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Architektur und Merkmale des Dresdner Zwingers

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Wallpavillon

Wallpavillon des Dresdner ZwingersDer im Norden des Zwingers (am Wall der ehemaligen Stadtfestung) stehende Wallpavillon gilt - nicht zuletzt wegen der hervorragenden Bildhauerarbeiten aus der Werkstatt von Balthasar Permoser - als Höhepunkt der Dresdner Barock-Baukunst. Architektur und Bildwerk zeigen sich bei diesem bewegten, plastisch gebogenen Baukörper in einem einzigartigen Zusammenklang.
Die geschwungenen Stufen der Freitreppe führen zu den reich verzierten Arkaden hinauf. Oben auf dem Wall ist der ovale Festsaal des Pavillons über eine kleine Brücke zugänglich.

Die großartig gearbeiteten Hermenpilaster an den Pfeilern des Pavillons meißelte der damals 65-jährige Balthasar Permoser ohne Modell aus dem Block. Am Wallpavillon sind neben dem üppigen Schmuckwerk und den Satyr-Hermen auch Götter und Heroen der griechischen Sage wie Aphrodite, Paris, Athena, Artemis, Zeus und Hera zu sehen.

Über dem Giebelaufsatz mit dem von posaunenden Genien flankierten sächsisch-polnischen Wappen (mit den Insignien A.R. - Augustus Rex) bekrönt der die Weltkugel tragende Hercules Saxonicus (als einzige Skulptur des Zwingers persönlich von Permoser signiert) den Pavillon. Dies ist eine Referenz an August den Starken, der im Jahr 1711 - nach dem Tod von Kaiser Joseph I.- auch die Verantwortung als Reichsvikar trug. Beiderseits des Wappens ist eine griechische Sage abgewandelt dargestellt: Der jugendliche August der Starke hält als lorbeerbekränzter Paris statt eines Apfels die polnische Königskrone in der Hand. Er wendet sich Aphrodite zu, während auf der anderen Seite die "verschmähten" Göttinnen stehen. Die vier Winde verkünden der Welt den Ruhm des Kurfürsten und Königs.

Mathematisch-Physikalischer Salon • Französischer Pavillon

Flache Galerien verbinden den Wallpavillon mit zwei annähernd spiegelbildlichen Pavillons: dem Mathematisch-Physikalischen Salon im Westen (Bild oben) und dem Französischen Pavillon im Osten (Bilder unten). Der Reichsadler am Giebelschmuck des Mathematisch-Physikalischen Salons weist auf das zeitweilige Amt Augusts des Starken als Reichsvikar hin.

Mathematisch-Physikalischer Salon des Dresdner Zwingers
Französischer Pavillon des Dresdner Zwingers
Französischer Pavillon des Dresdner Zwingers
Apollo-Skulptur im Französischen Pavillon

Bild: Apollo-Skulptur im Französischen Pavillon (Objekt einer hier eingerichteten Ausstellung der Skulpturensammlung)


Nymphenbad

Das hinter dem Französischen Pavillon in den Wall der ehemaligen Stadtfestung eingebaute Nymphenbad zeigt sich als barockes Wasserkunstwerk von festlicher Pracht und zugleich intimer Atmosphäre. Die Nymphenfiguren, die der Anlage den Namen gaben, und andere Details wie der tropfsteinartige Schmuck des Grottenwerkes und die wasserspeienden Delphine und Tritonen stammen aus der Werkstatt von Balthasar Permoser. Die Steinmetze schöpften mit ihnen nahezu alle Möglichkeiten der barocken Bildhauerkunst aus.

Blick in das Nymphenbad des Zwingers

Bild: Blick in das Nymphenbad des Zwingers


Im Nymphenbad stehen neben den Figuren aus Permosers Werkstatt (die Nymphe mit der Muschel sowie die zum Bade gehende und die vom Bade kommende Nymphe gelten als eigenhändige Arbeiten des Meisters, andere Skulpturen stammen von Benjamin Thomae, Johann Joachim Kändler und Johann Christian Kirchner) auch Skulpturen, die die Zwingerbauhütte (u.a. von den Bildhauern Georg Wrba, Paul Polte und Alexander Höfer vertreten) in der Zeit um 1930 rekonstruierte. Die aus dem Barockzeitalter stammenden Skulpturen wurden inzwischen durch originalgetreue Kopien ersetzt. Die Originale sind in einer nahegelegenen Bildhauerwerkstatt eingelagert.

