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Domstadt Meißen: Aus der Stadtgeschichte

Stadt Meißen | Albrechtsburg, Dom | Geschichte | Porzellan-Manufaktur

Gründung der Stadt Meißen

Am Ende der Bronzezeit siedelten sich germanische Stämme im Meißner Gebiet an. Ab dem 6. Jahrhundert wanderten dann slawische Stämme ein. In dem westlich vom slawischen Gau Nisan (Gebiet um Dresden) gelegenen Gau Daleminzien betrieben die Elbsorben Ackerbau, Viehzucht, Fischfang, Bienenzucht und Handel. Außer den großen Dörfern in diesem fruchtbaren Gebiet bestanden hier auch beachtliche Burganlagen: Glomaci (Lommatzsch), Mogelini (Mügeln) und Gana (Jahna) waren bedeutende Orte jener Zeit.

Nach dem Zerfall des Frankenreiches Karls des Großen gelangte im Ostfrankenreich das sächsische Herzogshaus zur Dominanz. Ab 928 eroberte der aus diesem Hause stammende, von 919 bis 936 über die Ostfranken und Sachsen herrschende deutsche König Heinrich I. mit seiner Panzerreiterei und viel Fußvolk das slawische Gebiet östlich der Saale. Dies geschah in der Zeit eines neunjährigen Waffenstillstandes mit den Ungarn unmittelbar nach deren verheerenden Einfällen von 919 und 924 in Deutschland. Mit den Eroberungen schuf sich der deutsche König ein weites Vorland für die künftige Verteidigung gegen die Ungarnheere.

König Heinrich I. - Denkmal in MeißenNach der Eroberung der slawischen Burg Gana ließ der König auf einem strategisch günstig gelegenen Felsen zwischen Elbe, Triebisch und Meisabach im Jahr 929 die Burg Misni errichten. Diese nach dem Flüsschen Meisa benannte, zunächst einfach aus Holz gebaute Burg war der erste befestigte Stützpunkt der Deutschen im Land der Slawen. Schnell entwickelte sie sich zum politischen und wirtschaftlichen Zentrum der Region.


Bild: König Heinrich I. - Gründer der Burg Meißen (Denkmal vor dem Stadt- und Kreismuseum Meißen)


Trotz gewisser Übereinkünfte mit der Oberschicht der ihrer Unabhängigkeit beraubten Sorben blieben die Zeiten unsicher, vor allem, als Bauern aus Franken, Thüringen und Sachsen in das eroberte Gebiet einzogen und Feudalherren hier Grundbesitzansprüche stellten.

Kaiser Otto I. (Otto der Große), der Sohn König Heinrichs I. und Gründer des Deutschen Reiches, veranlasste im Jahr 968 die Gründung des Bistums Meißen und erklärte den Burgberg Meißen zum Bischofssitz. (Nach dem Einzug der Reformation in Sachsen um 1538 wurde das Bistum Meißen im Jahr 1581 mit dem Tod des letzten Meißner Bischofs aufgehoben.)

Entwicklung Meißens zur mittelalterlichen Stadt

Schon im 10. Jahrhundert entstand an einem Handelsplatz (dem späteren Theaterplatz) am Fuße der Burg Misni und in ihrem Schutz eine erste Siedlung. In der Zeit um 1000 erlangte sie das Marktrecht. Im Jahr 1002 ist von einem Jahrmarkt an diesem Ort die Rede. Meißen wird erstmals um 1150 als Stadt (civitas ) erwähnt. Die mittelalterliche Stadt entwickelte sich zu einem der bedeutendsten Handelsplätze an Elbe und Moldau.

Im 11. und 12. Jahrhundert nahmen zahlreiche mit deutschen und sorbischen Dörfern belehnte Dienstritter ihren ständigen Wohnsitz in Meißen. Sie ließen sich hier "Feste Häuser" und wehrhafte Höfe errichten (z. B. im Bereich "Hohlweg", "Am Schlossberg" und "Freiheit").

Im Jahr 1125 gelangte die Markgrafschaft Meißen unter Konrad dem Großen (reg. 1123-1156) in den erblichen Besitz der Wettiner (die nun etwa 800 Jahre lang - bis 1918 - die Mark Meißen bzw. Sachsen regierten). Bis 1464, dem Todesjahr von Kurfürst Friedrich II. von Sachsen, war Meißen Residenz der wettinischen Landesherren und Zentrum der Markgrafschaft Meißen bzw. ab 1423 des Kurfürstentums Sachsen. Meißen wird somit zurecht als Wiege Sachsens bezeichnet.

Der Marktplatz, in dessen Umfeld die deutschen Siedler ihre Bürgerstadt planmäßig anlegten, besteht seit dem Ende des 12. Jahrhunderts annähernd in den heutigen Dimensionen (hier fand man bei Schachtarbeiten unter anderem eine frühmittelalterliche Holzstraße). Bis 1757 diente er auch als Richtstätte.

Im 13. Jahrhundert entstand jenseits der Triebisch die Siedlung am Neumarkt.

