Dresden und Sachsen Startseite | Inhaltsverzeichnis
Landkarte | Einführung
Geschichte | Dresden | Umland
Oberlausitz | Literatur | Glossar
Register | Links | Impressum

  Oberlausitz

Übersicht | Einführung | Geschichte | Naturausstattung | Bautzen & Umgebung | Görlitz & Umgebung | Zittau & Umgebung | Löbau & Umgebung | Kamenz & Umgebung | Hoyerswerda & Umgebung | Bad Muskau | Links
Görlitz & Umgebung:   Übersicht | Stadtplan | Frühere Geschichte | Neuere Geschichte | Untermarkt | Rathaus | Peterstraße | Peterskirche | Waidhaus | Neißstraße | Brüderstraße | Obermarkt | Dreifaltigkeitskirche | Kaisertrutz | Demianiplatz | Marienplatz | Frauenkirche | Postplatz | Berliner Straße | Elisabethstraße | Struvestraße | Stadtpark | Nikolaivorstadt | Heiliges Grab | Stadtbereiche | Landeskrone | Umland

Stadt Görlitz: Kirche St. Peter und Paul (Peterskirche)

Peterskirche und Waidhaus

Bild: Peterskirche und Waidhaus - Blick von der Alt­stadt­brücke nach Westen über die Neiße; Reste der Stadtmauer mit dem Wichhaus (1539) vor dem Chor der Peterskirche


Die als Wahrzeichen der Stadt auf einer Felskuppe hoch über der Neiße stehende, das Görlitzer Stadtbild prägende fünfschiffige Pfarrkirche St. Peter und Paul (1423-1497, Hans Knoblauch, Hans Baumgarten) ist eine der größten spätgotischen Hallenkirchen im östlichen Deutschland (72 m lang, 39 m breit, Gewölbehöhe ca. 24 m, kupfergedecktes Hochdach). Vom spätromanischen Vorgängerbau, einer Basilika aus der Zeit um 1230, stammt der Westteil mit dem Brautportal und den beiden Achtecktürmen. Ihre Betonaufbauten und neogotischen Helme erhielten die 84 m hohen Türme erst zwischen 1889 und 1891. Zwischen 1978 und 1992 erfuhr die Kirche eine umfassende Restaurierung, bei der auch der Innenraum mit dem Orgelprospekt wiederhergestellt wurde.

Türme der Peterskirche

Bilder: Neogotische Helme der beiden Kirchtürme und Westteil der Peterskirche mit dem Brautportal



Westseite der Peterskirche
Im Jahr 1423 begann östlich der alten Basilika der Bau der großen Hallenkrypta St. Georg als Ersatz für die Burgkapelle (der 1268 in einen Vogtshof umgewandelten Burg). Nach der Einweihung im Jahr 1457 begann der Bau des (dreiapsidialen) Hallenchores. Den ursprünglich nur drei Schiffen der Kirche wurden dann im Norden und im Süden noch je ein verschieden langes Schiff hinzugefügt. Die erste Bauphase endete mit der Kirchweihe im Jahr 1497 nach Fertigstellung des Sterngewölbes der Halle (Werkmeister Conrad Pflüger). Die Schlusssteine des Sterngewölbes wurden unter anderem mit Darstellungen des Leidensweges Christi geschmückt. Später wurde noch die gotische Portalhalle mit doppelter Freitreppe fertiggestellt. Im Renaissance-Stil zeigen sich das Nordportal von 1543 und das Südportal von 1553.

Peterskirche

Bild: Peterskirche, Stadtmauer und Vogtshof im 16./17. Jahrhundert, von Nordosten gesehen (nach einer zeitgenössischen Grafik, verändert); der einst nördlich der Kirche gelegene Vogtshof (1268 anstelle der Görlitzer Burg errichtet) wurde am Anfang des 19. Jahrhunderts überbaut


Hochaltar der Kirche St. Peter und PaulDie mit Netz- und Sterngewölbe sowie prächtiger Wandmalerei geschmückte Hallenkrypta St. Georg gilt als schönster spätgotischer Raum der Oberlausitz. Die Maßwerkfenster des äußeren Nordschiffes ähneln denen des Petridoms in Bautzen.

Gewölbe der Kirche St. Peter und Paul
Die gotische Innenausstattung der Kirche, zu der etwa 30 Altäre gehörten, fiel dem Stadtbrand von 1691 zum Opfer, mit Ausnahme des Gitters der Taufkapelle (1617, Hans Mantler). Die Kirche erhielt dann eine neue Ausstattung im Dresdner Barockstil. Dazu gehören vier protestantische Beichtstühle (der im nördlichen Seitenschiff wurde von Caspar Gottlob von Rodewitz geschaffen), eine Sandsteinkanzel (1693), der Hochaltar (1695, Dresdner Bildhauer George Heermann), der Orgelprospekt (1703, Johann Conrad Büchau) und die Orgel (1703, Eugenio Casparini).

Altar der Kirche St. Peter und PaulFenster der Kirche St. Peter und Paul
Fenster der Kirche St. Peter und Paul
Kanzel der Kirche St. Peter und PaulOrgel der Kirche St. Peter und Paul
Die "Görlitzer Sonnenorgel" (1703) des berühmten italienischen Orgelbauers Eugenio Casparini besitzt 17 "Sonnen", d.h., strahlenförmig um Sonnengesichter herum angeordnete Orgelpfeifen der 12fachen Pedalmixtur, was für den barocken Orgelbau sehr ungewöhnlich ist.

Am 12. Oktober 1997 - zum 500. Jahrestag der Kirchweihe - wurde die von der Schweizer Firma Mathis Orgelbau AG Näfels im restaurierten Orgelprospekt neu gebaute Orgel eingeweiht - zum großen Teil aus Spenden finanziert, die der Freundeskreis Görlitzer Sonnenorgel e.V. eingeworben hatte.

Fluss NeißeAm Fuße des Burgberges - der Felskuppe mit der Peterskirche - führt (am Ort des alten Neiße­über­ganges der mittelalterlichen Handelsstraße) die Altstadtbrücke (1907 errichtet, im Jahr 1945 gesprengt, 2004 als Neubau wiedereröffnet) in die polnische Stadt Zgorzelec hinüber.


Bild: Blick von der Altstadtbrücke nach Norden über die Neiße



nach oben|Impressum