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Zittauer Gebirge: Ort und Burg Oybin, Kloster und Klosterkirche Oybin

Der historisch bedeutendste Ort im Zittauer Gebirge ist der in einer reizvollen Berglandschaft gelegene Berg Oybin. Hoch über der gleichnamigen Siedlung, auf einem kegelförmigen Sandsteinfelsen (513 m ü. NN), befinden sich die Ruinen von Burg und Kloster Oybin. Erhalten blieben Reste der hochgotischen Klosterkirche, der Burg (Bergfried, Rittersaal, unterer und oberer Torturm von 1311) und des Kaiserhauses auf etwa 4 ha Fläche. Schon die Künstler der Romantik des 19. Jahrhunderts wie Carl Gustav Carus ("Friedhof auf dem Oybin"), Caspar David Friedrich ("Kirchenruine Oybin") und Ludwig Richter schätzten die malerischen Ruinen als Motiv.

Die ältesten Siedlungsspuren auf dem Oybin stammen aus der Zeit um 900 v.Chr. Im Jahr 1258 findet eine Geleitsburg auf dem Oybin Erwähnung - ein Raubritternest, das im Jahr 1291 zerstört wurde. Zwischen 1311 und 1316 ließ Heinrich von Leipa hier eine neue Burg aufbauen. Kaiser Karl IV. (1316-1378, ab 1346 deutscher König, ab 1347 auch König von Böhmen, ab 1355 römisch-deutscher Kaiser) erwarb die Burg im Jahr 1346 und übergab sie der Stadt Zittau zur Verwaltung. Im Jahr 1364 wurde auf Geheiß des Kaisers das Kaiserhaus am nördlichen Felshang errichtet. Zwischen 1365 und 1384 (dem Jahr der Vollendung des Klosterkirchenbaus) entstand neben der Burg ein Cölestiner-Kloster. Diese von Schülern des Prager Baumeisters Peter Parler aus heimischem Sandstein errichtete Anlage zählt zu den bedeutendsten und bekanntesten Klöstern jener Zeit. (Der im Jahr 1264 vom Mönch Peter von Morrone, der fünf Monate lang als Papst Cölestin V. regierte, gegründete Orden der Cölestiner besaß bis zu 200 Klöster in Europa.)

Zittauer Gebirge - Berg Oybin
Bild: Berg Oybin über dem gleichnamigen Ort
Zittauer Gebirge - Kirche Oybin und Gaststätte Burgkeller vor dem Berg Oybin
Im Kurort Oybin (393 m ü. NN, ca. 1.200 Ein­woh­ner), der seit 1842 Sommergäste beherbergt, sind alte Giebelhäuser sowie Umgebindehäuser mit Schieferdächern, holzverkleideten Giebeln und verzierten Türstöcken aus dem 18. Jahrhundert zu sehen. Auch der historische "Burgkeller" (1560) ist eine Besichtigung wert.



Bild: Kirche Oybin und Gaststätte "Burgkeller" vor dem Berg Oybin, auf dem der Turm der Klosterkirche zu sehen ist
Zittauer Gebirge - Kirche Oybin
Malerisch am Fuße des Oybins, am Aufstieg zur Burg, steht die Kirche Oybin, eine schlichte barocke Bergkirche (1709, 1732-1734 erweitert). Zu ihrer prächtigen Innenausstattung gehören ein Altartisch von 1712, ein Kanzelaltar von 1773 und die wie Marmor wirkende Ausmalung.


Bild: Kirche Oybin am Aufstieg zur Burg
Zittauer Gebirge - Altar der Kirche Oybin
Bild: Blick auf den Altar der Kirche Oybin
Zittauer Gebirge - Orgelempore der Kirche Oybin
Bild: Blick auf die Orgelempore der Kirche Oybin
Zittauer Gebirge - Beginn der Ritterschlucht Oybin
Bild: Beginn des Aufstiegs zur Burg Oybin durch die Ritterschlucht
Zittauer Gebirge - Aufstieg durch die Ritterschlucht Oybin Bild: Aufstieg zur Burg Oybin durch die Ritterschlucht

Zittauer Gebirge - Burg Oybin
Bild: Blick vom Aufgangsweg hoch zur Burg Oybin
Zittauer Gebirge - 2. Burgtor der Burg Oybin
Bild: Burgtor der Burg Oybin

