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Stadt Meißen - Marktplatzbereich: Rathaus, Marktapotheke, Weingaststätte "Vincenz Richter", Bennohaus, Bahrmannsches Brauhaus, Tuchmachertor

Zu den Sehenswürdigkeiten der Meißner Unterstadt gehört der malerische Marktplatz mit dem Rathaus und der Frauenkirche. In diesem Kernbereich der Altstadt sind zahlreiche restaurierte Gotik- und Renaissance-Bürgerhäuser zu finden, die den Reichtum des Meißner Bürgertums im 16. und 17. Jahrhundert erahnen lassen. Im Umfeld des Marktes prägen enge Gassen, alte Weinkeller und grün umrankte Hinterhöfe das Innenstadtbild.

Meißner RathausDas spätgotische Rathaus (1472- 1478; s. Bild) besitzt schöne Blend­giebel, drei hohe Zwerchgiebel über der Traufe der Marktseite und ein mächtiges, 18 m hohes Dach über der nur 11 m hohen Fassade. Am Entwurf war Arnold von Westfalen beteiligt, der zu jener Zeit die Albrechtsburg errichtete. Wegen der Hanglage des Standortes besitzt das an der Markt­seite dreistöckige Rathaus an der Rückseite nur zwei Stockwerke. Über der Tür ist das Stadtwappen mit dem "Meißner Judenkopf" zu sehen.

Die Holzbalkendecke des Ratssitzungssaales stammt noch aus der Zeit der Entstehung des Rathauses. In dem mit einem schönen Zellengewölbe ausgestatteten Steinernen Kämmerlein war früher das Meißner Stadtarchiv untergebracht.

Meißen - MarktapothekeDie im Stil der Renaissance mit Zwerch­häusern und Volutengiebeln ausgestattete Marktapotheke (Haus Markt 4, s. Bild) besteht seit 1560. Der zweigeschossige Erker ziert die Fassade seit 1717.
Das Renaissance-Haus Markt 9 (neben der Weingaststätte "Vincenz Richter") wird nach seinem ehemaligen Besitzer Bischof Benno, der hier inmitten der Bürger anstatt oben im Schloss wohnte, auch Bennohaus genannt. Es zeigt romanische Bauelemente und ein am Ende des 16. Jahrhunderts geschaffenes Sitznischenportal sowie den "Kleinen Wendelstein" und innen eine schöne gotische Ausstattung mit einer bemalten Holzdecke aus dem 16. Jahrhundert, die bei Restaurierungsarbeiten wieder freigelegt wurde. Im Erdgeschoss ist ein kunstvolles Deckengewölbe vom Ende des 15. Jahrhunderts und im Hof ein alter Brunnen zu sehen.

Das im Jahr 1602 errichtete Renaissance-Haus Marktgasse 13 wurde äußerlich originalgetreu rekonstruiert, im Inneren dagegen modern ausgebaut.

Weingaststätte Vincenz Richter in Meißen
Ein neben der Frauenkirche stehendes attraktives, im Jahr 1523 als Zunfthaus der Tuchmacherinnung errichtetes Fachwerkhaus (s. Bild) beherbergt die traditionsreiche Weingaststätte (Weinstube) Vincenz Richter. Der Name erinnert an einen früheren Besitzer, der im Jahr 1873 das Schankrecht für das Haus erwarb.
Die Weingaststätte ist nicht nur wegen der heimischen Weine und der sächsischen Küche, sondern auch wegen der wertvollen historischen Inneneinrichtung einen Besuch wert. Dazu gehören Rüstungen und Waffen aus dem Bauernkrieg, Bilder von Thomas Müntzer und dem ungarischen Freiheitskämpfer Lajos Kossuth, spanische Sturmhauben, die nun als Lampenschirme dienen, spätmittelalterliches Mobiliar, Innungskrüge der Meißner Handwerkerzünfte und weitere wertvolle Zinngegenstände, alte Kelter- und Küferwerkzeuge, frühe Stadtansichten sowie Porzellane und frühgeschichtliche Funde. Der Stammtisch ist aus der Eichenholzwelle der im Jahr 1883 abgerissenen Meißner Schiffsmühle gebaut. Zu den Gesellschaftsräumen des Hauses gehören neben der "Weinpresse" die "Kleine Folterkammer" und die "Große Folterkammer", zu deren Ausstattung zahlreiche Folter- und Prangerinstrumente gehören.

Meißen - FrauenstufenMeißen - Bahrmannsches Brauhaus

Bilder: Frauenstufen (führen von der Weingaststätte Vincenz Richter hoch zum Afra-Berg; Bild links) und Bahrmannsches Brauhaus


Hinter der Frauenkirche (vom Marktplatz gesehen) steht das mit einem prächtigen Renaissance-Giebel und wertvollem Fassadenschmuck verzierte Bahrmannsche Brauhaus (1569-1574). Das Renaissance-Portal zeigt ein wahrscheinlich von Hans Köhler d. Ä. geschaffenes Relief, das Simsons Kampf mit dem Löwen darstellt. Die Balkendecke und die Wandmalereien im Inneren sowie die Schriftbänder zu beiden Seiten des Portals wurden im Jahr 1980 freigelegt. Die Fassade und die Seitenflügel erfuhren im Jahr 1996 eine umfassende Restaurierung. Eine Schrifttafel an der Fassade verkündet: "Was gilt diese Welt? Was der Ruhm und was der Erfolg? Nach einem erbärmlichen Begräbnis sind wir nur Staub und Schatten."

Meißen - TuchmachertorGegenüber dem Brauhaus ist das aus Sandstein gebaute Tuchmachertor (s. Bild), eines der schönsten Renaissance-Tore Meißens, zu sehen. Es handelt sich um eine im Jahr 1956 geschaffene Kopie des um 1600 als Zugang zum Stadtfriedhof errichteten Tores.

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