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Hohnstein, Polenztal

Burg Hohnstein

Burg HohnsteinAm Nordrand des Elbsandsteingebirges steht auf einem Sandsteinfelsen, 140 m hoch über dem Polenztal, die Burg Hohnstein. Im Jahr 1353 wird sie erstmals erwähnt anlässlich des Wechsels in den Besitz des böhmischen Adligen Hinko Berka von der Duba. Wahrscheinlich entstand sie aber schon im 12. Jahrhundert als böhmische Grenzburg. Bis 1410 war sie Stammsitz der Berken von der Duba. Durch einen Gebietsaustausch gelangte die Burg im Jahr 1443 als böhmisches Lehen zu Kursachsen - erst im Jahr 1806 ging sie vollständig in das sächsische Eigentum über.
Die uneinnehmbare, nur vom Marktplatz des Städtchens Hohnstein her zugängliche Burg diente von 1453 bis 1853 als Sitz des sächsischen Justizamtes, nach 1553 auch als kurfürstliches Jagdschloss. Ab dem 17. Jahrhundert wurden die überwiegend hölzernen Gebäude durch Steinbauten ersetzt.

Von 1866 bis 1924 war ein Arbeits- und Zuchthaus auf der Burg eingerichtet, danach ab 1925 Deutschlands größte Jugendherberge. Im Jahr 1933 richteten die Nationalsozialisten auf der Burg ein Konzentrationslager für etwa 5.600 politische Häftlinge ein - eines der ersten Konzentrationslager Deutschlands. Ab 1948 diente die Burg wieder als Jugendherberge.

Durch den mit dem kurfürstlich-sächsischen Wappen verzierten Burgeingang gelangt man in den Unteren Burghof. Links steht das weißgetünchte Untere Schloss, in dem ein Museum zur Geschichte der Burg und eine Gedenkausstellung für die Opfer des Konzentrationslagers eingerichtet sind.

Ein in den Stein gehauener langer Wehrgang führt unter dem Oberen Schloss hindurch in den Oberen Burghof. Der vorletzte Bogen des Ganges trägt das Wappen des böhmischen Adelsgeschlechts Berken von der Duba mit den gekreuzten Eichenästen (slawisch dub = Eiche). Im Burghof sieht man rechts das ehemalige Brauhaus, in dem eine naturkundliche Ausstellung eingerichtet ist. Links steht am Ende des Hofes das Turmhaus mit einem Burgcafé. Dahinter beginnt der Burggarten, von dessen Spitze sich eine herrliche Aussicht über das Polenztal bietet.

Stadt Hohnstein

www.hohnstein.de

Im Schutz der Burg entstand das erstmals im Jahr 1445 erwähnte idyllische Städtchen Hohnstein (320 m ü. NN, ca. 1.000 Einwohner). Zu seinen Sehenswürdigkeiten gehören schöne Fachwerkhäuser aus dem 18. und 19. Jahrhundert in den engen Gassen. Zwei besonders schöne alte Fachwerkhäuser, die dem Stadtbrand von 1724 entgingen, sind die Stadtapotheke von 1721 (bis 1846 Sitz der Oberförsterei) am steilen Marktplatz und das Malzhaus von 1688 am Bärengarten - von Waldemar Kandler im Jahr 1917 zum Hohnsteiner Rathaus mit einem steinernen Portal, einem Dachreiter und einem hofseitigen Laubengang umgebaut. Zeitweise war im Gebäude die (deutschlandweit erste) Korkenfabrik einer Brauerei in Betrieb. Der Bärengarten war um 1609 zur Aufzucht von Bären für die kurfürstliche Hetzjagd angelegt worden. Das Haus Markt 4 ist das Geburtshaus des Erfinders des Hammerklaviers Christoph Gottlieb Schroeter (1699-1782).

Die quadratisch angelegte schlichte barocke Stadtkirche von Hohnstein war unmittelbar nach dem Stadtbrand von 1724 von George Bähr (dem Architekten der Dresdner Frauenkirche) entworfen und zwischen 1725 und 1728 unter Einbeziehung der Außenmauern des abgebrannten Vorgängerbaus errichtet worden. Die Orgel (1678) kam aus Stöntzsch bei Borna nach Hohnstein. Den Altar schuf Johann Christian Kirchner (1691-1732).

