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Stadt Görlitz: Nikolaivorstadt, Nikolaiturm, Nikolaikirche, Finstertor, Friedhöfe

Blick von der Peterstraße zum NikolaiturmDer im Jahr 1348 erstmals erwähnte Nikolaiturm, ein runder Turm mit barocker Kupferhaube, gehörte zum ehem. Nikolaitor, dem nördlichen Tor der um 1848/50 abgebrochenen Stadtbefestigung. Görlitzer Heimatfreunde setzten den Turm wieder instand. Der nahebei gelegene Nikolaizwinger ist seit 1954 eine Gartenanlage.


Bild: Nikolaiturm (rechts im Bild), von der Peterstraße durch die Nikolaistraße gesehen


Nordwestlich des Nikolaiturms erstreckt sich die Görlitzer Nikolaivorstadt. Schon die Stadtbilder aus dem 16. Jahrhundert zeigen zahlreiche Fachwerkbauten in diesem Gebiet. Hier standen auch die städtischen Scheunen sowie das Schießhaus und das Schirmhaus der Schützengesellschaft. Das Gebiet um Nikolaikirche und Nikolaifriedhof ist das älteste deutsche Siedlunggebiet von Görlitz, d.h., hier siedelten sich schon vor 1200 die ersten deutschen Siedler und Kaufleute an (im östlichen Altstadtbereich befand sich damals eine viel ältere sorbische Siedlung).

Auf den Grundmauern der um 1100 errichteten (1298 ersterwähnten), mehrmals durch Krieg und Brand zerstörten ersten Görlitzer Kirche, der Parochialkirche St. Nikolai, begann man im Jahr 1452 mit dem Bau der dreischiffigen Nikolaikirche, einer spätgotischen Hallenkirche. Wegen der gleichzeitigen Arbeiten an der Kirche St. Peter und Paul ging der Bau der Nikolaikirche nur schleppend voran. Erst zwischen 1516 und der Kirchweihe im Jahr 1520 konnte Wendel Roskopf d.Ä. den Kirchenbau zu einem vorläufigen Abschluss bringen. Aus jener Zeit stammt das schöne Südportal (unvollendet) mit einem Maßwerk-Baldachin, einem Kreuzigungsrelief und hochwertigen Skulpturen. Schon im Jahr 1545 musste man das instabile schwere Dach wieder abbrechen. Nach Bränden in den Jahren 1642 und 1717 waren weitere Bauarbeiten erforderlich. Die Kirche erhielt dabei eine mit Malerei geschmückte Flachdecke und eine barocke Innenausstattung (Altar von 1720). Der Dachreiter stammt aus dem Jahr 1786. Im Jahr 1925 erfuhr der Kirchenraum den Umbau in einen Gedächnisraum für die Görlitzer Opfer des Ersten Weltkrieges im Stil des Expressionismus (Bauleitung: Martin Elsässer). Dabei wurden zwölf Pfeiler entfernt, Stahlbetonsäulen eingefügt und anstelle der Flachdecke ein neogotisches Gewölbe eingezogen. Heute dient die Kirche als Ausstellungsgebäude.

Auf dem im Jahr 1310 erstmals erwähnten, nördlich der Nikolaikirche gelegenen Nikolaifriedhof blieben wertvolle barocke und klassizistische Grüfte und Grabdenkmäler erhalten. Auch das Grab des Görlitzer Schuhmachers und berühmten Gelehrten (Theosophen) Jacob Böhme (1575-1624) befindet sich hier.

FinstertorAn der Mauer des Nikolaifriedhofes ist das Finstertor mit seiner spitzbogigen Durchfahrt zu sehen. Daneben befindet sich das Haus des Scharfrichters (1666/67, nach dem Stadtbrand von 1717 unverändert wieder hergestellt) mit massivem Erdgeschoss und Andreaskreuzen in der Brüstung (diese Hausgestaltung ist in Görlitz seit 1575 bekannt). Wegen des geächteten Berufes seines Bewohners befand es sich außerhalb der einstigen Stadtmauer. Als einzig verbliebenes Fachwerkhaus der Görlitzer Altstadt und eines von wenigen erhalten gebliebenen städtischen Fachwerkhäusern der Oberlausitz besitzt es einen besonderen Wert.
Der im Jahr 1847 eingeweihte Alte Städtische Friedhof zeigt sich heute als Landschaftspark, umgeben von einer Mauer mit Erbbegräbnissen. Hier sind die Grabstätten der Görlitzer Oberbürgermeister und weiterer bedeutender Persönlichkeiten der Stadt zu finden, ebenso das Grab von Minna Herzlieb, einer Freundin von Johann Wolfgang von Goethe.

Das Krematorium (1912/13) auf dem Neuen Städtischen Friedhof zeigt sich in moderner Gestalt. Nahebei befinden sich ein Soldatenfriedhof und die Grabstätten ausländischer Zwangsarbeiter aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges.

Auf dem Jüdischen Friedhof (1850) an der Biesnitzer Straße sind unter anderem Gräber wohlhabender jüdischer Kaufmannsfamilien der Stadt Görlitz zu finden. Seit 1951 befindet sich hier ein Mahnmal für die Opfer des Konzentrationslagers Biesnitzer Grund.

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