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Stadtteile Coschütz und Gittersee

Coschütz

Urkundliche Ersterwähnung: 1284 als Coswicz (altsorbisch: Leute des Kos), Eingemeindung nach Dresden: 1921

Altcoschütz begann als sackgassenartig erweiterter Rundweiler. Im gut erhaltenen Dorfkern zeigen sich die Häuser mit Fachwerk an den Hofseiten, mit Tafeln, deren Inschriften über Brände und frühere Besitzer berichten, sowie mit Schlusssteinen, die Initialen und Jahreszahlen tragen.

Das Vorwerk und einige Bauernwirtschaften der mit 297 ha vergleichsweise großen Coschützer Flur gehörten um 1315 dem Maternihospital. Wegen der Spitalfelder in seinem Umfeld hieß der Collmberg damals auch Spittelberg. Mehrere Adelsfamilien verfügten hier über Grundbesitz. Frankenberg, Lachenberg, Müllers Berg und Steffens Berg waren Weinberge. Im Jahr 1580 erwarb Kurfürst August von Sachsen (reg. 1553-1586) das Dorf Coschütz.

Nach der Inbetriebnahme des Eisenhammers im Jahr 1792 im Plauenschen Grund entstand im Südwesten der Coschützer Flur die Arbeitersiedlung Neucoschütz. Ab 1896 gehörte diese zu Freital-Potschappel. Zwischen 1924 und 1928 baute der Deutsche Siedlerbund die Reihenhaussiedlung am Achtbeeteweg.

Das Freitaler Becken reicht bis in das südwestliche Stadtgebiet Dresdens hinein. Unter der Lößlehmdecke sind hier stellenweise Steinkohleflöze zu finden, deshalb gab es auch hier im südlichen Dresdner Raum einen Kohlebergbau, allerdings in einem viel bescheideneren Umfang als im Freitaler Revier.

Schon ab 1738 wurden die Coschützer Steinkohlevorkommen kartographisch erfasst. Um 1780 gingen zwei Kohleschächte in Betrieb, im Jahr 1836 folgte ein weiteres Bergwerk. Nach dem Zweiten Weltkrieg fand zeitweise auch am Collmberg ein Kohleabbau statt.

Auf der Coschützer Flur gab es vier Syenodiorit-Steinbrüche - drei an der Heidenschanze und einen am Collmberg.

Die am Collmberg angelegte etwa 25 ha große Salbeipflanzung des Bombastuswerkes leistete vor dem Zweiten Weltkrieg bis zu 90% der deutschen Salbeiproduktion.

Das zwischen 1937 und 1947 gebaute Coschützer Wasserwerk erhält sein Wasser aus der Talsperre Klingenberg. Bis Coßmannsdorf fließt das Wasser in Stollen, dann durch eine Rohrleitung. Auf seinem Weg trieb es früher drei Wasserkraftwerke an: in Klingenberg, Dorfhain und Tharandt. Das Gebirgswasser deckt etwa die Hälfte des täglichen Trinkwasserbedarfs Dresdens. In Coschütz wird es gereinigt, entsäuert und aufgehärtet. Wegen der hohen Lage des Wasserwerkes sind spezielle Hochbehälter für die Druckerzeugung im Trinkwassernetz überflüssig. In der Nachbarschaft der Anlage entstand eine Wasserwerkssiedlung mit überwiegend Zweifamilienwohnhäusern.

Gittersee

Urkundliche Ersterwähnung: 1350 als Geterssin, Eingemeindung nach Dresden: 1945

Das Platzdorf Altgittersee befand sich zunächst im Besitz der Familie von Miltitz. Ab 1370 gehörte es der Kreuzkirche (der Dresdner Stadtkirche) und unterstand somit dem Dresdner Brückenamt. Nach dem großen Dresdner Stadtbrand von 1491, als die Stadt dringend Geldmittel für den Wiederaufbau unter anderem der Kreuzkirche benötigte, konnten die Gitterseer Bauern im Jahr 1494 ihre Frondienste durch Geldzahlung ablösen.

Pfarrer Martin Künzelmann, dem das größte Gehöft im Dorf gehörte, soll im 16. Jahrhundert den Obstbau im Gebiet Plauen und Gittersee angeregt haben.

Im Jahr 1809 begann in Nieder-Gittersee der Steinkohlebergbau. Ab 1837 befand er sich in den Händen des Gitterseer Steinkohlen-Bauvereins. Die drei großen Schächte dieses Gebietes waren der Meiselschacht (Meiselschachtweg, Ecke Karlsruher Straße), der Moritzschacht (später Gasthaus Cornelius-Gurlitt-Straße 18) und der Emmaschacht (Karl-Stein-Straße 10/11). Daneben gab es noch einige kleinere Kohlegruben. Im Jahr 1861 wurde der Kohleabbau eingestellt, in der Zeit der DDR aber vorübergehend wieder aufgenommen.

In Verlängerung der Chemnitzer Straße, der Hauptverkehrsstraße nach Dresden, baute man zwischen 1841 und 1844 die jetzige Karlsruher Straße als Chaussee aus. Ab 1880 stieg die Einwohnerzahl von Gittersee rasch an. Um 1910 entstanden hier eine Nagel- und eine Wellpappenfabrik. Die Siedlung am Birkigter Hang wurde um 1932 gegründet.

Die Volksoper, ein Vorläufer der Landesbühnen Sachsen, nutzte nach dem Krieg zwischen 1946 und 1950 den Gasthof an der Karlsruher Straße als Spielstätte.

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