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Festung Königstein - Eingangsbereich: Panoramalift, Rothe Brücke, Niedere Werke, Pfeilschanze, Torwerk, Grabenschere, Medusentor, Dunkle Appareille

Festung Königstein - Ansicht von der Zufahrtsstraße

Bild: Blick von der Zufahrtsstraße hoch zur Festung


Südwestseite der Festung Königstein mit Personenaufzug / Panoramalift

Bild: Vom Parkplatz vor der Südwestseite der Festung (am Ende der Zufahrtsstraße = Christianstraße) kann man bequem mit dem im Jahr 2005 gebauten Personenaufzug (Panoramalift) auf das Festungsplateau gelangen, wenn man sich den langen Aufgang durch das Torwerk der Festung sparen möchte. Hier am Kranichplateau wurde schon in früher Zeit ein "Kranich" genannter Aufzug betrieben. Unweit des Panoramalifts befindet sich der Eingang des zwischen 1967 und 1970 im Inneren der Festungsmauer gebauten (im Jahr 2003 sanierten) Personen- und Lastenaufzugs, der durch einen 18 m langen Eingangsstollen zu erreichen ist und durch einen 32 m hohen Schacht im Felsen verläuft.


Niedere Äußere Werke vor der Festung Königstein

Bild: Die Niederen Äußeren Werke waren zwischen 1755 und 1802 vor der Westseite der Festung als zusätzliche Sicherung des Eingangsbereiches geschaffen worden. Auf ihnen verläuft der Aufgang zum Torwerk (Torravelin).


Pfeilschanze vor der Festung Königstein

Bild: Die in der Zeit 1755/56 (d. h. in der ersten Bauphase der bis 1802 errichteten Niederen Äußeren Werke) vor der Westseite der Festung angelegte Pfeilschanze (Flèche) ermöglichte den hier aufgestellten Geschützen den flachen Beschuss des Vorgeländes. Eine gedeckte Treppe (Poterne) ermöglichte den Zugang von den Niederen Werken her. Im Jahr 1816 kam noch ein Verbrauchspulvermagazin hinzu.


Rothe Brücke - Eingang der Niederen Äußeren Werke der Festung Königstein

Bild: Das im Jahr 1792 zu Füßen von "Hempels Eck" (dem westlichsten Punkt der Festung) errichtete (bis 1802 noch einmal umgebaute) Eingangstor der Niederen Äußeren Werke - der Beginn des auf den Niederen Werken zum Torwerk verlaufenden Aufgangsweges - wird wegen seines roten Ziegelmauerwerks Rothe Brücke genannt. Zunächst überspannte hier eine hölzerne Zugbrücke den Trockengraben, dann ab 1886 eine schnell aufklappbare Wippbrücke mit Hintergewichten.


Aufgang zum Torwerk der Festung Königstein

Bild: Der Aufgang zum Torwerk (Torravelin) der Festung verläuft über die Niederen Äußeren Werke (Erdwerke). Hinten oben im Bild ist das Horn am Seigerturm zu sehen (Ansicht von Süden).


Horn mit Seigerturm an der Westseite der Festung Königstein

Bild: An der Westseite der Festungsmauer, über dem Aufgangsweg zum Torwerk, befindet sich das Horn mit Seigerturm (im Bild von Norden gesehen). Dieser Fels- und Mauervorsprung enthält die am Anfang des 19. Jahrhunderts gebauten Hornkasematten. Der Seigerturm ging aus einem um 1601 gebauten Beobachtungsturm hervor - einem von einst 8 Beobachtungs- und Flankierungstürmen der Festung, zu denen auch die Christiansburg und das Rößchen sowie der nicht mehr bestehende Turm an der Königsnase und der ebenfalls nicht mehr vorhandene Kranichturm am Aufzug gehörten. Benannt ist der Turm nach der vom Freiberger Glockengießer Hans Hilliger im Jahr 1603 geschaffenen Seigerschelle, einer Stundenglocke, die der Uhrglocke der Magdalenenburg nachgeschlagen wurde und so der Wache am Torwerk die Zeit mitteilte.