Die Stadttore der seit der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts bekannten Meißner Stadtmauer waren das Elbtor im Osten, das Fleischertor im Süden, das Görnische Tor im Westen und das Lommatzscher Tor im Norden (dahinter auf einem Hügel die alte Richtstätte). Hinzu kamen noch das Wassertor und zwei Nebentore.

Die Elbbrücke bei Meißen und der Brückenzoll finden schon im 13. Jahrhundert Erwähnung. Noch im Jahr 1765 handelte es sich um eine überdachte hölzerne Brücke.

Wirtschaftlicher Aufschwung in der Zeit der Renaissance
Niedergang im Dreißigjährigen Krieg

Meißens Wirtschaft und Kultur entwickelten sich trotz des Verlustes der Rolle als Residenzstadt im Jahr 1464 und der Auflösung des Bistums nach der Reformation prächtig weiter. Die Bürgerstadt erreichte im 16. Jahrhundert ihre höchste wirtschaftliche Blüte. Der wirtschaftliche Aufstieg der Stadt zeigte sich unter anderem in einer regen Bautätigkeit, wozu auch Neu- und Umbauten am Dom, am Bischofsschloss und an der Albrechtsburg gehörten. Im aufgelösten Kloster St. Afra richtete Herzog Moritz im Jahr 1543 die berühmte Meißner Fürstenschule ein.

Die von Martin Luther bei seiner Bibelübersetzung gebrauchte neuhochdeutsche Schriftsprache ist von der Meißner kursächsischen Kanzleisprache abgeleitet. Die moderne deutsche Schriftsprache hat demnach ihre Wurzeln in Meißen.

Der Dreißigjährige Krieg (1618-1648) zog Meißen schwer in Mitleidenschaft. Zahlreiche Häuser wurden zerstört, die Einwohnerzahl sank erheblich und die Stadtverwaltung versagte in dieser schwierigen Zeit. Nachdem schwedische Truppen die Stadt im Jahr 1637 erobert hatten, lösten marodierende Soldaten eine verheerende Feuersbrunst aus.

Stadtentwicklung Meißens ab 1726

Eine neue wirtschaftliche Blüte erlebte Meißen unter Kurfürst Friedrich August I. von Sachsen (August dem Starken, zugleich König August II. von Polen; reg. 1694-1733), der im Jahr 1726 umfassende Reformen in Meißen einleitete und mit einer neuen Ratsordnung die zum Teil noch mittelalterlichen Verwaltungsstrukturen der Stadt aufhob. Durch die Einrichtung der Porzellan-Manufaktur im Jahr 1710 auf der Albrechtsburg förderte er auch die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt.

Der Siebenjährige Krieg und die Napoleonischen Kriege brachten Meißen ebenso wie anderen sächsischen Städten große Not.

Die Romantiker des 19. Jahrhunderts schätzten Meißen sehr. So war z. B. der berühmte dänische Märchendichter Hans Christian Andersen (1805-1875) einige Zeit in Meißen tätig. Auch die bedeutenden Maler Georg Friedrich Kersting (1818-1847) und Adrian Ludwig Richter (1803-1884) arbeiteten hier. Letzterer war von 1828 bis 1835 als Zeichenlehrer an der Porzellan-Manufaktur beschäftigt. Sein Meißner Leben wird aber als recht arm und von Krankheiten gezeichnet beschrieben. Auch Goethe und Schiller sowie Maler wie Philipp Otto Runge, Carl Blechen und Caspar David Friedrich weilten in Meißen.

Das hoch über der Elbe stehende Schloss Siebeneichen (etwa 5 km südlich vom Meißner Stadtzentrum gelegen) befand sich im Besitz der Familie von Miltitz, zu der bedeutende Mäzenen von Literatur und Kunst gehörten. In dieser "Romantikerburg" wie auch in dem im gleichen Besitz stehenden Schloss Scharfenberg wurden die Ideale der Aufklärung und der Romantik gepflegt. Zu den Gästen zählten Friedrich von Hardenberg (Novalis), Friedrich de la Motte-Fouqué, Theodor Körner, Johann Gottlieb Fichte und Heinrich von Kleist.

Mit der Gründung einer Eisenhütte im Jahr 1834 sowie anderer Betriebe im Triebischtal hielt die Industrialisierung in Meißen Einzug. Beim Dresdner Maiaufstand von 1849 unterstützte eine Meißner Kommunalgarde die Aufständischen.

Im Jahr 1863 wurde die Porzellan-Manufaktur von der Albrechtsburg in das Triebischtal verlegt.

Ab 1871 kam es zu zahlreichen weiteren Fabrikgründungen im Triebischtal. Um 1900 begann sich Meißen über das Umland auszubreiten. Die rechtelbischen Gemeinden gehören seit 1900 zur Stadt.

Im Jahr 1945, in den letzten Kriegswochen, wurde die Elbbrücke gesprengt und die Stadt Meißen von den Nationalsozialisten zur Festung erklärt. Diese ergab sich jedoch kampflos der Sowjetarmee, weil die NS-Verwaltung am Widerstand der Bürger gescheitert und aus der Stadt geflohen war.



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