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  Oberlausitz

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Zur Geologie & Landschaft der Oberlausitz

Entstehung der Oberlausitzer Landschaft

Der Norden der Oberlausitz zeigt sich als ein großes, in der Eiszeit ausgeschürftes Flachland mit einer reizvollen Heide- und Teichlandschaft. Vor allem in der Elsterkaltzeit formten die vordringenden und zurückweichenden Eismassen sowie unzählige mächtige Schmelzwasserflüsse und -stauseen die Landschaft der nördlichen und mittleren Oberlausitz. Auf dem verbliebenen sandigen Untergrund konnten nur magere Böden entstehen. Der Jahresniederschlag reicht von nur etwa 650 mm im nördlichen Heidegebiet bis etwa 900 mm im Süden. In den Senken bildeten sich bei hohem Grundwasserstand Sümpfe und Moore.

In dem weithin überschaubaren Land treten nur wenige flache Erhebungen hervor - angewehte oder angeschwemmte eiszeitliche Sanddünen sowie von den eiszeitlichen Gletschern abgeschliffene ehemalige Vulkanschlote. Die Sande dieser Dünen bzw. die Gesteine (meist Grauwacke) der Schlote werden vielerorts von der Bauwirtschaft in Sandgruben und Steinbrüchen abgebaut.

Die Gletscher der Eiszeit haben auch die Deckschichten der reichen Braunkohlelagerstätten der Lausitz abgeschliffen, sodass man die Braunkohle schon seit längerem in relativ flachen Kohlengruben, später dann in großen Tagebauen gewinnen konnte. Die ausgedehnte Tagebau-Restlandschaft im Norden der Oberlausitz verwandelt sich heute in ein großes Seenland, das zunehmend Bedeutung für das Erholungswesen gewinnt. Die reichen Braunkohlelagerstätten der nördlichen Oberlausitz, aber auch der Zittauer Region, entstanden aus den Ablagerungen der in der Zeit des Tertiär hier üppig wachsenden Sumpfwälder.

Der Süden der Oberlausitz zeigt sich als Hügel- und Bergland. Die eiszeitlichen Gletscher drangen nicht bis in diese Region vor, doch auch hier fanden in der Eiszeit und der Nacheiszeit umfangreiche Erosions- und Umlagerungsprozesse statt. So wurden in bestimmten Gegenden große Lößmengen angeschwemmt oder angeweht, auf denen sehr fruchtbare Böden entstanden.

Bei vielen der Hügel und Berge der südlichen Oberlausitz handelt es sich um Kuppen des Lausitzer Granodiorit-Massivs ("Lausitzer Granitmassivs"), das den geologischen Untergrund dieser Region bildet. Am Ende der Kreidezeit schob sich das Lausitzer Granodioritmassiv im Südwesten (nördlich und östlich des Dresdner Elbtales) auf die böhmische Sandsteinplatte auf und verformte dabei deren Randzone. Nicht nur das dabei entstandene Elbsandsteingebirge, sondern auch andere Landschaftsformen der südlichen Oberlausitz lassen sich aus dieser geologischen Störung, der "Lausitzer Überschiebung", erklären. Andere Erhebungen der südlichen Oberlausitz sind Überbleibsel vulkanischer Aktivitäten im späten Tertiär und im Quartär und enthalten basaltische Gesteine.

Die unter den subtropischen Klimaverhältnissen im Tertiär sehr intensive Gesteinsverwitterung ließ auch große Kaolin-, Ton- und Quarzvorkommen entstehen wie z.B. solche im Raum Kamenz und Königsbrück.

Landschaftliche Regionen der Oberlausitz

Die Muskauer Heide, eine sich vom Fluss Schwarze Elster bei Hoyerswerda bis zum Fluss Neiße bei Bad Muskau erstreckende Talsandheide, entstand durch eiszeitliche Ausschürfungen. Auch die Spree gehört zu den Flüssen dieses großen Binnendünengebietes. Im Norden trennt ein Höhenrücken, der Lausitzer Grenzwall, die Oberlausitzer Heide von der im Land Brandenburg gelegenen Niederlausitzer Heide.

