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Stadt Kamenz: Hauptkirche St. Marien, Klosterkirche, Klostertor, Justkirche

Hauptkirche St. Marien

Die zwischen 1400 und 1480 auf einem Bergsporn hoch über der Schwarzen Elster aus heimischem Granit errichtete Stadtkirche St. Marien, eine vierschiffige spätgotische Hallenkirche, dient seit der Reformation als Evangelische Hauptkirche der Stadt.

Hauptkirche, vom Hutberg gesehen Hauptkirche, vom Hutberg gesehen

Bilder: Hauptkirche, vom Hutberg gesehen (am Horizont das Bautzener Bergland)


Hauptkirche Hauptkirche
Die beiden großen Satteldächer der weithin sichtbaren Hauptkirche überspannen je zwei Schiffe. Die mächtigen Backsteingiebel sind mit Ziegelblenden geschmückt. Den in der Nordwestecke angesetzten 69 m hohen Turm krönt eine spätbarocke Haube.

Hauptkirche und KatechismuskircheIm Inneren der Stadtkirche tragen Achteckpfeiler ohne Kapitelle die verschiedenartig gegliederten Gewölbe. Zu den Sehenswürdigkeiten gehören der um 1500 geschaffene Marienaltar mit Maria im Schrein, ein Meisterwerk der spätgotischen sächsischen Kunst, der Triumphbogen mit Kreuzigungsgruppe von 1475, der Taufstein (ein Granodioritkelch) aus dem 14. Jahrhundert, der kleine Flügelaltar mit dem Brustbild Christi von 1505, drei von Wolfgang Krodel geschaffene Votivgemälde von 1542, die um 1565 vom Kamenzer Maler Andreas Dreßler ausgestaltete hölzerne Kanzel, der Messingleuchter von 1648 und im Nordschiff der von einem Lausitzer Meister im Jahr 1498 geschaffene Michaelisaltar. Der schreinartige Reliquienbehälter dürfte bereits im 14. Jahrhundert entstanden sein.

Bild: Vor der Kirche ist die zur ehemaligen Kamenzer Wehrmauer gehörende Katechismuskirche zu sehen, das älteste erhaltene Bauwerk der Stadt.


Eingang des Friedhof- und Kirchgeländes der Hauptkirche

Bild: Eingang des Friedhof- und Kirchgeländes der Hauptkirche


Grabdenkmal an der Hauptkirche 
Auf dem Friedhof der Hauptkirche sind zahlreiche wertvolle historische Grabmäler zu besichtigen. Zu den großartigen Epitaphien gehören auch die im Vorraum der Kirche aufgestellten Gedenktafeln für die Eltern und einen Großvater Lessings.
Friedhof der Hauptkirche
Grabmale auf dem Friedhof der Hauptkirche 1
Grabmale auf dem Friedhof der Hauptkirche 2
Grabmale auf dem Friedhof der Hauptkirche 3
Stadtkirche St.Marien

Bild: Stadtkirche St. Marien, von dem hinter dem Barmherzigkeitsstift beginnenden Anstieg zum Hutberg gesehen


Klosterkirche • Klostertor

Klosterkirche Kamenz 1Die Klosterkirche "St.Annen" ist eine dreischiffige spätgotische Hallenkirche mit einem monumentalen Backsteingiebel mit Ziegelblenden, einem einschiffigen Chor und einem Netzgewölbe. Sie wurde ab 1493 zusammen mit anderen (nicht mehr bestehenden) Gebäuden des Kamenzer Franziskanerklosters errichtet.

Klosterkirche Kamenz 2
Nachdem in den anderen Oberlausitzer Städten (Bautzen, Görlitz, Zittau, Löbau und Lauban) schon früher Franziskanerklöster entstanden waren, beantragte das Franziskaner-Kapitel zu Bechingen (Böhmen) im Jahr 1490 beim Landesherren der Oberlausitz, König Wladislaw von Böhmen, den Bau einer solchen Einrichtung auch in Kamenz, doch erst nach Mahnungen, Bannandrohungen und der Zusage von Privilegien (Wochenmarkt u.a.) durch den König gab der Kamenzer Stadtrat schließlich 1493 die Einwilligung für den Klosterbau. Der Oberlausitzer Landvogt (Statthalter des Königs) Sigismud von Wartenberg legte in jenem Jahr den Grundstein für Kloster und Kirche - aus Platzmangel außerhalb der damaligen Stadtmauern. Im Jahr 1499 wurde die (noch unfertige) Klosterkirche geweiht. Die Klostergebäude waren um 1508 fertiggestellt, die Kirche schließlich im Jahr 1512, als die Reliquien der hl. Anna aus Prag nach Kamenz gelangten.

