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Hintere Sächsische Schweiz:
Kirnitzschtal, Lichtenhainer Wasserfall, Felsentor "Kuhstall"

KirnitzschtalbahnDie im Jahr 1898 gebaute Kirnitzschtalbahn verkehrt zwischen Bad Schandau und dem Lichtenhainer Wasserfall. Für die durch das malerische Tal des Flüsschens Kirnitzsch führende 8,3 km lange Strecke benötigt sie etwa 30 Minuten. Bei der Jungfernfahrt im Jahr 1898 sollen die Wagen mehrmals aus den Gleisen gesprungen sein. Nachdem es im Jahr 1969 wegen der stark abgenutzten Gleise zu einem größeren Unfall gekommen war, erfuhr die Gleisstrecke bis 1973 eine umfassende Sanierung. Heute wird diese elektrische Straßenbahn (s. Bild) überwiegend mit Solarstrom betrieben.
Wanderweg im KirnitzschtalDas Kirnitzschtal, eine von zerklüftetem Fels und dichtem Wald eingefasste Talschlucht, gehört zu den schönsten Tälern des Elbsandsteingebirges. Es zeigt eine interessante Abfolge von breiten U-förmigen Tälern im weichen Sandstein und schmalen V-förmigen Tälern im harten Lausitzer Granit.




Bild: Wanderweg im Kirnitzschtal


Gebäude am Lichtenhainer WasserfallBeim Lichtenhainer Wasserfall handelt es sich um eine fünf Meter hohe Sandsteinstufe, über die das Wasser des Lichtenhainer Dorfbaches herabstürzt, wenn das um 1830 gebaute Wehr geöffnet wird. Neben dem Wasserfall steht ein Gasthaus.




Bild: Gebäude am Lichtenhainer Wasserfall


Lichtenhainer Wasserfall Lichtenhainer Wasserfall nach dem Öffnen des Wehres

Bilder: Lichtenhainer Wasserfall (rechts nach dem Öffnen des Wehres)


Kirnitzschtal nahe des Lichtenhainer Wasserfalls

Bild: Kirnitzschtal nahe des Lichtenhainer Wasserfalls, links der Wanderweg zum Felsentor "Kuhstall"


Aufstieg zum Felsentor Kuhstall

Bilder: Aufstieg zum Felsentor "Kuhstall"


Felsentor KuhstallGanz in der Nähe des Lichtenhainer Wasserfalls, am Neuen Wildenstein (336 m ü. NN), befindet sich der Kuhstall, ein 11 m hohes, 17 m breites und 24 m tiefes Felsentor, das durch die Herauslösung eines würfelförmigen Sandsteinblocks entstand. In Kriegszeiten wie im Dreißigjährigen (1618-1648) und im Siebenjährigen Krieg (1756-1763) bot dieses Felsentor den Bewohnern dieser Gegend und ihrem Vieh eine sichere Zuflucht. Seit Ende des 18. Jahrhunderts gehört es zu den beliebtesten Ausflugszielen des Elbsandsteingebirges. Die Aussicht vom Neuen Wildenstein, z. B. auf die Affensteine, zum kleinen Winterberg (500 m ü. NN) und zu den Bärenfangwänden, bietet ein besonderes Naturerlebnis.

Bild: Felsentor "Kuhstall"


Blick durch das Felsentor Kuhstall

Bild: Blick durch das Felsentor zur Kuhstall-Aussicht


Panorama der Kuhstall-Aussicht, Blick zum Winterstein

Bild: Panorama der Kuhstall-Aussicht, Blick zum Winterstein


Aufstieg Himmelsleiter am KuhstallFelsen am Kuhstall

Bilder: Aufstieg "Himmelsleiter" (Bild links) in einer engen Felsenschlucht am "Kuhstall" hoch zum Aussichtsplateau des Neuen Wildenstein und Felsen im Kuhstall-Gebiet (Bild rechts)


Auf der Höhe des Neuen Wildensteins blieben Reste einer mittelalterlichen, ab 1410 genutzten Burganlage erhalten. Sie war Mittelpunkt der Herrschaft Wilden­stein der böhmischen Adelsfamilie Berken von der Duba. Nach einer Fehde gelangte sie im Jahr 1451 unter kursächsische Herrschaft. Von ihr blieben Treppen, Mauerreste und die Zisterne erhalten. Der schmale Aufstieg "Himmelsleiter" hieß früher Ritter­schlucht.

