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Neustädter Markt   Denkmal "Goldener Reiter"

Beim Wiederaufbau der im Jahr 1685 fast vollständig abgebrannten rechtselbischen Siedlung Altendresden als Neue Königstadt (später kurz Neustadt genannt) in der Augusteischen Zeit (1694-1763) wurde der alte Marktplatz dieses Stadtteils wesentlich erweitert. Seit einer Aufschüttung im Jahr 1738 ist er auch weitgehend hochwasserfrei. Im Straßensystem der Neuen Königstadt nahm er nun eine zentrale Stellung ein - zum einen als baukünstlerisch ausgestalteter Brückenkopf der Augustusbrücke, zum anderen als Vorplatz der Hauptstraße, der neuen großen barocken Prachtstraße. Das Blockhaus am Brückenkopf und das auf die Hauptstraße ausgerichtete Reiterdenkmal Augusts des Starken (der Goldene Reiter) betonen diese Funktion.

Beim Wiederaufbau der bei den englischen und amerikanischen Bombenangriffen im Februar 1945 stark zerstörten Inneren Neustadt erhielt der einst dicht umbaute quadratische Neustädter Markt seine alte Form nicht wieder zurück. Seitdem dominiert eine breite Verkehrsmagistrale den nun trapezförmigen Platz, der sich lediglich als großzügiger Eingang zur Hauptstraße zeigt - geschmückt mit dem Goldenen Reiter und vier Brunnen (zwei modernen von Friedrich Kracht und den beiden Nymphenbrunnen von Benjamin Thomae, 1742). Die moderne Wohnbebauung an der Nordseite des Neustädter Marktes verschließt die früheren Straßenausgänge der Rähnitzgasse und der Kasernenstraße (vorher Breite Gasse).

Das Barockhaus genannte alte Kanzleigebäude Große Meißner Straße 15 ist das einzige verbliebene von einst zahlreichen schönen Barockhäusern im Umfeld des Marktplatzes.

Neuer Brunnen auf dem Neustädter Markt
Nordostseite des Neustädter Marktes

Bilder: Brunnen auf dem Neustädter Markt (Friedrich Kracht) und Häuserzeile an der Nordostseite des Platzes


Der östliche der beiden Nymphenbrunnen auf dem Neustädter MarktDie beiden zwischen 1739 und 1742 von Benjamin Thomae geschaffenen spätba­rocken Nymphen­brun­nen, die die Flüsse Elbe und Weichsel symboli­sieren, zierten bis 1945 die Fassade des Neu­städter Rathauses. Bildhauer Paul Polte ersetzte die schon stark verwitterten Originale im Jahr 1938 durch Kopien aus Kirchleithener Sand­stein. Heute schmücken sie den Eingang der Haupt­straße.

Bild: Nymphenbrunnen auf dem Neustädter Markt


Reliefs am Ausgang des Fußgängertunnels des Neustädter Marktes Reliefs am Ausgang des Fußgängertunnels des Neustädter Marktes
Reliefs am Ausgang des Fußgängertunnels des Neustädter Marktes

Bilder: Reliefs (Stadtgrundrisse) am Ausgang des Fußgängertunnels des Neustädter Marktes zur Augustusbrücke; oben links: Altendresden (die spätere Neustadt) um 1700 von Egmar Ponndorf, oben rechts: Dresden im 18. Jahrhundert von Vincenz Wanitschke, links: Altendresden um 1640 von Dietrich Nitzsche


Ehemaliges Neustädter Rathaus

Neustädter Rathaus um 1900Das mit einem hohen Mansardendach und einem Dachreiter ausgestattete Neustädter Rathaus (1750-1754, Entwürfe: Johann Christoph Knöffel und Johann Christoph Berger) fiel den Bombenangriffen im Februar 1945 zum Opfer. Nur die historischen Gewölbe blieben erhalten, die dann von der Gaststätte "Meißner Weinkeller" genutzt wurden.


Bild: Neustädter Rathaus um 1900 (nach einem alten Foto, verändert)


Denkmal "Goldener Reiter"

Goldener Reiter
Der auf dem Neustädter Markt stehende Goldene Reiter ist vielleicht nicht das künstlerisch wertvollste, aber das bekannteste Denkmal Dresdens. Es zeigt Kurfürst Friedrich August I. von Sachsen (August den Starken; zugleich König August II. von Polen; reg. 1694-1733) in der Haltung eines Caesaren im römischen Schuppenpanzer auf kurbettierendem Ross - in die Hauptstraße blickend.

Der Kurfürst und König wird mit diesem Denkmal auch als Schirmherr des Neuaufbaus des 1685 abgebrannten Stadtteils Altendresden als Neue Königsstadt (heute kurz Neustadt genannt) gewürdigt.

Das Postament, auf dem die Titel Augusts des Starken verzeichnet sind, stellte Constantin Lipsius im Jahr 1884 fertig. Schon im Jahr 1735 hatte Zacharias Longuelune Zeichnungen für einen Sockel des Reiterdenkmals angefertigt.

Die Inschrift am Sockel, die Friedrich August I. als Kurfürst von Sachsen und König von Polen bezeichnet, lautet "FRID.AUGUSTUS I. DUX SAXONIAE S.R.I.PRINCEPS ELECTOR ARCHIMARESCHALCUS IDEMQUE REX POLONIAE".
Goldener ReiterDie Bombennacht im Februar 1945 überstand das Denkmal eingelagert in einem Felsenkeller in Pillnitz. Im Jahr 1956, nach einer Restaurierung mit 200 g Blattgold, kehrte dieses Symbol Dresdens anlässlich der 750-Jahr-Feier der Stadt wieder auf den Neustädter Markt zurück.

Das Modell für das Denkmal schuf vermutlich Hofbildhauer Jean Joseph Vinache (1696-1754). Der aus Augsburg stammende Kanonenschmied Ludwig Wiedemann (1690-1754) goss es im Jahr 1733 in seiner Werkstatt in Dresden-Friedrichstadt in Kupfer. Ein Eisengerüst im Inneren sorgt für die statische Sicherung des sich aufbäumenden Pferdes. Die erste Feuervergoldung erfolgte 1735.

Im Jahr 1736 wurde das Reiterstandbild auf dem Neustädter Markt aufgestellt. Ursprünglich sollte es die Augustusbrücke schmücken, wofür es sich aber als zu schwer erwies.

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