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Festung Königstein: Brunnenhaus, Tiefbrunnen, Kommandantenhaus, Neues Zeughaus, Johannissaal, Streichwehr, Georgenburg, Hauptwache, Schatzhaus, Magdalenenburg, Garnisonskirche

Nordseite des Brunnenhauses der Festung KönigsteinDer von der Dunklen Appareille herauf kommende Aufgang erreicht vor der Nordseite des Brunnenhauses das Festungsplateau. Das Brunnenhaus (s. Bild) war im Jahr 1715 nach Entwürfen des Barockbaumeisters Pöppelmann über dem Tiefbrunnen der Festung errichtet worden. Zwischen 1735 und 1737 wurde es von Jean de Bodt in die heutige Gestalt umgebaut.
Tiefbrunnen der Festung KönigsteinDer 3,50 m breite und 152,50 m tiefe Festungsbrunnen gehört zu den berühmtesten Tiefbrunnen Europas. Nach einem zunächst zögerlichen Baubeginn ab 1563 war er zwischen 1566 und 1569 von Freiberger und Marienberger Bergleuten mit "Schlägel" und "Bergeisen" (Hammer und Meißel) sowie Keilen und Brecheisen in den Sandsteinfels getrieben worden. Im Jahr 1712 soll der tatkräftige russische Zar Peter I. (der bereits 1698 schon einmal den Königstein besucht hatte) während seines Aufenthaltes eigenhändig mit einem Strick die Tiefe des Brunnens ausgemessen haben.
Der etwa acht Kubikmeter pro Tag starke Quellwasserzufluss (1929 gemessen) des Brunnens beginnt in einer Tiefe von 139 m. Die Brunnensohle liegt 88 m über dem Elbspiegel. Die Höhe des Wasserstandes beträgt etwa 5 m. Bis 1967 (bis zum Anschluss der Festung an das regionale Trinkwasserverbundnetz), also 398 Jahre lang, diente der Brunnen der Trinkwasserversorgung der Festung. Heute fördert eine restaurierte elektrische Hebeanlage von 1912 im Rahmen von Schauvorführungen Wasser aus dem Brunnen.

Brunnenhaus der Festung Königstein, vom Kommandantengarten gesehen

Bild: Ansicht des Brunnenhauses vom Kommandantengarten, dem ehem. Ziergarten der Kommandantenfamilie. Links ist der im Jahr 1828 gebaute Kommandantenpferdestall, rechts die nach 1883 errichtete Hauptwache der Festung zu sehen.


Kommandantenhaus der Festung Königstein

Bild: Der Südflügel des Torhauses (im Bild von Südosten gesehen) wird auch Kommandantenhaus genannt, weil er die Wohnung der Familie des Festungskommandanten enthielt. Heute ist darin die originalgetreue Rekonstruktion der Wohnung des Kommandanten Theobald von Oer im Zustand von 1900 zu besichtigen. Rechts im Bild zeigt sich das Neue Zeughaus.


Ausstellung im Neuen Zeughaus der Festung Königstein

Bild: Im Jahr 1631 wurde hinter dem Torhaus ein mit der Längsachse über der Dunklen Appareille, dem Aufgang zum Festungsplateau, stehender Gebäudeflügel errichtet. Er enthielt den Johannissaal, einen mit 112 Gemälden von Generälen geschmückten und deshalb auch "Heldensaal" genannten 40 x 14 m großen Festsaal. Nach einem Brand im Jahr 1806 wurde er bis 1817 als Neues Zeughaus wieder aufgebaut. Im Saal (1957 restauriert) ist eine Ausstellung des Militärhistorischen Museums Dresden eingerichtet.


Verzeichnis der Festungskommandanten im Neuen Zeughaus der Festung Königstein

Bild: Tafel im Neuen Zeughaus mit dem Verzeichnis der Festungskommandanten


Zugangsbrücke zur Streichwehr der Festung Königstein

Bild: Zugangsbrücke zur Streichwehr, dem Verbindungsbau zwischen dem Torhaus und der Georgenburg (dahinter im Bild der Nordflügel des Torhauses und links dahinter das Neue Zeughaus)


Georgenburg der Festung Königstein, von Nordosten gesehen

Bild: Die Georgenburg (im Bild von Nordosten gesehen) entstand um 1619 durch Umbau der wohl schon um 1200 entstandenen Kaiserburg, die neben der Burgkapelle zu den ersten Bauwerken des Königsteins gehörte (links im Bild ist der erst im Jahr 1892 hinzugefügte Toilettenanbau zu sehen). Der nach einem Brand im Jahr 1806 in vereinfachter Gestalt wieder aufgebaute schmale Verbindungsbau zwischen der Georgenburg und der Streichwehr wird auch Krellturm genannt, weil der sächsische Kanzler Nicolaus Krell hier zehn Jahre in Gefangenschaft verbrachte.


