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Stadt Zittau: Johanniskirche, Dornspachhaus, Altes Gymnasium

Johanniskirche

Westseite der JohanniskircheNordwestlich des Marktplatzes überragen die beiden unterschiedlichen Türme der Johanniskirche die Dächer der Bürgerhäuser. Diese Kirche gehört zu den bedeutendsten klassizistischen Sakralbauten Sachsens.

Der nach 1491 aus einer Basilika (die Hauptpfarrkirche St. Johannis, wahrscheinlich eine Johannitergründung, fand schon im Jahr 1291 ihre urkundliche Ersterwähnung) in eine gotische Hallenkirche umgebaute Vorgängerbau brannte im Kriegsjahr 1757 ab. Im Jahr 1768 begann unter der Leitung von Andreas Hünigen der (sehr schleppend verlaufende) Wiederaufbau. Zwischen 1834 und 1837 stellte Carl August Schramm den Bau nach Plänen von Karl Friedrich Schinkel fertig.


Bild: Johanniskirche, von Westen aus der Inneren Weberstraße gesehen


Westseite der JohanniskircheDer Nordturm der breiten, hoch aufstrebenden Westfassade der Kirche erhielt die frühere Gestalt von 1709 zurück, der Südturm dagegen eine schlichte klassizistische Form mit Plattform und Türmerhaus. Dieser 60 m hohe Turm (266 Stufen) bietet einen herrlichen Rundblick über das Zittauer Becken bis zum Zittauer Gebirge im Süden und das Isergebirge im Osten. Das kunstvolle, im Renaissancestil gestaltete schmiedeeiserne Gitter (1658, Hans Fiedler) der Plattform befand sich einst vor dem Altar der früheren Johanniskirche.


Bild: Johanniskirche, vom Westende des Marktplatzes gesehen


Altar der JohanniskircheZu der architekturhistorisch sehr bedeutenden, streng klassizistischen Innenausstattung gehören mächtige Arkadenbögen, eine halbrunde Treppe vor dem Altar, eine Halbkreisnische über dem Altar und eine eindrucksvolle Kassettendecke.


Bild: Altar der Johanniskirche, davor eine halbrunde Treppe, darüber eine Halbkreisnische


Kassettendecke der Johanniskirche

Bild: Kassettendecke des Mittelschiffs der Johanniskirche


Grabmale an der Johanniskirche

Bild: Grabdenkmäler des (nicht mehr bestehenden) Friedhofes der Johanniskirche, nördlich der Kirche an der ehemaligen Friedhofsmauer aufgestellt



Dornspachhaus, Altes Gymnasium

DornspachhausDas an der Johanniskirche/Ecke Bautzner Straße (am Zugang zum ehemaligen Johannis­friedhof) stehende, mit Erker und schönem Arkadenhof (Säulenumgang, Loggien) geschmückte Dornspachhaus hatte sich der Zittauer Bürger­meister Nikolaus von Dorn­spach im Jahr 1553 errichten lassen (er wohnte bis zu seinem Tode im Jahr 1580 hier). Das Portal und der Giebel dieses Renaissancegebäudes stammen aus dem 17. Jahrhundert.


Bild: Dornspachhaus (1553, Renaissance), am Beginn der Bautzner Straße nahe der Johanniskirche stehend


Nördlich der Johanniskirche (an der Nordseite des ehemaligen Friedhofes, wo sich einst der Johanniter-Kreuzhof befand) steht das Alte Gymnasium - eines der ersten deutschen Gymnasien. Es entstand nach 1571 (eingeweiht um 1586). In seiner heutigen Gestalt zeigt sich dieses zweigeschossige Gebäude mit drei Zwerchhäusern (Volutengiebeln) und dem rustikalen Rundbogenportal mit hohem, herausmodelliertem Schlussstein seit 1602.

Altes Gymnasium

Bild: Altes Gymnasium (nach 1571, eines der ersten deutschen Gymnasien), am Johannisplatz nördlich der Johanniskirche stehend


Portal am Alten Gymnasium

Bild: Portal am Alten Gymnasium (Durchgang zum Klosterplatz)


Vor dem Gebäude ist das aus der Johanniskirche an diesen Ort versetzte Grabmal des Zittauer Bürgermeisters Nikolaus von Dornspach (der Grabstein zeigt ihn in aufrechter Haltung) zu sehen, in dessen Amtszeit und mit dessen Stiftung das Alte Gymnasium errichtet wurde. Das Dornspachhaus und das Alte Gymnasium gehören zu den wenigen aus der Zeit der Renaissance verbliebenen Profanbauten Zittaus.

Johanniskirche und Altes Gymnasium, von Norden gesehenIm Alten Gymnasium war der bekannte Pädagoge und Literat Christian Friedrich Weise (1642-1708) 30 Jahre lang als Rektor tätig. Viele seiner etwa 50, z.B. auch von Lessing geschätzten Theaterstücke (darunter Schulkomödien sowie Stücke in oberlausitzer oder nordböhmischer Mundart) ließ er von seinen Gymnasiasten im Bürgersaal aufführen. Dies machte ihn auch zum Förderer des Zittauer Theaters.




Bild: Johanniskirche und Rückseite des Alten Gymnasiums, vom Klosterplatz gesehen


Johanniskirche, vom Klosterplatz gesehen

Bild: Johanniskirche, vom Klosterplatz gesehen

Das nebenstehende Bild zeigt auch die vom Markt­platz kommende Johan­nisstraße. Hier trägt Haus Nr. 8 unter anderem toskanische Pilaster, das Wappen der Familie Anders und eine Inschrift von 1610. Haus Nr. 15 besitzt ein Rundbogentor von 1670 mit einer barocken Tür von 1720.

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