz   (Nöthnitz, Rosentitz, Boderitz, Cunnersdorf)
www.bannewitz.de

Dresden breitete sich - anders als auf den mageren sandigen Böden im Norden, Westen und Osten - nur wenig nach Süden aus. Die Grundbesitzer gaben den fruchtbaren Boden hier nur ungern preis, Bauland war sehr teuer. Noch heute erstreckt sich südlich der Südhöhe, nur wenige Minuten zu Fuß vom Dresdner Hauptbahnhof entfernt, vorrangig Ackerland. Die kleinen Siedlungen dieses Gebietes gehören überwiegend zur Gemeinde Bannewitz, die bislang noch nicht nach Dresden eingemeindet wurde.


Rosentitz
Urkundliche Ersterwähnung: 1288 als Rosenticz (altsorbisch: Leute des Grozneta), 1539 als Rostitz erwähnt

Rosentitz war ein kleiner Rundweiler. Die Einwohner gehörten bis 1670 zur Gemeinde der Dresdner Frauenkirche, dann zur Kirchgemeinde Leubnitz.

Die Erträge des Vorwerkes Rosentitz flossen bis 1329 an das Dresdner Maternihospital, dann trat das Seußlitzer Klarissinnenkloster das Maternihospital und damit auch das Vorwerk an den Dresdner Rat ab.

Noch um 1900 gab es in Rosentitz neben dem Rittergut nur neun Wohnhäuser. Auch in den Jahrhunderten davor lebten stets kaum mehr als fünf Familien im Ort.


Boderitz
Urkundliche Ersterwähnung: 1350 als Podebrese (altsorbisch: Ort beim Birkenhain), 1400 als Bodebriß erwähnt

Boderitz entstand als Rundplatzdorf am Boderitzer Wasser. Die Lehenshoheit lag beim Bistum Meißen.


Nöthnitz
Urkundliche Ersterwähnung: 1378 als Netenicz oder Notelicz (im Zinsregister des Markgrafen von Meißen)

Im Jahr 1453 ging der am Nöthnitzbach gelegene Grundbesitz Nöthnitz vom Bistum Meißen an den Kurfürsten über, der ihn an adlige Familien vergab. Im 17. und 18. Jahrhundert war die auf Schloss Weesenstein sitzende Familie von Bünau Grundeigentümer.

Schloss Nöthnitz
Das in der Zeit der Renaissance errichtete und seitdem mehrfach umgebaute Schloss Nöthnitz besteht aus einem Mittelbau und zwei Seitenflügeln. Von der Innenausstattung blieb nur wenig erhalten. Dazu gehören das Kreuzgewölbe im Erdgeschoss und eine Wendeltreppe, die unter dem steinernen Handlauf mit Delfter Kacheln aus dem 17. Jahrhundert geschmückt ist, bemalt mit landschaftlichen und militärischen Darstellungen.

Im Jahr 1740 richtete sich der Staatsmann und Historiker Graf Heinrich von Bünau in Schloss Nöthnitz eine Privatbibliothek ein, die damals zu den größten Büchersammlungen der Region gehörte. Johann Michael Francke, der Erfinder eines neuen Katalogsystems für Bibliotheken, war hier als Bibliothekar tätig.

Johann Joachim Winckelmann (1717-1768), der zu den Begründern der Altertumswissenschaften gehört, arbeitete von 1748 bis 1754 in der Bibliothek von Schloss Nöthnitz, bevor er nach Italien ging. Die Anregung zu seiner berühmten "Geschichte der Kunst des Altertums" von 1764 soll er in der Dresdner Antikensammlung, die damals in vier der Kavalierhäuser am Palais im Großen Garten ausgestellt war, erhalten haben.
Im Siebenjährigen Krieg (1756-1763) wurde Schloss Nöthnitz schwer beschädigt. Der Krieg brachte die Familie von Bünau in finanzielle Schwierigkeiten (sie verlor auch Schloss Weesenstein), sodass Graf von Bünau seine Bibliothek für 40.000 Taler an den Kurfürsten verkaufen musste. Der Landesherr ließ die etwa 42.000 Bände im Jahr 1769 nach Dresden holen und in die damals im Zwinger eingerichtete Kurfürstliche Bibliothek einfügen. Heute gehört die etwa 70.000 Bände umfassende Kurfürstliche Bibliothek zum Bestand der Sächsischen Landesbibliothek.

Während der Schlacht bei Dresden am 25./26. August 1813 war Schloss Nöthnitz Hauptquartier der Oberbefehlshaber der anti-napoleonischen Alliierten, Zar Alexander von Rußland und Fürst Schwarzenberg. Im Ort brannten während der Schlacht mehrere Häuser ab.

Die Frondienste der Nöthnitzer Bauern wurden im Jahr 1837 abgelöst. Um 1900 zählte das Dorf 35 Häuser. Das Rittergut, zu dem 246 ha Land gehörten, blieb bis 1914 selbstständiger Gutsbezirk.


Cunnersdorf
Urkundliche Ersterwähnung: 1299 als Cunratesdorf (Dorf des Konrad), 1950 nach Bannewitz eingemeindet

Während es sich bei den umliegenden Dörfern um alte sorbische Gründungen handelt, wurde Cunnersdorf von deutschen Siedlern auf einer Rodung angelegt. In Cunnersdorf gab es nur das hoch gelegene, den Ort überragende Rittergut und kleine Häusleranwesen, jedoch keine Bauernwirtschaften.

Die Einwohner gehörten bis 1674 zur Gemeinde der Dresdner Frauenkirche, dann zur Kirchgemeinde Plauen.

Unter der Lößlehmdecke des Cunnersdorfer Gebietes liegen Steinkohleflöze und Plänersandstein-Schichten. Hierdurch entwickelte sich die Gegend zu einem kleinen Bergbaugebiet. Durch den Bergbau vermehrte sich die Anzahl der Cunnersdorfer Wohnhäuser (ohne Rittergut) zwischen 1850 und 1900 von 12 auf 57.



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