Die seit dem 1. Weltkrieg allmählich verfallende Georgenburg war - nach einer ersten Sanierung der "Böttger-Räume" im Erdgeschoss im Jahr 1955 - ab 1972 umfassend restauriert worden. Die Arkadenwand erhielt ihren ursprünglichen Zustand des 17. Jahrhunderts zurück. Heute wird die Georgenburg für Ausstellungen und durch die Verwaltung genutzt.

Hauptwache der Festung Königstein

Bild: Die Hauptwache der Festung (im Bild von Südosten gesehen) entstand, nachdem hier im Südwesten des Plateaus im Jahr 1883 mehrere Kasernen abgebrochen worden waren. An der Westseite enthält die Hauptwache das Garnisonsarrestlokal mit 3 Arrestzellen.


Schatzhaus der Festung Königstein

Bild: Das Schatzhaus (1854/55; im Bild von Südosten, vom Paradeplatz gesehen, rechts dahinter die Hauptwache) war der Aufbewahrungsort des sächsischen Staatsschatzes und in Krisenzeiten auch von Archivbeständen und Kunstgegenständen. Es besitzt ein 1,20 m starkes Sandsteingewölbe und bis zu 1,70 m dicke Mauern. Die kleinen Fenster sind durch eiserne Gitter und Läden geschützt. Der Eingang war einst mit einer dreifachen Tür verschlossen. Der Zugang zum Keller erfolgte durch vier Luken in der Erdgeschossdiele. Im Keller ermöglichte eine Schienenanlage den Transport der bis zu 230 kg schweren, mit gemünzten und ungemünzten Edelmetallen gefüllten Kisten und Fässer.


Westlich hinter dem Schatzhaus steht eine hölzerne Mannschaftsbaracke von 1899, in der einst Infanteristen untergebracht waren. Dahinter befinden sich der im Jahr 1892 angelegte Exerzierplatz sowie die Geschützstände der Batterie VIII mit Munitionsladesystem. Auf diesem Gelände im Südwesten der Festung hatte sich ein im Jahr 1516 gegründetes Kloster befunden, auf dessen Grundmauern später Kasernenbauten entstanden, die dann um 1883 für den Bau der Geschützstellungen abgebrochen wurden.

Magdalenenburg der Festung Königstein, von Süden gesehen

Bild: Die Magdalenenburg (im Bild von Südwesten vom Paradeplatz gesehen, hinten der Turm der Garnisonskirche) entstand in den Jahren 1621/22 als Renaissance-Schlösschen mit Wohnräumen des kurfürstlichen Hofes auf den Kellern eines schon im Jahr 1445 erwähnten Brauhauses. In den Jahren 1818/19 wurde sie dann in ein gegen Beschuss und Bomben gesichertes Proviantmagazin umgebaut.


Nordwestseite der Magdalenenburg der Festung KönigsteinIn den ausgedehnten Kellern der Magda­lenenburg (im Bild ist die Nordwestseite zu sehen) lagerten vom 17. bis zum 19. Jahrhundert als Königsteinische Curiosität bezeichnete riesige Weinfässer, zu denen das Riesenfass, ein kunstvoll verziertes, mit einer Plattform ausgestattetes Fass mit 2.380 hl Inhalt gehörte (1723-1725 nach einem Entwurf des großen Barock-Baumeisters Matthäus Daniel Pöppel­mann gebaut, 1818 wegen Baufälligkeit abgebrochen).
Nordwestseite der Garnisonskirche der Festung Königstein

Bild: Die östlich neben der Magdalenenburg stehende Garnisonskirche (im Bild ist die Nordseite zu sehen) ging aus einer um 1200 errichteten Kapelle vom Typ eines romanischen Saalraumes - dem ersten Bauwerk des Königsteinplateaus - hervor. Um 1515 war sie zur Klosterkirche umgebaut und im Jahr 1676 nach einer Instandsetzung als St.-Georgs-Kapelle (Georgenkapelle; erste Garnisonskapelle Sachsens) neu geweiht worden, Der Turm kam im Jahr 1681 hinzu. Im Jahr 2000 erfuhr die Kirche nach einer umfassenden Sanierung ihre neuerliche Weihe.


Garnisonskirche der Festung Königstein, von Süden gesehen

Bild: Garnisonskirche, von Süden gesehen (links die Magdalenenburg)



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