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Tourismus und Ausflugsverkehr im Elbsandsteingebirge

Zu den ersten Künstlern, die das Interesse an den landschaftlichen Schönheiten der Sächsischen Schweiz weckten, gehören der Porträtmaler Anton Graff und sein Freund, der Kupferstecher Adrian Zingg. Die beiden gebürtigen Schweizer waren ab 1766 an der Dresdner Kunstakademie tätig. Sie wanderten häufig im Elbsandsteingebirge und hielten dessen Landschaft in ihren Skizzenbüchern fest. In ihren Briefen nach Hause schrieben sie oft "Grüße aus der Sächsischen Schweiz". Um 1790 tauchte dieser Begriff dann in der Literatur auf und wurde besonders von den Romantikern aufgegriffen und verbreitet - obwohl die Sächsische Schweiz wenig mit der Schweizer Alpenlandschaft gemein und mit ihrer eigenen Schönheit auch gar keinen solchen Vergleich nötig hat.

Blick von der Festung Königstein zum Lilienstein

Bild: Blick von der Festung Königstein zum Lilienstein


Künstler der Romantik wie Ludwig Richter und Caspar David Friedrich wanderten oft auf der später Malerweg genannten Wanderroute, die von Dresden über Pillnitz nach Wehlen, Hohnstein und Bad Schandau und weiter in die Schrammsteine führt. Caspar David Friedrich rief mit seinen von der Landschaft der Sächsischen Schweiz angeregten Gemälden wie "Wanderer über dem Nebelmeer" und "Felsenschlucht" eine romantische Naturbegeisterung bei seinen Zeitgenossen hervor.

Mit der "Entdeckung der Landschaft" setzte zu Beginn des 19. Jahrhunderts in vielen landschaftlich besonders schönen Gebieten Europas der Tourismus ein. Wegenetze wurden angelegt, Gaststätten und Unterkünfte eingerichtet und Reiseführer herausgegeben.

Der Lohmener Stadtpfarrer Heinrich Nicolai veröffentlichte im Jahr 1801 den ersten "Wegweiser durch die Sächsische Schweiz". Auch Pfarrer W. L. Götzinger (1787-1804) gab ein entsprechendes Reisehandbuch heraus. Der Pionier des deutschen Reiseführerwesens, Karl Baedeker, beschrieb in seinem "Handbuch für Reisende in Deutschland und dem österreichischen Kaiserstaate" von 1848 auch das "wild-romantische Gebirgsland" des Elbsandsteingebirges (und kritisierte dabei den ihm unpassend erscheinenden Namen "Sächsische Schweiz"). Er sprach auch schon von - vor allem zu Pfingsten - überlaufenen Ausflugszielen und überfüllten Gaststätten.

Mit dem Beginn des Tourismus änderten sich die Lebensverhältnisse der Bewohner des Elbsandsteingebirges. Aus Steinbrechern, Flößern, Waldarbeitern und Bauern wurden Gastwirte, Wanderführer, Kutscher und Sesselträger.

In der Mitte des 19. Jahrhunderts gründeten sich die ersten sächsischen Gebirgsvereine. Der Klettersport, der im Jahr 1864 am Falkenstein begann, erlebte besonders zwischen 1890 und 1910 einen großen Aufschwung.

Heute strömen alljährlich etwa 2,5 Millionen Besucher in die Sächsische Schweiz. In den Touristikzentren wie im Gebiet Rathen/Bastei sind an schönen Sommerwochenenden bis zu 50.000 Erholungssuchende unterwegs. Wer die Stille sucht, findet in der Hinteren Sächsischen Schweiz lange einsame Wanderwege in einer malerischen Landschaft.