Seit Beginn des 20. Jahrhunderts werden die reichen Braunkohlelagerstätten im Norden der Region in Tagebauen erschlossen. Durch Flutung der z.T. riesigen Tagebaurestlöcher entsteht ein großes Seenland in diesem einst nahezu seenfreien, aber sehr sumpfigen Gebiet. Von den großen Sümpfen blieben wegen der für den Kohleabbau vorgenommenen starken Grundwasserabsenkung nur wenige Reste erhalten, die heute zum Teil unter Naturschutz stehen.

Westlich der Muskauer Heide erstrecken sich die Ruhländer- und die Königsbrücker Heide. In diesen sehr trockenen und sandigen Gebieten besteht im Sommer, ebenso wie in der Muskauer Heide, eine hohe Dürre- und Waldbrandgefahr. Die stellenweise anstehende Grauwacke wurde und wird vielerorts in Steinbrüchen abgebaut.

Das Oberlausitzer Heide- und Teichgebiet reicht vom nördlichen Kamenzer Vorland bis nach Rothenburg im Osten. In dieser Region wurden viele Teiche für die Fischzucht (v.a. Karpfenzucht) angelegt. Wegen des hohen Grundwasserstandes gab es hier einst weite Feucht- und Sumpfflächen. Diese verschwanden größtenteils bei den von der Landwirtschaft - insbesondere in den 1970er Jahren - vorgenommenen Entwässerungen (Meliorationen).

Das Oberlausitzer Hügelland erstreckt sich zwischen der Neiße, dem Zittauer Gebirge, dem Lausitzer Bergland und den Königshainer Bergen. In dieser reich gegliederten Landschaft mit ihren zahllosen Granit-, Granodiorit- und Basalthügeln sind noch ausgedehnte Wälder zu finden. Bei Zittau hat die Lausitzer Neiße, der größte Fluss dieses Gebietes, ein breites Tal ausgeschürft.

Im Westlausitzer Hügelland, das von Kamenz bis nach Bischofswerda reicht, überzieht eine fruchtbare Lößlehmdecke den Granit-Untergrund. Hier entspringen die Flüsse Schwarze Elster, Pulsnitz, Röder und Klosterwasser. Unter anderem bei Kamenz bildet das Lausitzer Granithügelland einen scharfen Nordrand, von dessen Höhen (z.B. dem Kamenzer Hutberg) man über das flache Heideland weit nach Norden bis zur sächsisch-brandenburgischen Grenze blicken kann.

Schauanlage und Museum der Granitindustrie

Das Lausitzer Gefilde, ein welliges Hügelland mit fruchtbarem Lößlehmboden auf Granodiorit-Untergrund, erstreckt sich in der Bautzener und Löbauer Region nördlich der Lausitzer Mittelgebirgsschwelle. Hier werden unter anderem Grauwacke, Kaolin, Braunkohle und Ton abgebaut.

Das Lausitzer Bergland befindet sich im Süden der Oberlausitz, in der Grenzregion zu Tschechien. Hier erreichen die Granitberge Höhen von mehr als 500 m. Im Untergrund steht meist fester feinkörniger Zweiglimmer-Granodiorit an. Bei Demitz wird der Granodiorit seit Jahrhunderten im Steinbruch abgebaut. Bei Sohland fand man abbauwürdige Vorkommen von Kupfer- und Nickelerzen. Der Berg Kottmar besteht - in Abweichung vom geologischen Umfeld - aus phonolithischem Eruptivgestein.

Die aus der Kreidezeit stammende Böhmische Sandsteinplatte fällt nach Süden ab. Ihr steil aufragender, durch Erosion aufgebrochener Nordrand bildet das Zittauer Gebirge. Mit nur etwa 48 km² Fläche ist es das kleinste Gebirge Deutschlands. In diesem reizvollen Erholungsgebiet sind besonders schöne Felsformationen zu sehen, weil der Sandstein hier durch Verkieselung sehr hart wurde und deshalb besonders bizarre Verwitterungsformen hervorbrachte.

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