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Elbsandsteingebirge: Besiedlung, Schifffahrt, Eisenbahn

In slawischer Zeit (etwa 600 bis 1000 u. Z.) war das Elbsandsteingebirge, das Grenzgebiet zwischen den Gauen Milska (der späteren Oberlausitz), Nisani (Dresdner Elbtal) und Dacena (ehem. Tetschener Gebiet), nur spärlich besiedelt und diente wohl überwiegend als Zufluchtsort in Kriegszeiten und als vorübergehender Wohnort der Elbfischer. Viele geografische und Ortsnamen der Region gehen aber auf alte slawische/sorbische Namen zurück (z. B. Biela, Gohrisch, Gottleuba, Kirnitzsch, Ostrau, Pirna, Polenz, Schandau, Wehlen, Wesenitz und Zschirnstein). Zu einer nennenswerten Besiedlung des Elbsandsteingebirges kam es erst im 11. Jahrhundert und besonders in der Zeit der zweiten deutschen Ostexpansion im 12. Jahrhundert, als auf den Ebenheiten des Elbsandsteingebirges nach umfangreichen Rodungen solche Orte wie Hohburkersdorf, Kleinhennersdorf, Thürmsdorf und Uttewalde gegründet wurden. Die Herren der Neusiedler hatten die Gebiete vom böhmischen König als Lehen erhalten.

Im Mittelalter gab es im Elbsandsteingebirge, in dem die Grenze zwischen der Mark Meißen und dem Königreich Böhmen sowie bedeutende Handelswege verliefen, zahlreiche Burganlagen. Viele dieser böhmischen Grenzwarten und -burgen entwickelten sich dann zu Raubritterburgen. Den sächsischen Landesherren und dem Oberlausitzer Sechsstädtebund gelang es bis 1459, die Burgen zu zerstören und das Raubritterunwesen zu beenden. Von den Befestigungen blieben meist nur einige Mauerreste, Gräben, Falze, Höhlen, Zisternen und Treppen erhalten. Nur die mächtige Festung Königstein und die uneinnehmbare Burg Hohnstein wurden weiter genutzt und über die Jahrhunderte hinweg immer mehr verstärkt.

Schon im 10. Jahrhundert fand die durch das Elbsandsteingebirge verlaufende Elbschifffahrt Erwähnung. Flussaufwärts wurde gesegelt oder getreidelt (die Schiffszieher hießen "Bomätscher"). Eine Fähre in Pirna wird erstmals im Jahr 1325 erwähnt. Außer den Händlern und Fischern fuhren Holzflößer auf der Elbe. Sie brachten Holz aus Böhmen und aus dem Elbsandsteingebirge nach Pirna, Dresden und in andere elbabwärts gelegene Städte (die damals überwiegend aus Holz erbaut waren und entsprechend viel von diesem Baumaterial benötigten).

Blick vom Rathener Elbufer auf die BasteifelsenIm Jahr 1837 trat der "Königin Maria" genannte erste Elbe-Rad­dampfer seine Jungfernfahrt von Dresden nach Rathen an. In der Mitte des 19. Jahrhunderts begann der technische Ausbau der Elbe, der durch die Einengung und Vertiefung der Fahrrinne den Strom für Schiffe bis 1.350 t Wasserverdrängung befahrbar machte. In den Jahren 1845 bis 1851 wurde für die Böh­mische Eisenbahn die Bahnstrecke Dresden-Prag gebaut, die über sieben Viadukte und 164 Brücken entlang der Elbe durch das Elbsand­steingebirge führt.
Seitdem Dampfschiffe und Eisenbahnzüge in die Sächsische Schweiz verkehren, ergießt sich alljährlich ein enormer Besucherstrom in dieses landschaftliche Kleinod vor den Toren Dresdens. Dennoch findet man hier auch unzählige stille Wanderstrecken in bezaubernder Umgebung.

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