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Stadt Zittau: Innere Weberstraße, Weberkirche (Dreifaltigkeitskirche)

Innere Weberstraße, von Osten gesehen

Bild: Blick in die Innere Weberstraße


Zwischen der Johanniskirche im Osten und der Weberkirche im Westen (am Stadtring) verläuft die Innere Weberstraße, an der einst die wohlhabendsten Zittauer Kaufherren lebten. Die am Webertor der Stadtmauer ankommende Fernhandelsstraße lief durch diese Straße zum Marktplatz. Einige der prunkvollen Handelshöfe, mehrere davon Durchgangshäuser nach Prager Vorbild, blieben erhalten, z.B. das Priebersche Haus (Nr. 12, 1770, Rokokostil) und das Grätzsche Haus (Nr. 20, 1710-1717, Hochbarock). Hinter den Höfen, an der Hintergasse (heute Lindenstraße), standen die Gebäudeflügel mit Warenlagern und Bedienstetenwohnungen, während sich die Kaufherrenwohnungen in den Obergeschossen der Vorderhäuser befanden - über prächtige große Treppen zugänglich. In die Häuserreihe waren auch mehrere Bierhöfe integriert. Das Privileg des Bierbrauens war - neben dem Tuchhandel - die wichtigste Einnahmequelle des Zittauer Bürgertums.

Grätzsches Haus an der Inneren WeberstraßeDas dreigeschossige Grätzsche Haus (Weberstraße 20) ließ Kaufmann Heinrich Grätz zwischen 1710 und 1717 für seinen Sohn im Stil des Hochbarock errichten. Auffallend ist das breite Korbbogenportal zwischen reich verzierten Pilastern (Bild unten), auf dessen vorspringendem Gesims eine schöne Kartusche zwischen gesprengten Giebeln mit Venus- und Merkurskulpturen zu sehen ist. Den Bogen des Tores füllt ein reich ornamentiertes Eisengitter im Louis-Seize-Stil, das erst vor 1888 hinzu kam. Der leicht vorgezogene dreiteilige Mittelrisalit des Hauses durchbricht die Dachtraufe. Darüber erhebt sich ein hohes Mansarddach.


Bild: Grätzsches Haus, eines der Kaufherrenhäuser an der Inneren Weberstraße


Portal an der Inneren Weberstraße
Seitenstraße der Inneren Weberstraße

Bild: Blick in eine Seitenstraße der Inneren Weberstraße


Haus in einer Nebenstraße der Inneren Weberstraße

Bild: Hausfassade in einer Seitenstraße der Inneren Weberstraße


Portal an der Inneren WeberstraßeDas Priebersche Haus (Weberstraße 12) besitzt ein interessantes Rokokoportal (s. Bild). Über der mit Schnitzwerk und Bronzebeschlägen geschmückten Tür ist ein Balkon zu sehen, dessen schmiedeeisernes Gitter das Monogramm von Kaufmann Johann Prieber trägt, der sich das Haus im Jahr 1770 bauen ließ.




Bilder: Portale alter Kaufherrenhäuser an der Inneren Weberstraße


Portal an der Inneren Weberstraße
Westende der Inneren Weberstraße

Bild: Westende der Inneren Weberstraße, kurz vor der Weberkirche


Südlich der Inneren Weberstraße verläuft die Zeichenstraße, deren Name daran erinnert, dass hier in einem Haus die Zittauer Tuchwaren mit einem Gütezeichen versehen wurden.

Weiter im Süden beginnt das Überschwemmungsgebiet des Flusses Mandau (bis zur Flussregulierung um 1896 regelmäßig überschwemmt), das von ärmeren Bevölkerungsschichten besiedelt war und deshalb wenig wertvolle Architektur aufzuweisen hat. Zu dieser gehört das Haus Grüne Straße 23 von 1596 mit Renaissancegiebel und Rundbogentor mit wappenartiger Hausmarke.

Innere Weberstraße, vom Johanniskirchturm gesehen

Bild: Innere Weberstraße, vom Johanniskirchturm gesehen


Gebäude an der Inneren Weberstraße

Bild: Gebäude am Westende der Inneren Weberstraße gegenüber der Weberkirche


Weberkirche (Dreifaltigkeitskirche)

Am westlichen Ende der Inneren Weberstraße (vor dem einstigen Webertor der Stadtmauer) steht an dem rund um die Zittauer Altstadt verlaufenden grünen Stadtring die recht wehrhaft wirkende Weberkirche (Dreifaltigkeitskirche). Sie entstand zwischen 1488 und 1500 am Ort eines hölzernen Wehrbaus aus der Zeit um 1450. Umbauten fanden im 18. und 19. Jahrhundert statt. Die von einem hohen Satteldach mit spitzem Dachreitertürmchen geprägte Kirche enthält einen einschiffigen Saal mit Dreiachtelabschluss und gerader Decke.

Weberkirche 1 Weberkirche 2

Bilder: Weberkirche (Dreifaltigkeitskirche, 1488-1500) am westlichen Ende der Inneren Weberstraße


Der an die Kirche angrenzende Weberfriedhof verfügt über historische, bis auf die Zeit um 1580 zurückgehende Grabdenkmäler wohlhabender Zittauer Bürger.

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