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Stadt Bautzen: Stadtmauer, Stadttore, Bastionen (Basteien)

Von der am Anfang des 19. Jahrhunderts abgebrochenen Bautzner Stadtmauer blieben einige Reste erhalten, insbesondere auch die Türme der einstigen Stadttore der Inneren Stadtmauer und einige Bastionen.

Ruine des Pulverturmes am NicolaifriedhofIm Nordwesten der Altstadt, an der Westseite des Nicolaifriedhofes, ist die halbrunde Ruine des Pulverturmes (um 1500) zu sehen. Beim großen Stadtbrand von 1634 war er ausgebrannt, im Jahr 1674 neu aufgebaut, aber schon 1776 bis auf den verbliebenen Teil abgetragen worden.
Gerberbastei, von Westen gesehenDie Gerberbastei ist ein fünfgeschossiger Rundturm von 1503 mit einer 3,5 m dicken Mauer (1620 und 1634 zerstört, 1703 wiederaufgebaut) über dem Gebiet, wo einst das Gerbertor an der von der Spreebrücke an der Hammermühle kommenden Handelsstraße Via regia stand. Am Fuße der Bastei verläuft die Gerberstraße hinauf zum einstigen Schülertor (siehe unten). Der Name der Gerberbastei verweist darauf, dass sie im Falle einer Belagerung von den hier ansässigen Gerbern verteidigt wurde. Sie diente als Wehrturm und Schützenbastei sowie als Pestkrankenhaus, Kaserne und Turnhalle (1838-1866). Seit 1913 ist sie eine Jugendherberge.


Bild: Gerberbastei, von Westen gesehen


Die Röhrscheidtbastei (Bastei an der Fischerpforte, Lauenbastei), deren Name an den Baumeister Wenzel Röhrscheidt d.Ä. (1510-1582) erinnert, entstand 1469 an der südwestlichen Stadtmauer, nahe dem Lauentor, als Schutzbastei der Fischerpforte. Ab 1850 diente sie als Wollniederlage der Tuchfabrik Mörbitz, ab 1867 gehörte sie zur Gastwirtschaft Thiermann (1870-1890 zum Gaststätten- und Hotelbetrieb "Bürgergarten" erweitert einschließlich Bastei und früherem Bürgergarten zwischen Bastei und ehem. Lauentor). Die Bastei diente als Sitz des Geselligkeitsvereins "Schlaraffia". (Der Bürgergarten wurde nach 1945 in Volkshaus umbenannt und 1960 zum Hauptgebäude des Sorbischen National-Ensembles umgebaut). Seit 1952 befindet sich der Trachtenfundus des Sorbischen National-Ensembles in der Bastei.

Röhrscheidtbastei

Bilder: Röhrscheidtbastei; hier erreichte die vom Mühltor kommende Mühltorgasse den Stadtzugang am Lauenturm (im Hintergrund; ganz rechts im Bild ist das Gebäude des Sorbischen National-Ensembles zu sehen)


Röhrscheidtbastei
Hexenhäusel unterhalb der Röhrscheidtbastei

Bild: "Hexenhäusel" unterhalb der Röhrscheidtbastei; dieses Holzhaus überstand die zahlreichen Stadtbrände unbeschadet, deshalb ist es das älteste im Orginalzustand erhaltene Gebäude der Stadt (lt. Sage soll es eine Zigeunerin mit einem Feuersegen belegt haben, weil sie hier von einer armen Fischerfamilie aufgenommen wurde)


Die zwischen der Röhrscheidtbastei und der Mönchsbastei gelegene Fischerpforte (um 1500 gebaut) war ein verschließbarer Treppenzugang der Stadtbefestigung mit Bastei und einem Torhaus mit Wehrgang (um 1870 abgebrochen). Hier trafen die Innere Stadtmauer (13./14. Jh.) und die im 15. Jh. gebaute Äußere Stadtmauer zusammen.

