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Domstadt Meißen: Dom St. Johannis und St. Donatus (Dom zu Meißen), Fürstenkapelle, Georgskapelle

Der Dom zu Meißen war die Hauptkathedrale des Bistums Meißen (seit 1980 hat die Kathedrale St. Trinitatis in Dresden diese Funktion). Er ist einer der stilreinsten deutschen Dome und verfügt über eine der reichsten und wertvollsten Ausstattungen sächsischer Kirchen.

Der Bau des Meißner Doms St. Johannis und St. Donatus begann zwischen 1240 und 1260 mit dem Umbau einer Basilika. Dieser Vorgängerbau war schon im Jahr 968 anlässlich der Gründung des Bistums Meißen durch Kaiser Otto I. als kleine Kapelle errichtet und in den Jahren 1006 bis 1073 in eine viertürmige romanische Basilika umgebaut worden, die man zur bischöflichen Kathedralkirche erhob.

Um 1260 begann der eigentliche Bau des Doms als gotische Hallenkirche. Ab 1268 waren der Chor und der Kreuzgang nutzbar. Um 1270 entstand das große Chorfenster mit dem prächtigen Maßwerk und dem Glasgemälde. Die Maria-Magdalenen-Kapelle an der Ostseite des Doms war um 1280 fertiggestellt (heute als Lapidarium eingerichtet), die achteckige Johanneskapelle im Jahr 1291 und der schöne Kapitelsaal im Jahr 1297. Danach verlief der Dombau nur noch schleppend. Das Langhaus wurde erst um 1410 fertiggestellt. Kurz danach, im Jahr 1413, brachte ein Blitzschlag die Westfront des Doms mit ihren zwei nach 1315 gebauten Türmen zum Einsturz. Nur die beiden unteren Stockwerke blieben stehen. Arnold von Westfalen setzte dann in den 1470er Jahren ein drittes Geschoss auf. Die am Anfang des 16. Jahrhunderts - unter Herzog Georg - auf diesem Westriegel vorgenommenen Turmbauten, bestehend aus drei Turmspitzen in Holzkonstruktion, gingen schon im Jahr 1547 durch Blitzschlag zugrunde. Für lange Zeit blieb nun der an der Ostseite stehende "Höckrige Turm" der einzige Turm des Doms. Die beiden 81 m hohen neogotischen Türme der Westseite entstanden zusammen mit einem vierten Geschoss erst zwischen 1903 und 1909 nach Entwürfen des Karlsruher Architekten Karl Schäfer.

Grundriss des Doms zu Meißen

Bild: Grundriss des Doms zu Meißen



Dom zu Meißen - InnenansichtDom zu Meißen - Lettner und Laienaltar

Bild links: Innenansicht des Meißner Doms: Blick auf den Chor, davor der Lettner
Bild rechts: Lettner (trennt das Hauptschiff vom Chor), davor der Laienaltar


Dom zu Meißen - KanzelDer Lettner (die Trennwand zwischen Chor und Mittelschiff) entstand um 1260, der spätgotische Hochaltar (eventuell von einem niederländischen Meister bemalt) am Anfang des 16. Jahrhunderts, das Chorgestühl im Jahr 1529 und die Sandsteinkanzel im Jahr 1591.

Der vor dem Lettner stehende Laienaltar zeigt die Kreuzigungslegende auf dem Mittelteil und die Kreuzauffindungslegende auf den Flügeln. Er stammt aus der Werkstatt von Lucas Cranach d. Ä. (im Jahr 1526 oder wahrscheinlicher um 1540 geschaffen). (Von den einst 30 Altären des Doms fielen die meisten den Wirren der Reformationszeit zum Opfer.) Das Kruzifix und die Kandelaber (Altarleuchter) formte der berühmte Porzellan-Dekorgestalter Johann Joachim Kändler im Jahr 1760 aus Meissener Porzellan®.

Bild: Kanzel des Hauptschiffs


Dom zu Meißen - BildfensterDom zu Meißen - Chor und Hochaltar

Bilder: Chor mit Hochaltar, Bildfenster über dem Altar


Dom zu Meißen - Chor - Blick zum Lettner

Bild: Chor (beiderseits Chorgestühl von 1529), hinten der Lettner


Markgraf Friedrich IV. (der Streitbare; reg. 1381-1428) erwarb im Jahr 1423 die Kurwürde des Kurfürstentums Sachsen-Wittenberg und regierte nun als Kurfürst Friedrich I. von Sachsen (ab 1423 gehörten die Wettiner somit zu den sieben Kurfürsten, die den deutschen König wählten/kürten). Er ließ im Jahr 1425 eine Begräbniskapelle der Wettiner an die Westfront des Meißner Doms anbauen - die Fürstenkapelle. Das um 1400 geschaffene Westportal des Doms wurde so zum Innenportal. Das schmuckreiche Netzgewölbe der Fürstenkapelle ist vermutlich ein Werk von Moyses von Altenburg aus den Jahren 1443 bis 1446.

Meißner Dom - Fürstenkapelle - InnenansichtMeißner Dom - Fürstenkapelle - Innenportal

Bilder: Blick in die Fürstenkapelle (1425, Begräbniskapelle der Wettiner, Netzgewölbe von 1443-1446), im rechten Bild das frühere Westportal des Doms


Meißner Dom - Fürstenkapelle - Grabtumba Friedrichs des Streitbaren

Bild: Grabtumba Friedrichs des Streitbaren (erster Kurfürst von Sachsen) in der Fürstenkapelle


Meißner Dom - Grabplatten in der FürstenkapelleDie bronzene Grabtumba Friedrichs des Streitbaren (Kurfürst Friedrichs I. von Sachsen) ist von künstlerisch wertvollen Bronzegrabplatten (s. Bild) wahrscheinlich aus der Nürnberger Erzgießerwerkstatt Vischer umgeben. Der Dom verfügt über 164 weitere Grabdenkmäler.
Meißner Dom - Eingang der Georgskapelle in der FürstenkapelleIn der um 1530 an die Fürstenkapelle angebauten spätgotischen Georgskapelle (Eingang in der Fürstenkapelle: s. Bild) sind Herzog Georg der Bärtige und seine Gemahlin Barbara beigesetzt. Die Stuckdecke dieser Kapelle hatte Wolf Caspar von Klengel im Jahr 1677 eingezogen. Das Triptychon in der Georgskapelle soll eine eigenhändige Arbeit von Lucas Cranach d. Ä. aus dem Jahr 1534 sein.

Der aus der Zeit um 1470 stammende Kreuzgang besitzt ein kunstvolles Zellengewölbe. Die Sakristei entstand 1504.
Dom zu Meißen - Figuren im ChorDom zu Meißen - Figuren im Chor

Bilder: Zu der wertvollen Innen­ausstattung des Doms gehören überlebensgroße Stifter- und Patronatsfiguren (Steinskulp­turen), die um 1260 in der Naumburger Dombauwerkstatt geschaffen wurden, wie z. B. die Bildnisse von Kaiser Otto I. (reg. 936-973, Gründer des Bistums Meißen) und seiner Gemahlin Adelheid an der Chor-Nordwand (s. Bild links). Bedeutend sind auch die Bildnisse des Evange­listen Johannes und des hl. Donatus (s. Bild rechts) im Chor sowie von Johannes dem Täufer, Maria mit dem Kind und Diakon Stephanus in der Johanneskapelle.


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