Nach der Reformation (ab 1521 in der Oberlausitz) nahm die Anzahl der im Kloster lebenden Mönche immer mehr ab. Zu einem der letzten gehörte der Heilkundler und Alchimist Matthäus Rudolph, der sagenumwobene "kluge Mönch". Ab 1565, dem Jahr der Säkularisierung (Aufhebung) des Klosters, nutzte die evangelisch-sorbische Gemeinde die Kirche für Gottesdienste. Die anderen Klosterbauten dienten der Stadt ab 1570 unter anderem als Schulgebäude. Der Stadtbrand von 1707 ließ von der Klosteranlage im wesentlichen nur die etwas mehr abseits der Stadt stehende Kirche heil. Diese überstand auch den Stadtbrand von 1842 bis auf einige Schäden im Dachstuhl weitgehend unversehrt. Der daraufhin neugebaute Dachreiter mit Glocke beruht auf Entwürfen von Gottfried Semper. Der Schaugiebel (Westgiebel) erhielt ein großes Fenster. Im Kircheninneren beließ man von der alten Ausstattung im wesentlichen nur den Annenaltar (die Bilder, Grabsteine und anderen Altäre kehrten erst zwischen 1911 und 1928 in die Klosterkirche zurück). Die benachbarte Klosterruine musste dem neuen Schulgebäude weichen.

Klosterkirche Kamenz 3Zu den Sehenswürdigkeiten der nach der hl. Anna, der Schutzheiligen der Armen, der Brautleute, der Zünfte und der Bergleute benannten Klosterkirche gehören mehrere wertvolle Altäre: Der Annenaltar (1512-1525) zeigt die hl. Familie, der Marienaltar (1510) Maria, Wolfgang und Ottilie, der Heilandsaltar (1513) Christus, Franziskus und Bernhard und der Franziskusaltar (um 1520) die Stigmatisation des hl. Franziskus. Der Sippenaltar (um 1515) ist der hl. Sippe gewidmet. Die spätgotischen Schnitzaltäre gehören zu den wert­vollsten der Lausitz.

Heute finden in der Klosterkirche auch Konzerte und Ausstellungen statt.
Mende-Orgel der Klosterkirche Kamenz

Bild: Mende-Orgel in der Klosterkirche


KlostertorDas Klostertor entstand im Jahr 1518. Die Franziskanermönche hatten hier nach dem Bau ihres Klosters einen neuen Durchgang zur Stadt geschaffen. Der barock anmutende Balkon kam erst 1770 hinzu.



Grabplatte "Mönch"

Bild: Die "Mönch" genannte reliefartige Grabplatte zeigt einen Mann in der Ratsher­rentracht des 16. Jahrhun­derts - wahrscheinlich Hans Wagner, den Oberältesten der Schuhmacherinnung, welche den Annenaltar der Kloster­kirche gestiftet hatte.


Justkirche

JustkircheIm Westen der Stadt steht an der Königsbrücker Straße, einer schon im Mittelalter bedeutenden Handelsstraße (Hohe Straße, Via Regia), die hier die Kamenzer Innenstadt erreicht, die im Jahr 1377 als Begräbniskirche errichtete einschiffige gotische Just­kirche. Im Chor blieben Wandmalereien aus der Zeit um 1380 erhalten. Dieser im Jahr 1937 freigelegte Gemäldezyklus gehört zu den wertvollsten historischen Wandmalereien Sachsens. Er stellt das Leben Christi, die klugen und die törichten Jungfrauen sowie verschiedene Engel dar. Der um 1500 geschaffene spätgotische Flügelaltar zeigt im Schrein die Marienkrönung.

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