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Stadt Meißen - Afraberg (St.-Afra-Berg): Afranische Freiheit (Afrafreiheit), Afranische Pfarre, Haus "Rote Stufen", Jahnaischer Hof, Burglehen, Kirche St. Afra (Afrakirche), Augustinerkloster (Afrakloster), Fürstenschule, Landesgymnasium

Die südwestlich des Burgberges auf dem Afraberg gelegene Afranische Freiheit (Afrafreiheit) bildete einst eine befestigte geschlossene Siedlung für steuer- und abgabenbefreite oder -begünstigte und nicht der Gerichtsbarkeit der Stadt Meißen unterstellte geistliche und weltliche Dienstleute im Ritterstand. Noch bis in das 19. Jahrhundert hinein genossen die Bewohner Sonderrechte. Zu den schönen historischen Gebäuden dieses reichen Viertels über der Stadt gehören die im Jahr 1535 gebaute Afranische Pfarre (Pfarrhaus St. Afra; Freiheit 7) mit einem Renaissance-Eckerker und das gegenüber der Afrakirche stehende spätgotische Haus "Rote Stufen" (Nr. 3), das sich der bischöfliche Gerichtsverwalter Nicolaus Heynemann im Jahr 1510 errichten ließ.

Meißen - Jahnaischer HofAn dem erstmals im Jahr 1252 erwähnten und im Jahr 1610 umgebauten Jahnaischen Hof (Freiheit 1) sind neben spätgotischen Bauelementen ein schönes Sitznischenportal von 1608 (1880 erneuert) und eine wertvolle geschnitzte Holztür bemerkenswert. Das mit Sitznischen ausgestattete innere Löwenportal aus dem Jahr 1610 gilt als schönstes Renaissance-Portal Meißens.


Bild: Jahnaischer Hof, am Weg von der Kirche St. Afra zum Burgberg gelegen


Zu den ehemaligen Dienstritter- und Klerikerhöfen auf dem Afraberg gehören auch das im Jahr 1649 neu aufgebaute Burglehen (Freiheit 2) sowie ein ehemaliger Domherrenhof (Freiheit 6) aus dem 15. Jahrhundert, der Reste eines "Festen Hauses" aus dem 12. Jahrhundert enthält.

Die Kirche St. Afra (Afrakirche) wurde vor 1300 als Gotteshaus des im Jahr 1205 gegründeten Augustiner-Chorherrenstifts Sankt Afra am Ort eines im Jahr 1064 geweihten Vorgängerbaus errichtet. Wegen des Standortes auf einem Bergsporn ist der um 1285 umgebaute Chor ungewöhnlich lang. Der Turm entstand erst um 1765. Zur wertvollen Innenausstattung der dreischiffigen gotischen Kirche gehören das Kreuzrippengewölbe und der Kreuzgang aus dem 15. Jahrhundert sowie der um 1660 von Valentin Otte geschnitzte und von Johannes Richter bemalte spätgotische Altar. Die ebenfalls von Otte im Jahr 1657 geschaffene Kanzel zeigt eine Darstellung von Jonas mit dem Wal. Auf den Emporenreliefs sind Mitglieder der Familie von Schleinitz dargestellt, die im Jahr 1408 die Schleinitz-Kapelle stiftete. Die ebenfalls nach einer Stifterfamilie benannte Taubenheimsche Kapelle stammt aus dem Jahr 1454, die Bibliothek über der Sakristei aus dem Jahr 1504.

Meißen - Portal der Kirche St.Afra

Bild: Portal der Kirche St. Afra














Bilder unten: Innenansicht des ab 1285 gebauten (sehr lang gestreckten) Chores der Kirche St. Afra mit dem um 1660 von Valentin Otte geschnitzten spätgotischen Altar


Meißen - Kirche St.Afra - InnenraumMeißen - Kirche St.Afra - Altar
Von dem im Zuge der Reformation aufgelösten Augustinerkloster (Afrakloster, an die Hintermauer des Jahnaischen Freihofes angrenzend) blieben einige Bauteile wie Remter, Kreuzgang, Küche und Wirtschaftshof erhalten. Hier gründete Herzog Moritz (der dann von 1547 bis 1553 als Kurfürst Moritz von Sachsen regierte und Dresden zur kurfürstlichen Residenz machte) im Jahr 1543 die berühmte Fürstenschule St. Afra. In dieser Sächsischen Landesschule wurden Schüler aus allen Bevölkerungsschichten auf die Universität vorbereitet. Zu den Absolventen gehörten Gotthold Ephraim Lessing und Christian Fürchtegott Gellert. Als humanistische Internatsschule bestand sie, nach einem Umzug in einen Neubau im Jahr 1871, bis zur Machtübernahme der Nationalsozialisten im Jahr 1933, dann wurde sie als "Deutsche Heimschule" weitergeführt und schließlich im Jahr 1943 aufgelöst. In der Zeit der DDR zog hier die Hochschule für Landwirtschaft ein. Im Jahr 2001 eröffnete - als erste Bildungseinrichtung dieser Art in den neuen Bundesländern - das Landesgymnasium St. Afra, ein vom Freistaat getragenes europa-offenes Gymnasium für Hochbegabte.

Meißen - Gymnasium St.Afra

Bild: Gymnasium St. Afra auf dem Afra-Berg


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