Die um 1324 errichtete rechteckige Mönchsbastei (eine der sieben Basteien der Stadtbefestigung) sollte im Falle einer Belagerung der Stadt von den Mönchen des Franziskanerklosters verteidigt werden, weshalb ab 1433 ein Gang (über die Heringstraße) zum Kloster angelegt wurde (1563 abgebrochen). Bei der Sanierung der Bastei in den 1990er Jahren (Umbauten schon in den Jahren 1868 und 1905) traten alte Abwasserkanäle zutage, die auf eine Funktion der Bastei in der Abwasserentsorgung des Südens der Altstadt hinweisen. Bis 1800 war die Bastei Pfarrerwohnung, im Jahr 1813 (Schlacht bei Bautzen) wurde sie als Lazarett genutzt, heute dient sie als Wohnhaus.

MönchsbasteiStadtmauer an der Michaeliskirche
Mönchsbastei

Bild oben links und links: Mönchsbastei der Bautzner Stadtbefestigung (im Hintergrund die Türme von Dom und Rathaus)

Bild oben rechts: Stadtmauer unterhalb der Michaeliskirche (im 15. Jahrhundert als vorgeschobene Stadtmauer zur Sicherung des Plateaus an der Michaeliskirche angelegt)


MühltorMühltor (um 1500): Den Spree­talaufgang am Eselsberg im Westen der Altstadt benutzten die von den Spreetalmühlen kommenden Mehl- und Getreidetransporte auf Eseln. Durch das Mühltor erreichte der Weg das Plateau zwischen der Alten Wasserkunst und der Michaeliskirche. Dieses Plateau war um 1470 mit einer zweiten, vorgeschobenen Stadtmauer, der die Alte Wasserkunst als Bastion diente, gesichert worden. Von hier verlief der Weg dann weiter durch die Mühltorgasse zum Lauentor, dem eigentlichen Stadtzugang.
Querschnittszeichnung des Mühltores
Das im Jahr 1606 erneuerte Mühltor besitzt einen auf Granit-Torpfeilern ruhenden Spitzbogen aus handgestrichenen Ziegeln. Die ehem. Wächterstube wird heute vom Verein Altstadt Bautzen als Vereinsraum genutzt.



Bild: Querschnitt des Mühltores (nach einer im Durchgang des Torgebäudes ausgestellten Zeichnung)


Mühlbastei im Westen der StadtmauerAlte Wasserkunst und Mühltor

Bilder: Mühlbastei (Bild links), restauriert und mit neugestaltetem Aufsatz, aus Richtung Mühltor gesehen sowie Alte Wasserkunst und Mühltor (Bild rechts, im Hintergrund die Michaelis­kirche)


Die Mühlbastei (um 1468, Erneuerung der Aufbauten 1684), ein runder Wehrturm der Stadtbefestigung, ist nach der einst am Fuße des Burgwasserturms stehenden Großen Mühle (1539) benannt. Ab 1830 diente die Bastei als Turnhalle der Bautzner Garnison, ab 1847 als Warenlager eines Tuchfabrikanten aus Kamenz (Besitzer der Mörbitzer Großen Mühle). Bei den Kampfhandlungen im April 1945 wurden die Holzein- und -aufbauten der Bastei zerstört (heute in moderner Form wiederaufgebaut).

Blick vom Burgtheater an der Mühlbastei vorbei zur Alten Wasserkunst

Bild: Blick aus dem Panoramafenster des Burgtheaters der Ortenburg an der Mühlbastei vorbei zur Alten Wasserkunst


Stadtmauer an der Fischergasse 
Im Süden Bautzens blieben entlang der Fischergasse, an der Neuen Wasserkunst und weiter am Volkstheater vorbei bis zum Postamt Reste der Stadtmauer erhalten


Bilder: Stadtmauer an der Fischergasse (links) und im Bereich des südlichen grünen Stadtringes (Schilleranlagen, unten), der nach Abbruch der Äußeren Stadtmauer im Verlauf des ehem. Stadtwalles angelegt wurde


Stadtmauer an den Schilleranlagen

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