Eingangsbereich der Festung Königstein mit Torwerk

Bild: Eingangsbereich der Festung Königstein mit Torwerk


Der Eingangsbereich der Festung befindet sich seit 1589 im Westen des Tafelberges. (Der einst in einer Felsschlucht im Süden des Tafelberges gelegene alte Burgzugang war zu jener Zeit vermauert worden, ist aber heute noch am Bogen im Mauerwerk zu erkennen). Vorn im obigen Bild ist das Torwerk (Torravelin, Hornravelin) zu sehen. Es war im Jahr 1735 anstelle des mit Graben und Zugbrücke ausgestatteten alten Ravelins von 1591 gebaut worden. Links darüber befindet sich die Georgenbastion (Georgenbatterie, 1669-1679) mit Geschützstellungen, die den Beschuss der Aufgangsstraße ermöglichten. Hinter der Bastion erhebt sich die Georgenburg (um 1619 aus der mittelalterlichen Kaiserburg umgebaut, an die noch die spätgotischen Vorhangbogenfenster erinnern, und nun Johann-Georgenburg genannt; ursprünglich ein Jagdschloss, ab dem 18. Jahrhundert auch Staatsgefängnis). Rechts neben der Georgenburg schließt sich die Streichwehr an (ab 1589 zwischen Georgenburg und Torhaus eingefügt). Im Obergeschoss enthielt sie Wohnräume, im großen Kellergeschoss dagegen Geschützstände, die den Beschuss - die "Bestreichung" - des Eingangsbereiches ermöglichten (die Schießscharten wurden später zugemauert). Rechts neben der Streichwehr ist eine Ecke des ab 1589 gebauten Torhauses zu sehen.

Eingang des Torwerks der Festung Königstein

Bild links: Das Torwerk (Torravelin, Hornravelin, frz. Ravelin = Außenwerk oder Sperrwerk) der Festung ist ein in den Jahren 1729 bis 1736 gebautes, in spitzen Winkeln vorspringendes Außenmauerwerk zur Verteidigung des Festungseinganges. Seit 1790 wird der Eingang des Torwerks, der Standort der Torwache, zusätzlich mit einem "Spanischen Reiter" geschlossen (im Bild im geöffneten Zustand zu sehen).
Bild rechts: Über dem Torwerk steht auf der Ecke der Georgenbastion (Georgenbatterie) ein königlich-polnisches, kurfürstlich-sächsisches Wappen. Es erinnert daran, dass der Umbau des Eingangsbereiches in der Regierungszeit von Kurfürst Friedrich August I. von Sachsen (August dem Starken) begann, der zugleich als König August II. von Polen regierte. Die Kupfertafel unter dem Wappen bezeichnet Kurfürst Johann Georg II. von Sachsen, Herzog von Jülich, Cleve und Berg, als Erbauer der 1679 vollendeten Georgenbastion.


Torravelin der Festung Königstein, von der Georgenbastion gesehen

Bild: Blick von der Georgenbastion auf das Torwerk (Torravelin). Das Torwerk enthält Kasematten für Wachmannschaften und Geschütze. Auf dem Dach verläuft eine Brustwehr für Schützen. (Hinten oben im Bild ist das Horn mit dem Seigerturm zu sehen, dessen Stundenglocke der Torwache die Zeit mitteilte.)


Torravelin der Festung Königstein, von der Grabenschere gesehen

Bild: Blick vom Dach der Grabenschere auf das Torwerk (Torravelin).


Draufsicht auf das Torravelin der Festung Königstein

Bild: Das Bild zeigt links das Torwerk (Torravelin), vorn die Grabenschere und rechts oben die Georgenbastion vor der Georgenburg.