Basteiaussicht über die Elbe nach Südosten

Bild: Blick vom Aussichtspunkt "Basteihorn" nach Südosten


Da es sich bei der Sächsischen Schweiz um ein Landschaftsschutzgebiet und in ihrer Kernzone um einen Nationalpark handelt, darf man die Wege nicht verlassen und keine Schäden an den Felsen hinterlassen, also auch kein Felsgestein als Souvenir mitnehmen. Weitere Verhaltensregeln lauten in aller Kürze: touristische Einrichtungen nicht beschädigen, keine Einritzungen in Bäumen oder Holzbauten vornehmen, keine Pflanzen entnehmen, die Wildtiere nicht beunruhigen, keinen Lärm machen, die gesperrten Gebiete nicht betreten, keine Verschmutzung hinterlassen, für Camping nur dafür gekennzeichnete Plätze benutzen, Kraftfahrzeuge nur auf öffentlichen Straßen fahren und nur auf gekennzeichneten Parkplätzen abstellen und insbesondere die Wege-Einmündungen nicht verstellen. Die Einhaltung dieser Vorschriften wird von den Mitarbeitern der Nationalparkverwaltung und zahlreichen Naturschutzbeauftragten kontrolliert.

Beim Klettern muss der Fels weitgehend unbeschädigt bleiben, d. h., Ringe darf man nur bei der Erstbesteigung und nur zur notwendigen Sicherung einschlagen. Das Klettern ist nur an den dafür freigegebenen freistehenden Felstürmen, nicht aber an den Felsmassiven erlaubt.

Ausflugsverkehr

Zwischen Dresden und dem an der Grenze zu Tschechien gelegenen Ort Schöna verkehrt am linken (südlichen) Elbufer eine S-Bahn über Stadt Wehlen, Königstein, Bad Schandau und Schmilka.

Zwischen Dresden und der Sächsischen Schweiz besteht ein gut ausgebautes Radwegenetz.

Besonders empfehlenswert ist die Fahrt mit einem der Elbe-Raddampfer von Dresden nach Bad Schandau - vorbei an den schönen Landschaftsbildern von Loschwitz, Pillnitz, Rathen und Königstein.

Eine empfehlenswerte Auto-Rundfahrt führt von Pirna (dem "Tor zur Sächsischen Schweiz") am linken Elbufer nach Oberrathen (dort ein Abstecher zu Fuß mit der Personenfähre nach Niederrathen und dann hoch zur Bastei), weiter nach Königstein, bei Bad Schandau über die einzige Elbbrücke der Sächsischen Schweiz auf das rechte Ufer und dort über Hohnstein und Stadt Wehlen zurück nach Pirna.

Wandertipps

Die alte Wanderroute Malerstraße, auf der schon die Künstler der Romantik durch die Sächsische Schweiz wanderten, führt an vielen Höhepunkten des Elbsandsteingebirges vorbei - von Graupa über Liebethaler Grund, Lohmen, Uttewalder Grund, Wehlen, Bastei, Hockstein-Aussicht, Polenztal, Hohnstein, Brand, Tiefer Grund, Schandau, Kirnitzschtal, Lichtenhainer Wasserfall, Kuhstall, Großer Winterberg zum Prebischtor (Tschechien).

Der 18 km lange Panoramaweg führt von Bad Schandau über Kiefricht, Altendorf, Mittelndorf, Lichtenhain, Ottendorf nach Saupsdorf. Auf den Höhen bietet sich eine schöne Aussicht.

Der 12 km lange linkselbische Waldwanderweg führt von Cunnersdorf über Spitzstein, Katzstein, Lampertstein, Taubenteich, Fuchsteich nach Rosenthal.

Der 10 km lange rechtselbische Wanderweg führt von Lohmen über Wilkeaussicht, Gründe bei Wehlen, Uttewalder Felsentor, Teufelsschlüchte, Steinerner Tisch nach Stadt Wehlen.

Am 16 km langen Caspar-David-Friedrich-Weg (bei Krippen) stehen Informationstafeln zu den Motiven, die der berühmte Maler im Elbsandsteingebirge für seine Gemälde wählte.

Die Hintere Sächsische Schweiz ist weit weniger überlaufen und wird deshalb von Freunden stiller Wanderwege bevorzugt. An der Buchenparkhütte Hinterhermsdorf beginnt der Waldkundeweg "Waldhusche Hinterhermsdorf" (als Huschen wurden die zur Kirnitzsch-Flöße herunter führenden Holzrutschen bezeichnet) mit Informationstafeln zur Waldentwicklung, Waldnutzung und zum Naturschutz in der Region. In der Gaststätte am Startpunkt ist ein gedruckter Waldführer erhältlich. Auch ein Waldabenteuerweg und ein historischer Waldnutzungsweg sind in diesem Gebiet angelegt.

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