Zittauer Gebirge - Kassenhaus der Burg Oybin
Bild: Kassenhaus in der Ruine des ehem. Gesin­dehauses der Burg Oybin
Zittauer Gebirge - Burg Oybin
Bild: Blick auf die Burg Oybin vom Turm der Klosterkirche
Zittauer Gebirge - Gänge durch die Burg Oybin
Bild: Gänge durch die Burg Oybin

Bild: Hof der Burg Oybin


Zittauer Gebirge - Hof der Burg Oybin
Zittauer Gebirge - Aussicht von der Burg Oybin auf die Zufahrtsstraße
Bild: Aussicht von der Burg Oybin auf die Zufahrtsstraße und Schmalspurbahnstrecke zum Ort Oybin
Zittauer Gebirge - Aussicht von der Burg Oybin auf die Bergbaude
Bild: Aussicht von der Burg Oybin auf die Bergbaude
Zittauer Gebirge - Bergbaude Oybin
Bild: Bergbaude auf dem Oybin
Das frühgotische Kloster Oybin ist ein Werk der böhmischen Architektur. Der Grundriss der Klosterkirche entspricht dem der Prager Apollonariskirche. Allerdings mussten die Baumeister die Kirche in die sich auftürmenden Felsmassen des Oybin einpassen. Das einschiffige Langhaus (22,50 m hoch, 15,40 m lang, 10,75 m breit) besitzt nur einen einzigen Zugang durch das Westportal. Der an der Felswand entlang laufende Kreuzgang zeigt sich in einer für Kirchen ungewöhnlichen Anordnung. Vor der Südseite der Kirche kam zwischen 1512 und 1515 ein tief in das Gestein gehauener 30 m langer Umgang hinzu.

Nach der Reformation wurde das Kloster Oybin bis 1546 aufgelöst (säkularisiert). Über den Verbleib der kostbaren Innenausstattung ist wenig bekannt. Die Bibliothek gelangte in die Prager Karls-Universität, die Orgel nach Löbau, ein Altar mit geschnitzten Skulpturen in die böhmische Kirche Cvikov. Der Kaiser verkaufte den Oybin im Jahr 1574 für 91.000 Taler an die Stadt Zittau. Im Jahr 1577 zerstörte ein durch Blitzschlag ausgelöster Brand Teile der Kloster- und Burganlage. Auch das Gewölbe der Klosterkirche stürzte ein. Weitere Schäden am Kloster entstanden durch einen Felssturz im Jahr 1681. Burg und Kirche verfielen allmählich. Im Jahr 1707 brach wiederum ein Feuer aus. Erst nach 1829 wurde der Berg für Besucher zugänglich gemacht. Das Museum "Burg und Klosteranlage Oybin" besteht seit 1879. Auf dem herrlich gelegenen Bergfriedhof sind wertvolle Grabsteine aus der Zeit vom 16. Jahrhundert bis zur Gegenwart zu besichtigen. Der Ringweg führt zu den schönsten Aussichtspunkten des Bergplateaus.

Zittauer Gebirge - Eingangsbereich der Klosterkirche Oybin
Bild: Eingangsbereich (Westportal) der Klosterkirche Oybin
Zittauer Gebirge - Ansicht der Klosterkirche Oybin aus dem Bergfriedhof
Bild: Nordseite der Klosterkirche Oybin, vom Bergfriedhof gesehen
Zittauer Gebirge - Innenansicht der Klosterkirche Oybin
Bild: Innenansicht der Klosterkirche Oybin



Zittauer Gebirge - Chor der Klosterkirche Oybin
Bild: Chor der Klosterkirche Oybin
Zittauer Gebirge - Außengang an der Klosterkirche Oybin
Bild: Zum Bergfriedhof führender Gang an der Nordseite der Klosterkirche Oybin

Zittauer Gebirge - Umgang durch die Felsenschlucht an der Klosterkirche Oybin
Bild: Gang durch die in den Jahren 1512 bis 1515 in den Sandstein gehauene 30 m lange, tiefe Felsenschlucht vor der Südseite der Klosterkirche Oybin
Zittauer Gebirge - Bergfriedhof an der Klosterkirche Oybin
Bilder: Bergfriedhof an der Klosterkirche Oybin

Zittauer Gebirge - Umgang um den Berg Oybin
Bild: Umgang um den Berg Oybin

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