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Stadt Zittau - Klosterplatz: Kirche St. Petri & Paul (Petrikirche, Klosterkirche), Heffterbau, Brunnen "Grüner Born"

Petrikirche (Klosterkirche)

Ostseite der KlosterkircheAn der Nordseite des zwischen Marktplatz und nördlichem Stadtring gelegenen Klosterplatzes erhebt sich die Kirche St. Petri und Paul (Petri-Pauli-Kirche), die ehemalige Klosterkirche des Franziskaner­klosters. Der an die Südseite des Chores angesetzte 70 m hohe, sehr schlanke, unten quadratische (um 1480), oben achteckige Turm (1758, Stadtbaumeister Andreas Hünigen) mit geschweifter Haube und Laterne bestimmt - neben den Türmen der Johanniskirche - das Zittauer Stadtbild.

Die Sakristei mit Kreuzrippengewölbe entstand bereits in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts (Chor und Hauptaltar um 1290) als Nikolaus-Kapelle. Eine erste Nikolaus-Kapelle wird bereits im Jahr 1109 erwähnt (St. Nikolaus ist der Schutzpatron der Kaufleute). Ein recht niedriger, erst 1659 durchgebrochener Triumpfbogen bildet den Durchgang zwischen Schiff und Sakristei.


Bild: Ostseite der Kirche St. Petri und Paul (ehem. Klosterkirche des Franziskanerklosters)


Die wie der untere, quadratische Turmabschnitt aus der Zeit um 1480 stammende spätgotische zweischiffige, fünfjochige (gegen die Chorachse etwas nach Süden verschobene) Halle mit Kreuzrippengewölbe auf mächtigen Pfeilern (verputztes Backsteinmauerwerk) wurde zwischen 1658 und 1662 vom Bautzner Architekten Martin Pötzsch im Stil des Barock umgebaut (von der älteren Ausstattung blieb nur wenig erhalten, darunter Kirchengestühl aus dem 15. Jahrhundert). Seitdem dient das Gotteshaus als zweite Stadtpfarrkirche.

Südseite der KlosterkircheBis zum 18. Jahrhundert erhielt die Kirche St. Petri und Paul noch einige Anbauten. Im Jahr 1881 erfuhr sie eine umfassende Sanierung.

Bilder: Klosterplatzseite (Südseite) der Petrikirche und Denkmal (Roland) für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges an der Klosterkirche (Klosterplatzseite)


Kriegerdenkmal Roland an der Klosterkirche
Klosterkirche, vom Johanniskirchturm gesehen

Bild: Klosterkirche und Klosterplatz, vom Johanniskirchturm gesehen (im Hintergrund Braunkohle-Tagebaue auf polnischem Gebiet und Kohlekraftwerk)


Südseite der Klosterkirche

Bild: Anbauten im Barockstil an der Klosterplatzseite (Südseite) der Petri-Pauli-Kirche (Klosterkirche)


Eingangsbereich der Klosterkirche

Bild: Vorraum des Einganges der Klosterkirche


Altar der KlosterkircheZu den (früh)barocken Teilen der Innenausstattung gehören die Emporen (1660, Martin Pötzsch) im Schiff und im Chor, der Altar und die Kanzel (1668, Georg Bahns, Hans Bubenik) und die Noacksche Betstube (1696), eine von mehreren barocken Betstuben wohlhabender Bürger. Am Altaraufbau sind die überlebensgroßen Figuren der Kirchenpatrone zu sehen. Die mit reichem Schnitzwerk geschmückte Kanzel trägt am Kanzelkorb Figuren, die Christus und die vier Evangelisten darstellen.




