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Stadt Görlitz: Kaisertrutz, Reichenbacher Turm

Die Görlitzer Stadtmauer, die streckenweise doppelt als Innere und Äußere Stadtmauer ausgeführt war, ist seit dem Ende des 13. Jahrhunderts bekannt. Ein Stadtplan von 1650 (Matthias Merian) zeigt sie mit etwa 30 Bastionen. Von ihr blieben beim Abbruch um 1848/49 einige Abschnitte erhalten, darunter das Finstertor als einziges der vier Stadttore sowie einiges Mauerwerk der östlichen, an der Neiße gelegenen Abschnitte zwischen Nikolaiturm / Nikolaizwinger und Bergstraße. Vor dem Chor der Kirche St. Peter und Paul blieb neben einem besonders eindrucksvollen Rest der Stadtbefestigung auch ein Wichhaus (1539) mit Backsteingiebel bestehen, nicht jedoch das nahe gelegene, zur Neißebrücke führende Neißetor. Weiter im Süden, an der Uferstraße, blieben die Ochsenbastei und zwei Schalentürme mit dem umliegenden Mauerwerk erhalten. Auf dem Gelände zwischen den beiden Mauerzügen besteht seit 1963 eine Grünanlage (heute ein Barockgarten). Im Westen der Altstadt zeugen Kaisertrutz und Reichenbacher Turm von der einstigen Stadtbefestigung.

KaisertrutzEin Wahrzeichen von Görlitz ist der massige runde Kaisertrutz mit seiner bis zu 4,70 m dicken Ringmauer. Dieses Kanonenrondell entstand um 1490 als vorgelagerte Befestigung des Budissiner (Bautzner) Stadttores. Der Name Kaisertrutz geht darauf zurück, dass hier die Schweden im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) dem angreifenden kaiserlichen Heer widerstanden ("trutzten").
KaisertrutzBevor um 1850 die Hauptwache der Garnison einzog (sie befand sich bis 1931 hier), hatte man den vorher hölzernen Wehrgang massiv in Stein ausgebaut, den Turm aufgestockt und die Säulenhalle mit den zwei Ecktürmen angefügt.
Ab 1932 waren einige Abteilungen der Städtischen Kunstsammlungen im Kaisertrutz eingerichtet. Nachdem diese ihr Hauptgebäude, die Ruhmeshalle, durch die deutsch-polnische Grenzziehung verloren hatten, gelangten alle Sammlungen vorübergehend bis 1949 in den Kaisertrutz. Verblieben sind hier die Gemäldegalerie, die über Werke Oberlausitzer Künstler sowie Meisterwerke deutscher Maler des 19./20. Jahrhunderts wie Carl Spitzweg, Lovis Corinth und Max Slevogt verfügt, und eine Ausstellung zur Stadtgeschichte u.a. mit Messgewändern aus dem 15. Jahrhundert, Oberlausitzer Schnitzaltären aus der Zeit um 1420 und Zunftgegenständen aus dem 16. bis 19. Jahrhundert.

Reichenbacher TurmDer Reichenbacher Turm, einer der schönsten deutschen Stadttürme, war bis 1448 durch zwei hohe Wehrmauern mit dem Kaisertrutz verbunden. Im unteren vierkantigen Teil geht er bis auf die Zeit vor 1376, dem Jahr seiner Ersterwähnung, zurück. Der zylindrische Oberteil mit dem herauskragenden Wehrgang entstand in den Jahren 1484/85, der spätgotische Spitzhelm wurde im Jahr 1782 durch eine barocke Kupferhaube ersetzt. Bei einer Sanierung im Jahr 1936 wurden acht Stahlanker eingezogen, die man mit 12 Wappen verkleidete.

Seit 1953 nutzen die Städtischen Kunstsammlungen die Turmräume für Ausstellungen. Als Aussichtsturm bietet das Gebäude einen herrlichen Blick über die Stadt und ihr Umland.
Reichenbacher Turm und KaisertrutzAm Reichenbacher Turm sind 12 Wappen zu sehen: in der oberen Reihe die Wappen der in der Görlitzer Geschichte wechselnden Landesherrschaften (Deutsches Reich, Mark Meißen, Brandenburg, Kursachsen, Preußen und Schlesien; das böhmische Wappen fehlt allerdings), in der unteren Reihe die Wappen der Mitglieder des Oberlausitzer Sechsstädtebundes (Bautzen, Görlitz, Zittau, Löbau, Kamenz und Lauban).

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