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Stadt Bautzen: Dom St. Petri (Petridom) und Domstift

Petridom

Petridom in BautzenDie Silhouette der Altstadt wird vom knapp 85 m hohen Turm des Petridoms (Dom St. Petri), einer spätgotischen Hallenkirche, bestimmt. Diese Konkathedrale des Bistums Dresden-Meißen, auf dem ältesten Kirchenstandort der Oberlausitz stehend, gehört zu den bedeutendsten Sakral­bauwerken Sachsens. Es handelt sich auch um die älteste und eine der größten Simultan­kirchen Deutschlands (römisch-katholischer und lutherisch-evangelischer Gottesdienst im selben Gotteshaus).
Am Standort des Doms befand sich schon um das Jahr 1000 eine Pfarrkirche, die Graf Eido von Rochlitz hatte errichten lassen. Die Erneuerung des Bauwerkes fand 1221 ihren Abschluss (nach der Gründung des Kollegiatstiftes St. Petri im Jahr 1213). Von diesem Gotteshaus blieb beim Umbau zwischen 1293 und 1304 der Westbereich mit dem Portal bestehen. Bei weiteren Umbauten bis 1430 erhielt der Dom seine heutige Gestalt (von den geplanten zwei Türmen entstand nur der Südturm). Das vierte (südliche) Schiff war 1463 fertiggestellt und 1497 endeten die letzten Aufbauarbeiten.

Petridom in BautzenSeit dem Einzug der Reformation in Bautzen im Jahr 1524 dient der Petridom als Simultankirche. Der katholische Gottesdienst findet im Chor, der protestantische Gottesdienst im Langhaus statt (geregelt im Vertrag von 1543 zwischen dem Bautzner Rat und dem Domstift). Das im Jahr 1564 für die Trennung der beiden Bereiche geschaffene 4 m hohe Eisengitter ersetzte man bei der Innen-Restaurierung im Jahr 1956 durch eine flache Balustrade. Beim Böhmischen Aufstand in den Jahren 1619/20 blieb dem katholischen Kollegiatkapitel St. Petri der Dom vorübergehend verschlossen.
Petridom in Bautzen
Dem großen Stadtbrand von 1634 (im Dreißig­jährigen Krieg) fielen auch Teile des Petridoms zum Opfer. Doch schon um 1640 waren wesentliche Teile wieder aufgebaut. Im Jahr 1642 erhielt der Dom eine Orgel. (Heute besitzt er eine der größten Arbeiten der bedeutenden Bautzner Orgelbauwerkstatt Eule.) Den frühbarocken Helm des Kirchturmes setzte Martin Pötzsch im Jahr 1664 auf. Das kunstvoll geschnitzte Chorgestühl entstand nach 1750. Fritz Schumacher erneuerte im Jahr 1908 den Orgelprospekt und die Emporen im Jugendstil. Im Jahr 1987 erfuhr der Dom eine umfassende Restaurierung.
Orgel im PetridomDer dreischiffige spätgotische Hallenbau besitzt auffallend schlanke Pfeiler und ein einheitliches Netzgewölbe über dem Chor und dem Langhaus. Die verschiedenen Bauphasen hinterließen in der Langhausmittelachse zwischen dem vierten und fünften Joch einen Knick nach Süden. Das zwischen 1456 und 1463 an der Südseite gebaute vierte Schiff besitzt ein Sternengewölbe und prächtige sechsteilige Maßwerkfenster.


Bild: Orgel, Pfeiler und Gewölbe im Langhaus des Petridoms (in dem noch auf seine Restaurierung wartenden Gewölbe wurde zunächst in den Zwickeln die Deckenbemalung angedeutet)


Fürstenloge im PetridonIm Langhaus (dem protestantischen Teil des Kirchenraumes) befinden sich der aus Holz gearbeitete Abendmahlsaltar (Renaissance, 1644) und die um 1673 von einem Bautzner Tischler gefertigte Fürstenloge.