Bild: Altar der Kirche St. Petri und Paul (Klosterkirche)


Barocke Wandepitaphien im Altarraum der Klosterkirche

Bild: Barocke Wandepitaphien im Altarraum der Kirche St. Petri und Paul


Kanzel und Orgel der Klosterkirche

Bilder: Kanzel und Orgel der Kirche St. Petri und Paul (ehem. Klosterkirche des Franziskanerklosters)


Kanzel der KlosterkircheVon dem im Jahr 1268 gegründeten Franziskaner­kloster blieben einige architekturhistorisch sehr wertvolle Bau­teile erhalten. Das Kloster war im Jahr 1522 aufgelöst (säkularisiert) worden, nachdem sich die Zittauer Bürger schon im Jahr 1521, mit als erste in Sachsen und Deutschland, für die Reformation einge­setzt hatten. Viele der Mönche blieben hier noch wohnen, der letzte starb im Jahr 1554. In der ehem. Klosterkirche fanden ab 1598 evangelische Gottes­dienste statt. Ab 1675 ließen sich reiche Bürgerfamilien Grufthäuser mit prächtigen Steinmetz- und Kunst­schmiedearbeiten auf dem ehem. Klosterhof anlegen.

Heffterbau, Brunnen "Grüner Born"

Im Ostflügel des ehemaligen Klosters blieben Reste des Kreuzganges mit Kreuzrippengewölbe, zwei Räume vom Ende des 14. Jahrhunderts mit Stern­gewölbe (von einer Mittelsäule zweigen backsteingemauerte Rippen ab) und im Obergeschoss einige Mönchszellen beiderseits eines hohen Mittelganges erhalten.

Heffter-BauDer Heffter-Bau genannte West­flügel ist dagegen ein Neubau von Martin Pötzsch aus dem Jahr 1662. Er wurde im Auftrag des Bürger­meisters Heinrich von Heffter auf den Grundmauern des alten Klosterspeise­saales errichtet. Dieses zu den weni­gen verbliebenen Renaissancebauten Zittaus gehörende Gebäude trägt an der Nordseite einen reich geglieder­ten, obeliskenverzierten Volutengiebel und an der Westseite einen Treppen­turm mit welscher Haube.

Bild: Heffter-Bau (1662) im Nordwesten der Petri-Pauli-Kirche (Klosterkirche), von der Pfarrstraße gesehen


Im Erdgeschoss des Heffter-Baus, dem ehem. Refektorium, sind noch Reste von Wandmalereien aus gotischer Zeit vorhanden. Ab 1699 wurde das Gebäude als Exulantenkirche genutzt. Im zweiten Obergeschoss war dann ab 1709 die Ratsbibliothek eingerichtet. Im Bibliothekssaal ist das mit barocken Stuckornamenten geschmückte Deckengemälde "Pandora vor den olympischen Göttern" von Nikolaus Prescher sehenswert.

Seit 1928 nutzt das Zittauer Stadtmuseum das ehemalige Franziskanerkloster für seine Ausstellungen. Zu den Grundsteinen des Museums gehört die bedeutende Teschecksche Altertumssammlung (1854). Das Stadtmuseum präsentiert Objekte der bildenden Kunst, der Numismatik und des Kunsthandwerks (u.a. Zittauer Keramiken und Fayencen) aus verschiedenen Epochen, Zeugnisse der mittelalterlichen Gerichtsbarkeit, eine Waffensammlung sowie ein ausgezeichnetes Stadtmodell. Eine besondere Abteilung, das Dr.-Curt-Heinke-Museum, widmet sich der Mineralogie und Geologie v.a. der südöstlichen Oberlausitz.

Brunnen Grüner BornAn der Klosterstraße, vor dem Eingang zum Stadtmuseum im Ostflügel des ehem. Klosters, steht der Brunnen Grüner Born (1679), der ursprünglich für den Kreuzfriedhof bestimmt war, aber von 1679 bis 1868 an der Ostseite des Marktplatzes stand, bis er im Jahr 1922 an den heutigen Standort gelangte. Das schmiedeeiserne Gitter und die goldene Kugel mit dem kursächsischen Wappen sind Arbeiten des Zittauer Kunstschmieds Michael Fröhlich. Das Wasserbassin kam erst in neuer Zeit hinzu.
Portal an der Klosterkirche Portal westlich der Klosterkirche

Bilder: Portal an der Westseite der Klosterkirche (Bild links) und ein Portal westlich der Klosterkirche


Bildhauerarbeit an der Pfarrstraße

Bild: Halbplastisches Relief an der Pfarrstraße, an die Handelstradition der Stadt Zittau erinnernd



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