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Stadt Görlitz: Neißstraße, Ochsenbastei

Vom Untermarkt führen zwei historische Straßen nach Osten zum Fluss Neiße: im Norden die zur Peterskirche verlaufende Peterstraße und im Süden die zur Altstadtbrücke führende Neißstraße. In diesem ältesten Stadtgebiet von Görlitz künden die seit 1990 restaurierten prächtigen Bürgerhausfassaden vom Wohlstand des einstigen Stadtbürgertums.

Bis zum 19. Jahrhundert war die enge und recht steil zur Altstadtbrücke abfallende Neißstraße die Hauptverkehrsader des durch Görlitz verlaufenden Ost-West-Handels.

Museum an der NeißstraßeAm Beginn der Neißstraße vom Untermarkt her steht das palaisartige barocke Wohn- und Handelshaus Neißstraße 30. Es dient den Städtischen Sammlungen für Geschichte und Kultur als Museumsgebäude des Kulturhistorischen Museums mit Ausstellungen zu Kunst und Kunsthandwerk des 16. bis 20. Jahrhunderts, zu Jakob Böhme, zu Johannes Wüsten, zur Oberlausitzischen Gesellschaft der Wissenschaften, zum Physikalischen Kabinett und zum Grafischen Kabinett
Portal des Museums an der NeißstraßePortal des Museums an der Neißstraße
Das zwischen 1727 und 1729 von Ratsbaumeister Samuel Suckert nach Plänen des sächsischen Oberlandbaumeisters Johann Friedrich Karcher für den Kaufmann (Damast- und Leinwandgroßhändler) Johann Christian Ameis errichtete Gebäude, eine unregelmäßige Vierflügelanlage, ist mit Kolossalpilastern, einem prächtigen Rundbogenportal, Hofloggien, gewölbten Räumen im Erdgeschoss und Stuckdecken in den Wohnräumen ausgestattet.

Von 1807 bis 1950 war das Haus Sitz der im Jahr 1779 gegründeten Oberlausitzischen Gesellschaft der Wissenschaften. Im Jahr 1951 zog die Städtische Kunstsammlung ein. Diese übernahm auch die wissenschaftsgeschichtliche Sammlung der Oberlausitzischen Gesellschaft, darunter das Graphische Kabinett mit etwa 36.000 Grafiken, das Physikalische Kabinett vor allem mit elektrischen Apparaten aus der Zeit um 1800, eine Sammlung von Oberlausitzer Volkskunst sowie Objekte aus dem Leben und Werk des Gelehrten Jakob Böhme und aus dem Werk des Görlitzer Malers Johannes Wüsten (1943 in Brandenburg-Görden ermordet).

Die Städtischen Kunstsammlungen, die in die heutigen Städtischen Sammlungen für Geschichte und Kultur einflossen, gingen aus einer Stiftung des Schweidnitzer Rechtsgelehrten Johann Gottlieb Milich aus dem Jahr 1726, dem im Jahr 1873 am Jüdenring gegründeten Museum für Altertum und Kunst und einer Vielzahl kleinerer Stiftungen und Förderungen hervor. Erster Direktor war ab 1902 Ludwig Feyerabend. Im Zweiten Weltkrieg gingen zahlreiche Kunstwerke verloren. Ihr Hauptgebäude, die Oberlausitzer Gedenkhalle (Ruhmeshalle), büßten die Kunstsammlungen durch die deutsch-polnische Grenzziehung nach dem Krieg ein. Zunächst nahm der seit 1932 als Museum genutzte Kaisertrutz die Sammlungen auf. Dort verblieb unter anderem die Gemäldesammlung. Ab 1953 verfügten die Kunstsammlungen auch über Ausstellungsräume im Reichenbacher Turm.

Biblisches HausDas sich an das Museumsgebäude anschließende Biblische Haus, heute von der Oberlausitzischen Bibliothek der Wissenschaften genutzt, ist ein architekturhistorisch bedeutender Renaissancebau aus dem Jahr 1570 mit einem Säulenportal und reichem Bauschmuck. Die figurenreichen Sandstein-Reliefs in den Brüstungsfeldern (wahrscheinlich von der Bildhauerfamilie Kramer geschaffen) stellen biblische Motive (Szenen aus dem Alten und Neuen Testament) dar - in der oberen Reihe das Leben Jesu, in der unteren Reihe den Sündenfall, Abrahams Opfer und Moses beim Empfang der zehn Gebote.
Die Oberlausitzische Bibliothek gehört zu den ältesten und bedeutendsten historischen Bibliotheken Sachsens. Sie umfasst etwa 110.000 Bände, darunter eine im Jahr 1727 als Legat der Schweidnitzer Juristen Johann und Johann Gottlieb Milich nach Görlitz gelangte Privatsammlung sowie Schriften von Jakob Böhme und Walter von Tschirnhaus. Den Schwerpunkt bildet Literatur über die Geschichte und Kultur der Oberlausitz und Niederschlesiens und wissenschaftsgeschichtliche Literatur aus dem 16. bis 19. Jahrhundert. Zur Innenausstattung der Bibliothek gehören fünf mächtige Bogenregale.

Die Oberlausitzische Bibliothek der Wissenschaften gehört heute zusammen mit dem Ratsarchiv und dem Kulturhistorischen Museum Görlitz zu den Städtischen Sammlungen für Geschichte und Kultur.

Fassade des Biblischen Hauses
Brüstungsfelder des Biblischen Hauses

Im unweit gelegenen Gasthof "Brauner Hirsch" (1722) traf sich im 18. Jahrhundert die geistige Elite der Stadt. Hier war auch Johann Wolfgang von Goethe zu Gast.

NeißstraßeNeißstraße

Bilder: Fassaden und Portale an der Neißstraße


NeißstraßeNeißstraße
NeißstraßeNeißstraße
Treppenhaus an der NeißstraßeTreppenhaus an der Neißstraße

Bilder: Blick in zwei historische Treppenhäuser an der Neißstraße


Hof an der Neißstraße 
Auch einige Höfe der Gebäude an der Neißstraße zeigen sich mit sehenswerter Architektur.


Im Gebiet Weberstraße und Handwerk lagen die Wohnzentren der Tuchmacher. Das Haus Handwerk 18 (1726 neugebaut) war deren Zunfthaus. Der Goldene Anker (1540/50, Kränzelstraße 27) zeigt sich im Stil der Frührenaissance. Die Arkadengeschosse an der Rückseite stammen aus der Barockzeit. In einem schönen Hochbarockstil zeigt sich das Haus Handwerk 22 (1717). Sehenswert sind auch dessen Hof und die Stuckdecken der Innenräume.
OchsenbasteiSüdlich der Mündung der Neißstraße in die Uferstraße ist am Neiße-Ufer die zur alten Wehranlage der Stadt gehörende, eindrucksvoll aus der äußeren Stadtmauer vorspringende Ochsenbastei zu sehen (Bild links nach der Sanierung, Bild unten im unsanierten Zustand). Vom Barockgarten, einer Grünanlage im Barock-Stil mit Wasserspielen und Ornamentbeeten zwischen der inneren und der äußeren Stadtmauer, also im einstigen Zwinger der Stadtbefestigung, bietet sich ein schöner Ausblick über die Neiße.

Ochsenbastei

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