Bilder: Fürstenloge (links) sowie Abendmahlsaltar und Epitaph im Langhaus des Petridoms (unten)


Abendmahlsaltar im PetridomEpitaph im Petridom
Hochaltar des PetridomsDer katholische Bereich wird vom Hochaltar (barock, 1722-1724, Giovanni Maria Fossati) aus sächsischem Marmor und Pirnaer Sandstein beherrscht. Das Altarbild "Schlüsselübergabe an Petrus" schuf der gebürtige Tiroler Meister Giovanni Antonio Pellegrini, das lebensgroße hölzerne Kruzifix (1714) der Meister der sächsischen Barockbildhauerkunst Balthasar Permoser, die Skulpturen stammen vom bedeutenden Dresdner Barockbildhauer Benjamin Thomae.


Bilder: Hochaltar (links) sowie Nebenaltar und Abendmahlsdarstellung im Petridom


Nebenaltar im PetridomAbendmahlsdarstellung im Petridom
Mit der Wiedereinrichtung des Bistums Meißen (mit Amtssitz in Bautzen) durch Papst Benedikt XV. im Jahr 1921 erlangte der Dom den Status einer Kathedrale. Seit der Verlegung des Bischofssitzes nach Dresden im Jahr 1980 ist er Konkathedrale des Bistums Dresden-Meißen. Er gehört auch zu den letzten sächsischen Kirchen, in deren Turm noch ein Türmer wohnt. Restaurierungen erfuhr der Dom in den Jahren 1882-1885, 1950-1953 und 1987.

Domstift

Bautzner DomstiftBischof Bruno II. von Meißen gründete im Jahr 1221 das Kollegialstift St. Petri in Bautzen (zunächst ein Propst und sechs Kanoniker) - seitdem das Zentrum der katholischen Kirche der Oberlausitz. Das Stift erlangte bald nach seiner Gründung einen beträchtlichen Grundbesitz im Bautzner Land.


Bild: Ostflügel des Domstifts


Portal des Bautzner DomstiftsDas nördlich des Petridoms stehende Dekanatsgebäude wurde 1507 erneuert, beim großen Stadtbrand von 1634 (im Dreißigjährigen Krieg) brandzerstört und bis 1683 (unter Dekan M. Brückner) als hufeisenförmige Gebäude­anlage wieder aufgebaut. Das reich geschmückte, in toskanischer Pilasterarchitektur gestaltete Hauptportal entstand zwischen 1753 und 1755.

Bild: Portal des Domstifts mit dem Domstiftwappen über dem Rundbogentor


Auf dem westlichen Dach der Anlage ist ein Essenkopf mit der sich herauslehnenden Figur des Dekans A. Widerin zu sehen. Diese Darstellung soll an den Kapitelsturm im Jahr 1619 (während des Böhmischen Aufstandes) erinnern, als die evangelische Bürgerschaft gewaltsam gegen das katholische Kollegialkapitel vorgegangen war, um es aus Bautzen zu vertreiben.

Hof des Bautzner DomstiftsAls Papst Benedikt XV. im Jahr 1921 das katholische Bistum Meißen wieder einrichtete, erhielt Bautzen den Amtssitz (im Jahr 1980, mit Gründung des Bistums Dresden-Meißen, wechselte der Amtssitz nach Dresden). Heute ist das Bischöfliche Ordinariat im Domstiftsgebäude einge­richtet. Hier befinden sich auch das Archiv (seit 1221) und die Bibliothek (seit 1350) des Domstifts sowie die Dom­schatzkammer (seit 1985).



Bild: Hof des Domstifts


Im Besitz des Domstifts befindet sich auch das Klosterhaus (Petrikirche 4). Das Zisterzienserkloster Marienstern (Panschwitz-Kuckau) hatte es sich im Jahr 1722 im Barockstil errichten lassen (1864-1891 umgebaut und erweitert). Über dem Portal ist das Wappen der Äbtissin Cordula Sommer zu sehen. Von 1851 bis 1903 war das Katholische Lehrerseminar im Haus eingerichtet.

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