Georgenburg und Georgenbastion der Festung Königstein

Bild: Georgenburg, davor die Georgenbastion (Georgenbatterie)


Medusentor der Grabenschere der Festung Königstein
Medusentor in der Grabenschere der Festung Königstein

Bilder: Hinter dem Torravelin schließt sich die zwischen 1729 und 1736 gebaute Grabenschere an. Sie enthält Kasematten und als Durchlass das Medusentor. Die Darstellung des Medusenhauptes auf dem Schlussstein des Tores soll wohl zur Abschreckung oder Verhöhnung des Feindes dienen (der an diesem Ort zunächst nur das Torravelin überwunden hätte). Bekrönt ist das Medusentor von einem königlich-polnischen, kurfürstlich-sächsischen Wappen. Die Zugbrücke des Tores war im Jahr 1890 in eine Wippbrücke umgebaut worden. An der Rückseite der Grabenschere befindet sich eine Rampe, die das Hochfahren von Geschützen auf das Eingangswerk ermöglichte. Im Bild ist hinten das hohe Torhaus zu sehen, das sich durch eine zweifach geknickte Gebäudeachse auszeichnet. Der südliche (im Bild rechte) Teil des Torhauses wird auch Kommandantenhaus genannt. Er enthielt die Wohnung der Kommandantenfamilie.


Das Torhaus wurde um 1589 über dem Aufgang zum Festungsplateau errichtet. Der Aufgang war hier zu jener Zeit in einer verbreiterten natürlichen Felsschlucht neu angelegt worden (die Felsschlucht ist heute noch zu Füßen des Torhauses erkennbar). In den oberen Geschossen des Torhauses befanden sich Wohräume, im Keller Verteidigungsanlagen mit Schießscharten. Unter dem Torhaus verläuft der auch "Dunkle Appareille" genannte Aufgang zum Festungsplateau. Das Portal des Torhauses - der zwischen 1729 und 1736 umgebaute Eingang der Dunklen Appareille - ließ sich einst mit einer Zugbrücke, dann ab 1892 mit einer Wippbrücke schließen. Das Relief Augusts des Starken und das Wappen über dem Portal (beide vom Dresdner Bildhauer Panzner) kamen erst im Jahr 1910 hinzu.

Eingang in die Dunkle Appareille unter dem Torhaus der Festung Königstein

Bilder: Portal des Torhauses = Eingang der unter dem Torhaus verlaufenden "Dunklen Appareille"; Den um 1730 eingetieften Trockengraben überquert eine vom Medusentor kommende (im Verteidigungsfall schnell abtragbare) Holzbrücke.


Portal des Torhauses der Festung Königstein
Dunkle Appareille unter dem Torhaus der Festung KönigsteinDunkle Appareille unter dem Neuen Zeughaus der Festung Königstein

Bilder: Das unter dem Torhaus (Bild links) und weiter unter dem Neuen Zeughaus (Bild rechts) hindurch zum Festungsplateau hinauf führende düstere steile Aufgangsgewölbe wird auch Dunkle Appareille (frz. Appareille = Auffahrt, Rampe) genannt. Es enthält mehrere Verteidigungsanlagen wie die "Steinschmeiße" (eine Öffnung im Gewölbe gleich hinter dem Tor), das eiserne Tor, die "Pechnase" (zum Herabschütten von heißem Pech oder Öl), die Fallpalisade (1792) und Balkenfalze (für die Verrammelung des inneren Tores). Im Kellergeschoss des Neuen Zeughauses befinden sich Caponnière: Gänge mit Schießscharten zur Sicherung der Auffahrt. Die genannten Verteidigungsanlagen kamen jedoch nie zum Kampfeinsatz. Die Balkendecke der Auffahrt, deren Falze noch zu sehen sind, wurde 1958 wegen Baufälligkeit entfernt, so dass nun die hohen mächtigen Gurtgewölbe sichtbar sind.


Wagenwinde in der Dunklen Appareille der Festung Königstein

Bild: Unter dem Neuen Zeughaus beschreibt der Aufgang eine steile Biegung und führt dann als (unbedeckte) Helle Appareille weiter hoch zum Plateau. An diesem Knick des Aufganges befindet sich eine eiserne Wagenwinde (1877 anstelle der alten hölzernen Wagenwinde gebaut, heute eine 1991 geschaffene Rekonstruktion) zum Hochziehen von Fuhrwerken und Geschützen vom Medusentor bis zu diesem Ort in der Dunklen Appareille. In der Hellen Appareille kamen dann Pferdegespanne zum Einsatz.



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