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Dresdner Elbtal Dresden liegt in einer etwa 40 km langen und 20 km breiten Elbtalweitung, die sich von Pirna bis Meißen erstreckt, eingebettet zwischen den Ausläufern des Osterzgebirges im Süden, dem Steilabfall der Lausitzer Granitplatte im Nordosten und dem Elbsandsteingebirge im Osten. Die landschaftlich und kulturell besonders wertvolle Kernzone des Dresdner Elbtales erstreckt sich über 18 km entlang der Elbe von Söbrigen bis nach Übigau und ist zwischen 0,5 und 3 km breit. Heinrich von Kleist (1777-1811) schilderte Dresden im Elbtal so: "Es liegt, vieltürmig, von der Elbe geteilt, in einem weiten Kessel von Bergen. Der Kessel ist fast zu weit. Unzählige Mengen von Häusern liegen so weit umher wie vom Himmel herabgestreut. Die Stadt selbst sieht so aus, als wenn sie von den Bergen herab zusammengekollert wäre." Das Dresdner Elbtal zeigt sich als ein einmaliges Ensemble aus kunstvoller Stadtarchitektur, reicher Kultur und einer weitgehend natürlichen Elbe-Flusslandschaft. Zu den Höhepunkten dieses Ensembles gehören die Dresdner Renaissance- und Barock-Prachtbauten, die Elbe-Dampfschifffahrt, die Weinhänge des Elbtales, die Elbschlösser, die Schloss- und Parkanlage Pillnitz, die schönen historischen Villen z.B. in und um Loschwitz, die zahlreichen alten sanierten Dorfkerne und die restaurierten historischen Industrieanlagen wie z.B. die Laubegaster Werft. Franz Koppel-Ellfeld schrieb schon 1888 in der Zeitschrift "Die Gartenlaube" (Leipzig): "Der reizende Bogen des Elbstroms mit seinen zahlreichen Schiffen, den belebten Brücken, den eigenartigen Bauten, den villengeschmückten Gärten und Höhen elbaufwärts über Loschwitz mit dem Burgberg bis zum Weißen Hirsch und talwärts bis zu den violettschimmernden steilen Rebenhügeln der Lößnitz, das ist ein Rundbild, auf welchem Architektur und Landschaft, laute großstädtische Pracht und ruhige landschaftliche Schönheit miteinander wetteifern, wie in gleicher harmonischer Vereinigung nicht leicht an irgend einem Punkt der Welt."
![]() Bilder: Silhouetten der Dresdner Altstadt im Frühnebel Die Dresdner Elbtalweitung ist das Ergebnis der Schürftätigkeit der Elbe (diese hat ihren Lauf hier auch in historischer Zeit noch mehrmals verändert). Dabei brachte sie die geologische Schichtung im Elbtal kräftig durcheinander. Die über den Gesteinen der Kreidezeit liegende unterste Schotterschicht stammt zumeist aus der Saalekaltzeit. In jener Zeit wurde auch die breite sandige Hellerterrasse im Norden Dresdens angeschwemmt und angeweht. In die aus der Eiszeit stammenden Aufschüttungen schnitt sich die Elbe gewöhnlich gleich mit mehreren Flussarmen ein. Die alten Strombahnen sind z.T. noch heute auf der breiten Niederterrasse des Elbtales als flache Senken erkennbar. Vor allem in den östlich der Altstadt gelegenen Stadtteilen Dresdens sind mehrere solche Elbe-Altarme zu finden, die z.T. noch bis zum 19. Jahrhundert offene Gewässer (Tümpel, Gräben) und Moraste enthielten, inzwischen aber weitgehend trockengelegt und bebaut sind. Die weiten Elbschleifen, welche den besonderen Reiz des Elbtales mitbestimmen, zeigen sich z.B. am Schlachthof/Pieschener Winkel, bei Briesnitz und am Waldschlösschen besonders gut. Jede Schleife besitzt einen steilen Prallhang am äußeren Ufer und einen flachen Gleithang am inneren Ufer der Flusskrümmung. Dies sieht man am Beispiel des steilen Altstädter Ufers (Prallhang) mit den Schiffsanlegestellen und des flachen Neustädter Elbufers (Gleithang) mit den ausgedehnten Elbwiesen. Der Fluss Weißeritz zwang mit dem ausgedehnten Schwemmfächer seiner Elbmündung den Elbstrom in eine große Nordschleife (Gebiet Ostra-Gehege und Flutrinne westlich der Altstadt). Dieser einst recht wilde Fluss, der bis zur Flussverlegung im Jahr 1893 westlich des Gebietes Marienbrücke in die Elbe mündete (der Name Floßhofstraße erinnert z.B. noch an den ehemaligen Weißeritzlauf), lagerte hier große Materialmengen aus dem Erzgebirgsvorland ab. Das Dresdner Elbufer Die ehemaligen Festungsanlagen der Dresdner Altstadt reichten bis an den Elbstrom heran (auch der Fuß der Brühlschen Terrasse war von der Elbe umspült) und machten Schiffsanlegestellen hier nicht möglich. Die Ein- und Ausschiffungsplätze lagen beiderseits der Altstadt. Beim Bau der Katholischen Hofkirche und bei der Enttrümmerung der Altstadt nach den Zerstörungen im Siebenjährigen Krieg (1756-1763) fanden erste Aufschüttungen des Altstädter Ufers von den Rändern her statt. Hierdurch rückten die Schiffsanlegeplätze näher an die Altstadt heran. In der Zeit der Industrialisierung - in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts - entstanden dann größere Schiffslandeplätze in Dresden - z.B. das Packhofviertel, in dem Stadtbaurat Hans Erlwein in den Jahren 1912/13 seinen Speicher (Erlweinspeicher) baute und Stadtbaurat P. Wolf im Jahr 1926 die Häuser der Zoll- und Finanzverwaltung errichtete. Der im Jahr 1895 fertig gestellte Elbhafen in der Friedrichstadt machte die alten innerstädtischen Ausschiffungsplätze, die z.T. noch heute an ihren gepflasterten Uferstreifen erkennbar sind, nach und nach überflüssig. Das flache Neustädter Elbufer bot sich mit seinen ausgedehnten Elbwiesen, auf denen einst die Wäscherinnen ihre Wäsche zum Bleichen ausbreiteten, als städtisches Erholungsgebiet an. Am Ufer entstanden am Ende des 19. Jahrhunderts zahlreiche Frei- und Schwimmbäder - streng in Herren- und Damenbäder getrennt (von West nach Ost: Städtisches Freibad unterhalb des Barockhauses, Johannesbäder unterhalb des Blockhauses, Stadtbad für Frauen und die Marienbäder unterhalb des Finanzministeriums, Krüger's und Gasse's Schwimmanstalten und das Militärbad unterhalb des Gesamtministeriums sowie gegenüber, am Südufer vor den Städtischen und Fiskalischen Ausschiffungsplätzen der Pirnaischen Vorstadt, die Amalien- und Friedrichsbäder). Die Park- und Gartenanlagen am Elbufer, z.B. der Rosengarten und die Grünanlagen vom Blockhaus bis hin zum Japanischen Palais, sind schon seit langem sonntäglicher Treffpunkt der Städter. Das bei Hochwasser überflutete flache Ufer der Neustädter Elbkrümmung ist noch heute unbebaut und wie einst ein beliebtes Dresdner Naherholungsgebiet. nach oben ![]() |