Die berühmten Hohnsteiner Puppenspiele von Max Jacob spielten von 1928 bis 1945 hier im Ort, bevor sie nach Hamburg wechselten. Das am Hang stehende denkmalgeschützte ehemalige Puppenspielhaus von 1938 besitzt eine Wetterfahne in der Gestalt eines Kaspers.

Seit dem 19. Jahrhundert ist das Städtchen Hohnstein, aus dem bekannte sächsische Bergsteiger wie Otto Ufer stammen, Ausgangspunkt für geführte Bergtouren in das Elbsandsteingebirge.

Polenztal

Hohnstein ist auch Ausgangspunkt für Wanderungen in das sich im Norden und Süden der Stadt erstreckende schöne Polenztal. Dieses Naturschutzgebiet sollte man vor allem im Frühjahr wegen der von blühenden Märzenbechern und Narzissen übersäten Wiesen besuchen. Im Polenztal lässt sich sehr schön der Übergang von der Lausitzer Granitplatte mit ihren V-förmigen Tälern im harten Granit zur Sandsteinplatte mit ihren U-förmigen Tälern im weichen Sandstein studieren.

Zu den Wanderzielen im Umfeld von Hohnstein gehört die mächtige Gautschgrotte (ein großer Felskessel). Zwischen Hockstein und Gautschgrotte verläuft ein Lehrpfad. Vom Standort der Hohburkersdorfer Linde bei Rathewalde (392 m ü. NN) bietet sich eine herrliche Aussicht.

Am Rand des Polenztales gab es in der Mitte des 15. Jahrhunderts mehrere Burganlagen, deren Reste heute noch vorhanden sind. Der nicht weit von Hohnstein entfernte, 100 m über dem Polenztal gelegene Hockstein, auf dem noch Stufen, ein ausgehauenes Gemach, Balkenlager, eine Zisterne und Falze zu sehen sind, bietet eine herrliche Aussicht über das Tal. Der Zugang zum Hockstein führt durch die wildromantische Wolfsschlucht (die Höhle am Eingang war einst das Wachlokal der Burg) oder von Westen her über eine Holzbrücke.

Von der nordwestlich von Hohnstein gelegenen Burg Wartenberg blieben nur noch die übereinander angeordneten Wälle und Gräben erhalten. Schon im Jahr 1456 wird die Burg als wüst bezeichnet.

Von der einst über dem Polenztal (in Sichtverbindung zur Burg Hohnstein) aufragenden Burg Mühlberg (nördlich von Hohnstein, südlich der Heeselichtmühle gelegen), die sich wie Burg Hohnstein im Besitz der böhmischen Adelsfamilie Berken von der Duba befand, blieb lediglich ein Halsgraben erhalten.

Auch die Bergwarte Frindsberg gehörte zum Besitz Hohnstein. Hier sind noch einige Höhlen und Stufen zu sehen. Schon im Jahr 1456 wird sie als wüst bezeichnet.

Die Wanderstrecke von Hohnstein nach Süden zur Hochfläche des Brand führt am Puppenspielhaus vorbei zur Napoleonschanze (392 m ü. NN), einer im Jahr 1813 errichteten Befestigung, und weiter zur Brand-Aussicht mit einem Berggasthof in malerischer Lage und einem herrlichen Blick herunter auf die 190 m tiefer fließende Polenz sowie über das Polenztal bis zum Großen Winterberg, zu den Schrammsteinen und zum Lilienstein. Auch die nahe Waitzdorfer Höhe (414 m ü. NN) bietet eine herrliche Aussicht.

Ein sehr schöner Wanderweg durch das Polenztal führt - streckenweise zwischen hohen Felswänden hindurch - an der im Tal stehenden Gaststätte Waltersdorfer Mühle vorbei. Am Wegrand sind seltene Pflanzen zu finden.

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