Skulpturen im Nymphenbad des Dresdner Zwingers
Skulptur im Nymphenbad des Dresdner Zwingers

Bilder: Skulpturen im Nymphenbad des Zwingers


Fassade des Französischen Pavillons zum Nymphenbad

Bilder: Fassade des Französischen Pavillons im Nymphenbad


Blick auf die Kaskade des Nymphenbades im Dresdner Zwinger

Bild: Blick auf die Kaskade des Nymphenbades


Kaskade des Nymphenbades im Dresdner Zwinger
Linke Grotte der Kaskade des Nymphenbades

Bild: Grotte der Kaskade des Nymphenbades im Dresdner Zwinger


Langgalerien • Kronentor

Kronentor des Dresdner Zwingers - StadtseiteDas an der Westseite des Zwingers stehende Kronentor (ein Wahrzeichen Dresdens) zeigt mit seiner überreichen Pilaster- und Säulenarchitektur Merkmale des italienischen Hochbarocks sowie antike Elemente. Die vier polnischen Doppeladler und die vergoldete Krone symbolisieren die Würde August des Starken als polnischer König. Das blaue Kupferdach mit den goldenen Applikationen repräsentiert die Farben Blau/Gold des Hauses Wettin (des Geschlechts der sächsischen Landesherren).

Der zum Torturm (Frontispiz) gesteigerte Triumphbogen mit Turmzwiebel ist mit lebensgroßen Nischenfiguren der vier Jahreszeiten - Flora, Ceres, Bacchus und Vulkan (Ceres und Vulkan sind Arbeiten Permosers) - geschmückt. Die Figuren Venus und Amor im Obergeschoss, die Permoser zunächst für einen anderen Zweck geschaffen hatte, kamen erst später hinzu.


Bild: Kronentor des Zwingers (Westseite / Stadtseite)


Kronentor des Dresdner Zwingers - HofseiteBeiderseits des Kronentores, entlang des Zwingergrabens, erstrecken sich Langgalerien mit jeweils 18 Fensterachsen. An der Hofseite sind sie mit phantasievoll gestalteten steinernen Brunnen und vorkragenden Konsolsteinen, die von Faunsgestalten gestützt werden, geschmückt. In ihren Merkmalen und ihrem plastischen Schmuck entsprechen die Langgalerien den Bogengalerien zwischen den nordwestlichen Pavillons.

Die Wirkung des aufstrebenden Kronentores wird durch die flache Gestalt der Langgalerien noch gesteigert. Allerdings stört das im Jahr 1913 direkt gegenüber dem Zwinger errichtete Schauspielhaus diese Wirkung - v.a. vom Zwingerhof gesehen.


Bild: Zwingerhofseite des Kronentores


Langgalerien und Kronentor des Dresdner Zwingers
Die Langgalerien stehen etwas schräg auf der Zwingergrabenmauer (der alten Festungsmauer der Bastion Luna der Stadtfestung), weil sie in vorgegebene Baufluchten eingepasst werden mussten.

Glockenspielpavillon • Porzellanpavillon • Deutscher Pavillon

Glockenspielpavillon (ehem. Stadtpavillon), vom Zwingerhof gesehenDas Gegenstück des Wallpavillons auf der Längsachse des Zwingers ist der Glockenspielpavillon (bis 1936 Stadtpavillon genannt). Er steht anders als der Wallpavillon zu ebener Erde auf Straßenhöhe.

Das schon von Pöppelmann vorgesehene Glockenspiel aus Meissener Porzellan®, das dem Pavillon seinen Namen gab, wurde erst 1930 installiert. Seit 1995 erklingt es wieder, allerdings wegen seiner Empfindlichkeit nicht im Winter.

Westlich des Glockenspielpavillons schließt sich der Porzellanpavillon (ehem. Naturwissenschaftlicher Pavillon), östlich der Deutsche Pavillon an.

Bild: Glockenspielpavillon, vom Zwingerhof gesehen


Deutscher Pavillon des Zwingers

Bilder: Deutscher Pavillon (links) und Porzellanpavillon (unten)


Porzellanpavillon des Zwingers

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