Die Burg auf dem zwischen Bloßstock und Kuhstallmassiv gelegenen Alten Wildenstein ist nur urkundlich bekannt. Von den mittelalterlichen Lichtenhainer Warten am Kirnitzschtal, der Folgenwarte, der Fuchswarte und der Hofwarte, blieben nur einige Mauerreste erhalten.

Einst standen acht Mühlen an der Kirnitzsch, in denen Wanderer auch Bewirtung fanden. Heute existieren noch die Ostrauer Mühle, die Lichtenhainer Mühle, die Felsenmühle (Gastwirtschaft), die Neumannmühle, die Buschmühle und die Räumichtmühle (Gastwirtschaft).

Der 13 km lange Flößersteig führt von Bad Schandau durch das Kirnitzschtal am Lichtenhainer Wasserfall vorbei zur etwa 400 Jahre alten Neumannmühle. Mehr als 100 Informationstafeln an diesem Lehrpfad informieren über die Arbeit der Flößer, die auf diesem Weg die in den Wäldern gefällten und in der Kirnitzsch zur Elbe geflößten Baumstämme begleiteten.

In der im 14. Jahrhundert errichteten Neumann­mühle (s. Bild: Mühle und Wirtshaus), heute ein technisches Denkmal, wurde nach einem Umbau um 1600 noch bis 1945 auf der Kirnitzsch angeflößtes Holz verarbeitet. Die nach Müller Josef Neumann benannte Mühle wurde von einem 4,60 m großen Mühlrad angetrieben. Zunächst diente sie als Holzsägewerk (die Sägemühle ist der älteste Teil des Bauwerkes), dann ab 1875 als Holzschliffmühle für die Papierherstellung nach dem Verfahren von Friedrich Gottlob Keller, der von 1853 bis zu seinem Tod im Jahr 1895 im linkselbisch gelegenen Ort Krippen wohnte. Ein kleines technisches Museum berichtet über die einstige Holzwirtschaft im Elbsandsteingebirge und veranschaulicht die Technologie des Holzschliffs. Im Jahr 1969 eröffnete eine Schauanlage mit der technischen Einrichtung von 1870.

Neumannmühle im Kirnitzschtal

Bild: Neumannmühle (Mühle und Wirtshaus)


Von der oberen Terrasse der nahe der Felsenmühle gelegenen Lorenzsteine bietet sich eine herrliche Aussicht. Nördlich der Felsenmühle ist der Aussichtspunkt Großstein zu finden.

Die südlich der Neumannmühle gelegene Burg Rabenstein wird schon im Jahr 1456 als wüst bezeichnet. Hier blieben nur Stufen und Balkenlager erhalten.

Der am Kirnitzschtal gelegene Arnstein trug im 15. Jahrhundert das Ottendorfer Raubschloss - die große Raubritterburg der Wartenberger. Sie wurde im Jahr 1436 vom sächsischen Kurfürsten und dem Oberlausitzer Sechsstädtebund belagert und zerstört (ab 1451 gehörte das vorher böhmische Territorium dann dauerhaft zu Kursachsen). Erhalten blieben Falze, Höhlen und die Zisterne der Burg. Auch alte Felszeichnungen sind hier zu sehen. In der Nähe, an der Kirnitzsch, steht die Buschmühle, eine ehemalige Mahlmühle (heute eine Gaststätte).

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