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Burg Stolpen − 3. Burghof (Kanonenhof):
Johannisturm (Coselturm), Johanniskerker, Seigerturm

Am 3. Burghof, dem Kanonenhof, stehen zwei Türme (von einst drei): der Johannisturm in der Südostecke und der Seigerturm in der Nordwestecke. Auch alte Geschützstände sind hier zu sehen. Einst war der Hof von hohen Mauern mit zweistöckigen Wehrgängen umgeben. Am Hofeingang befand sich ein Wachgebäude. An der Nordseite waren Ställe, eine Schmiede, ein Backhaus, ein Schlachthaus und ein Badhaus eingerichtet.

Ostseite des Coselturms der Burg StolpenDer um 1509 fertiggestellte Johannisturm ist nach Bischof Johann IV. benannt. Weil die Gräfin Cosel eine lange Zeit in diesem Turm lebte (in drei Räumen, dazu Küche und Bibliothek), erhielt er später auch den Namen Coselturm. In den oberen Stockwerken ist heute eine Cosel-Gedächtnisausstellung eingerichtet. Sehenswert sind auch die Wachstube mit einem Umgang um das oberste Turmgeschoss sowie im Turmfuß der spätgotische Gerichtssaal und der auch "Richter Gehorsamb" oder "Richtergefängnis" genannte Johanniskerker mit dem Hungerloch. Zu letzterem bildet ein Loch im Fußboden den Zugang.

Bild: Ostseite des Johannisturms (Coselturms); Die Treppe führt vom alten Hauptportal kommend innerhalb der hier doppelt ausgeführten Burgmauer zum Eingang des Gerichtssaals und des Kerkers (Burgverließes).


Spätestens ab Mitte des 17. Jahrhunderts diente der Johanniskerker nicht mehr als Gefängnis, sondern als Abstellraum (ab 1691 zeitweise auch für das Schanzgerät des Stolpener Militärs). Das Hungerloch nutzte man nun als Abfallgrube. Ein Blitz, der im Jahr 1681 in den Johannisturm einschlug, verursachte nicht nur Schäden am Mauerwerk, sondern entzündete auch den über Jahre angesammelten Abfall im Kerker, so dass der Turm tagelang in Rauch gehüllt war. Ein weiteres der mindestens fünf Burggefängnisse war "Dr. Salmuths Gewölbe" im Kellerbereich des Seigerturms.

Südseite der Burg Stolpen mit Coselturm

Bild: Südseite der Burg mit Johannisturm (Coselturm); oben am Turm ist der Aborterker (Bild unten) zu sehen



Abort im Erker des Coselturms der Burg Stolpen
Ausstellung im Coselturm der Burg Stolpen

Bild: Ausstellung im Coselturm


Eingang des Coselturms der Burg Stolpen Westseite des Coselturms der Burg Stolpen

Bilder: Westseite des Johannisturms (Coselturms), der aus einem rechteckigen Treppenturm und einem runden Wohnturm besteht, links neben dem Turm schöne Basaltformationen, rechts neben dem Turm die Geschützstände des 3. Burghofes (Kanonenhofes)


Ausstellung im Coselturm der Burg Stolpen

Bild: Ausstellung im Johannisturm (Coselturm)


Kanone auf Burg Stolpen
Im Jahr 1733 verfügte die Burgbesatzung, neben einem Mörser und 122 Handfeuerwaffen, über 11 Kanonen (neun bronzene von 1423 bzw. 1519 bis 1546 und zwei eiserne aus der Zeit um 1685) mit etwa 2.550 Kanonenkugeln.
Ostseite des Seigerturms der Burg Stolpen
Der Name des Seigerturms ist vom ostmitteldeutschen Wort seiger (Turmuhr) abgeleitet. Kurfürst August hatte den spätgotischen Turm im Jahr 1560 im Stil der Renaissance erneuern lassen, woran noch die zwei (von ehemals vier) Volutengiebel erinnern. Die Turmzimmer dienten als Wohnräume. Die (heute zugemauerten) Zugänge zu den Wehrgängen der einstigen hohen Burgmauer sind noch erkennbar, die Zisterne am Fuß des Turms ist heute zugeschüttet. Seit April 2007 - nach dreijähriger Sanierung - ist der Turm für Besucher geöffnet. Zu sehen sind hier u. a. wieder freigelegte Wandmalereien und Ornamente des Renaissance-Hofmalers Heinrich Göding.


Bild: Ostseite des Seigerturms (Ansicht vom 3. Burghof)


Spitze des Seigerturms der Burg Stolpen
Die Spitze des Seigerturms enthält ein handgeschmiedetes Uhrwerk von 1562, an dessen Bau Bronzegießer Wolf Hilliger beteiligt war. Die mit einem einzigen, zur Stadt gerichteten Zifferblatt und nur mit einem Stundenzeiger ausgestattete Turmuhr wurde um 1750 von Hofuhrmachermeister Naumann erneuert. Seit einer Sanierung im Jahr 1938 ist das Sandsteinzifferblatt im Burghof ausgestellt. An der Uhr befindet sich seitdem eine Kopie.
Dritter und vierter Hof der Burg Stolpen

Bild: Blick vom Siebenspitzen­turm in den 3. und 4. Burghof


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