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Kurzfassung Landesgeschichte | Kurzfassung Kulturgeschichte

Ende der Monarchie • Nationalsozialismus • Zweiter Weltkrieg (1904-1945)

Novemberrevolution, Ende der sächsischen Monarchie

König Friedrich August III. von Sachsen (1865-1932; reg. 1904-1918) war der letzte sächsische König und der letzte wettinische Landesherr Sachsens. Er galt als konservativ und konfliktscheu, war manchmal aber auch recht tolerant, was sich z. B. im Jahr 1906 mit der Ernennung des liberalen Grafen Hohenthal, der das Pluralwahlrecht in Sachsen einführte, zum Innenminister zeigte. Mit Hohenthals Tod im Jahr 1909 schliefen die politischen Reformen im Königreich jedoch schnell wieder ein.

Am 2. August 1914 rief der König seine "Söhne und Brüder" zu den Waffen. Er schickte 750.000 Soldaten in den Ersten Weltkrieg (1914-1918), von denen 229.000 fielen (Sachsen zählte damals etwa 5 Mio. Einwohner). In diesem Krieg stellte Sachsen zum letzten Mal eine eigene Armee. Der eigentlich als begeisterter Militär und fähiger Stratege geltende König verzichtete als einziger deutscher Monarch auf den Oberbefehl über seine Truppen.

Revolutionäre Bewegung, Sachsen in der Weimarer Republik

Unter dem Eindruck des Kieler Matrosenaufstandes bildeten sich am 3. November 1918 ein sächsischer Arbeiterrat in Leipzig und am 6. November ein sächsischer Soldatenrat in der Fliegerkaserne Großenhain. Bis zum 8. November breitete sich die Novemberrevolution über ganz Sachsen aus. Im Zirkus Sarrasani in Dresden wurde am 10. November 1918 die Republik ausgerufen. Der König, der auf das jenseits der sächsischen Grenze bei Ruhla gelegene Schloss Guteborn geflüchtet war, sah sich am 13. November 1918 zur Abdankung gezwungen und zog sich nach Sibyllenort bei Breslau zurück.

Im Jahr 1919 fanden Wahlen zur Sächsischen Volkskammer statt, bei denen erstmals in Sachsen auch Frauen wahlberechtigt waren.

Im Februar/März 1919 kam es zum Generalstreik im Leipziger Raum und im April 1919 legten die Arbeiter des Zwickauer Steinkohlereviers die Arbeit nieder.

Nachdem aufgebrachte Kriegsgeschädigte den sächsischen Kriegsminister Gustav Neuring (1879-1919) nach einer öffentlichen Rede in der Elbe ertränkt hatten, verhängte die Reichsregierung im April 1919 den Belagerungszustand über Sachsen. Die Reichswehr marschierte ein.

Im März 1920 floh die Reichsregierung vor den Kapp-Putschisten nach Dresden, wo daraufhin Straßenkämpfe ausbrachen. Beim Generalstreik gegen den Kapp-Putsch am 15. März 1920 auf dem Postplatz erschoss die Reichswehr 59 Demonstranten. Die Straßenschlachten in Leipzig forderten 40 Todesopfer. Mit ihrem Generalstreik brachte die Arbeiterschaft den Kapp-Putsch schließlich zum Erliegen.

Die neue sächsische Verfassung von 1920 (die Volkskammer bestätigte die vorläufige Verfassung von 1919) orientierte sich an der Weimarer Verfassung, die sich wiederum an die Ideale der Französischen Revolution anlehnte. In der Zeit der Weimarer Republik war Sachsen nun ein Freistaat mit einem Parlament, einem Ministerpräsidenten und den schon einhundert Jahre zuvor eingeführten Landesfarben weiß-grün.

Als Gegenreaktion auf das Erstarken rechter Kräfte und die enorme Verschlechterung der Wirtschaftslage bildete sich am 10. Oktober 1923 eine sächsische Linksregierung unter der Führung des Sozialdemokraten Erich Zeigner. Die Reichsregierung schickte daraufhin die Reichswehr zum Sturz dieser Linksregierung per "Reichsexekution" nach Sachsen. Am 21. Oktober 1923 entmachtete Generalleutnant Müller - auf der Basis einer Notverordnung Eberts - die vom Landtag gewählte sächsische Regierung. Dieser Verfassungsbruch brachte das Kabinett Stresemann zu Fall.

An den Beisetzungsfeierlichkeiten für den letzten sächsischen König im Jahr 1932 in Dresden nahmen hunderttausende Trauergäste teil, auch, weil sich nach den politischen Wirren seit 1918 und dem rasanten wirtschaftlichen Niedergang viele Sachsen in die Zeit der Monarchie zurücksehnten.

Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg

Die Weltwirtschaftskrise von 1929 traf die bis dahin exportstarke sächsische Wirtschaft besonders hart und führte zu einer überdurchschnittlich hohen Arbeitslosigkeit im Land. Bei den Reichstagswahlen von 1933 erzielte die NSDAP (Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei) deshalb außerordentlich viele Stimmen in Sachsen.

Nach ihrem Machtantritt in Deutschland lösten die Nationalsozialisten am 30. Januar 1934 auch den sächsischen Landtag auf, was das Ende des Freistaates Sachsen bedeutete.

Die Nationalsozialisten in Sachsen sperrten politische Gegner unter anderem in den Zuchthäusern Bautzen und Waldheim und im Militärgefängnis Torgau ein. In Bernburg und Pirna-Sonnenstein brachten sie im Rahmen ihrer Euthanasiemaßnahmen zehntausende behinderte Menschen um. Zu den vielen kleinen Konzentrationslagern Sachsens gehörten die Burg Hohnstein und die Offizierslager Festung Königstein und Festung Colditz. Mit der Verschickung von 5.000 Leipziger Juden (hier lebten 15.000 von insgesamt 23.000 sächsischen Juden) nach Polen begannen im Oktober 1938 die Massendeportationen.

Sachsen war jedoch auch ein Hauptschauplatz des Widerstandes gegen die Nationalsozialisten. Beim Reichstagsbrandprozess im Leipziger Reichsgericht konnte der bulgarische Kommunist Georgi Dimitroff (1882-1949) einen vielbeachteten juristischen Sieg gegen die Nazi-Ankläger erringen. Carl Goerdeler, der von 1930 bis 1937 Leipziger Oberbürgermeister war, gehörte der Bewegung des 20. Juli an und wäre nach einem gelungenen Attentat auf Hitler im Jahr 1944 wahrscheinlich Reichskanzler geworden. Die Leipziger Schumann-Engert-Kresse-Gruppe gehörte in den Jahren 1943/44 zu den aktivsten Widerstandsgruppen Deutschlands. Noch im Januar 1945 wurden einige ihrer Mitglieder im Hof des Dresdner Landgerichts, wo seit 1939 mehr als 1.000 Antifaschisten unter dem Fallbeil gestorben waren, hingerichtet.

Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges legten die englischen und amerikanischen Bombenangriffe zahlreiche sächsische Städte in Schutt und Asche. Leipzig erfuhr am 4. Dezember 1943 seinen schwersten Bombenangriff. In den letzten Kriegswochen wurden u. a. Chemnitz und Plauen bombardiert. Mit der systematischen Zerstörung Dresdens am 13./14. Februar 1945 erreichten die Bombenangriffe ihren Höhepunkt.

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