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Aus der Kamenzer Stadtgeschichte

Die erste Erwähnung als oppidum (Stadt) fand Kamenz im Jahr 1225 in den Urkunden des Bischofs von Meißen. Um 1190 hatte Bernhard von Vesta hier mit der Anlage einer Siedlung begonnen. Im Jahr 1214 war diese unter Bernhard II. neu aufgebaut und erweitert worden.

Die am Flussübergang der Hohen Straße (via regia), einer wichtigen Ost-West-Handelsroute, gelegene Stadt entwickelte sich schnell zu einem wirtschaftlichen Zentrum der Westlausitz. Mit Bautzen, Görlitz, Zittau, Löbau und Lauban (heute das polnische Luban) schloss sie sich im Jahr 1346 zum Oberlausitzer Sechsstädtebund zusammen.

Im Jahr 1429, in den Hussitenkriegen (1421-1434), wurde Kamenz wie auch andere Lausitzer Städte erobert und verheert.

Im Jahr 1547 verhängte der Kaiser den Pönfall über den Sechsstädtebund, weil dieser vor der Schlacht bei Mühlberg seine Truppen vorzeitig zurückgezogen hatte. Die Städte verloren ihre Privilegien und mussten hohe Strafgelder entrichten. Dies brachte auch Kamenz den wirtschaftlichen Niedergang.

Im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) erlitt die Stadt herbe Plünderungen und Brandschatzungen. Gleich zu Beginn, im Jahr 1620, hatte sich die bisher zum böhmischen Kronland gehörende Stadt dem Kurfürsten Johann Georg I. von Sachsen unterworfen. Mit dem Prager Friedensschluss von 1635 fiel dann die ganze Oberlausitz an Kursachsen.

Aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts sind mehrere Fälle von Hexenverfolgung bekannt, so im Jahr 1607 das Todesurteil gegen den Kamenzer Henker Peter Babus und im Jahr 1655 gegen Diakon Kaspar Dulichius.

Die Pestepidemie von 1679/80 forderte in Kamenz etwa 1.500 Opfer, was damals einen erheblichen Teil der Einwohnerschaft ausmachte. Der große Stadtbrand von 1707 legte weite Bereiche der Stadt in Schutt und Asche.

Am 22. Januar 1729 wurde der große Dichter der Aufklärung Gotthold Ephraim Lessing in Kamenz geboren.

Nach der Niederlage Napoleons, dessen Verbündeter Sachsen war, fielen Görlitz und Lauban im Jahr 1815 an Preußen, was zum Zerfall des Sechsstädtebundes führte. Die anderen Städte gingen ein Vierstädtebündnis ein, das jedoch nur bis 1868 Bestand hatte.

Kamenz um 1836

Bild: Kamenz im Jahr 1836, von Süden gesehen (Gemälde im Lessingmuseum Kamenz)


Im Jahr 1842 erlitt Kamenz wieder einen großen Stadtbrand.

Die im Jahr 1871 in Betrieb genommene, bei Arnsdorf nahe Radeberg an die Schlesische Eisenbahn (Dresden-Bautzen-Görlitz) angeschlossene Bahnstrecke (heute S-Bahn Dresden-Kamenz) brachte der Stadt einen wirtschaftlichen Aufschwung. Dazu trugen auch neue Maschinenfabriken sowie die Nutzung der bedeutenden Gesteins- und Tonvorkommen im Kamenzer Umland bei.

Kamenzer Bürgerhaus

Bilder: Beispiele Kamenzer Bürgerhäuser


Kamenzer Bürgerhaus
Kamenzer Hauptpost

Bild: Kamenzer Hauptpostamt


Hotel "Stadt Dresden"

Bild: Hotel "Stadt Dresden" in der Kamenzer Innenstadt


Haupteingang der Lessingschule

Bild: Haupteingang des Lessing-Gymnasiums


Im Jahr 1875 wurde Kamenz Sitz einer Amtshauptmannschaft. Noch vor der Jahrhundertwende wuchs im Norden der Stadt eine große Militärkaserne heran, die bis 1990 militärisch genutzt wurde. Den Zweiten Weltkrieg überstand Kamenz glimpflich. Im Jahr 1945 ergab sich die Stadt kampflos der Roten Armee.

Hauptgebäude der Kamenzer Kaserne Wappen am Hauptgebäude der Kamenzer Kaserne

Bilder: Das Wappen über dem Eingang des Hauptgebäudes der Kamenzer Kaserne (heute u.a. Landratsamt) erinnert an die Einweihung dieses großen Militärkomplexes im Jahr 1898, also in der Regierungszeit von König Albert von Sachsen (reg. 1873-1902), für den das "A" im Wappen steht.


Kamenzer Kaserne 1

Bilder: Ansichten der Kamenzer Kaserne, die heute u.a. vom Landratsamt und vom Amtsgericht (roter Backsteinbau im Bild unten) genutzt wird


Kamenzer Kaserne 2
Kamenzer Kaserne 3
Kamenzer Kaserne 4
Seit 1990 erfuhren die Kamenzer Sehenswürdigkeiten eine umfassende Restaurierung. Zur Förderung gemeinsamer Anstrengungen in den Bereichen Kunst und Kultur sowie Sport und Tourismus riefen die Stadtväter von Bautzen, Görlitz, Zittau, Kamenz, Löbau und Lauban im Jahr 1991 einen neuen Sechsstädtebund ins Leben.

Kamenzer Forstfest

Die Tradition des Kamenzer Forstfestes reicht weit zurück. Der Hinweis auf ein "Schülerbüschlein" im Kamenzer Forst aus dem Jahr 1521 dürfte sich bereits auf ein solches Fest beziehen. Als Ursprung kann die Weihe des Marienaltars der früheren Stadtkirche am 24. August 1355 angenommen werden. Dieser Sankt-Bartholomäus-Tag ist bis heute ein katholischer Feiertag. Aus diesem könnte sich dann allmählich ein profanes Stadtfest entwickelt haben.

In der Festwoche sorgen im Naherholungsgebiet "Kamenzer Forst" zahlreiche Schausteller sowie Betreiber von Verkaufsständen und Bierzelten für die Unterhaltung und das leibliche Wohl der Gäste.

Ein Höhepunkt der Festtage ist der am Montag der Bartholomäuswoche stattfindende Umzug von Schülern und Lehrern durch die Stadt. Die Schärpen der weiß gekleideten Schüler zeigen die Kamenzer, Oberlausitzer, sächsischen und nationalen Farben. Den Festzug begleiten Fahnengruppen, Spielmannszüge und Orchester.

Am Mittwochabend findet ein großes Feuerwerk über den Forstwiesen statt. Zum Abschluss der Festwoche am Donnerstag gibt es einen abendlichen Lampion- und Fackelzug durch die festlich erleuchtete Stadt.

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