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  Dresden − Stadtzentrum & Stadtteile

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Großes Ostragehege • Elbhafen • Schlachthof • Dresdner Messe

Großes Ostragehege, Sportanlagen

Der Fluss Weißeritz mündete bis 1893 westlich der Marienbrücke im Bereich der heutigen Eisenbahnbrücke in die Elbe. Er brachte enorme Materialmengen aus dem Erzgebirgsvorland mit, die sich in einem Schwemmfächer ablagerten und so den großen Altstädter Elbbogen formten. Auf diesem erstreckt sich zwischen der Elbe und dem Flutgraben das Große Ostragehege.

Gemälde Das Große Gehege bei Dresden von Caspar David FriedrichBis zum 18. Jahrhundert war das Große Ostragehege ein kurfürstliches Jagdgebiet und ein Wildpark. In den zahlreichen Kleingewässern (Lachen) wurde Fischerei betrieben. Caspar David Friedrich stellte das Große Ostragehege in diesem ursprünglichen Zustand in seinem Gemälde "Das Große Gehege bei Dresden" (1832, Galerie Neue Meister der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden) dar.
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich das Große Ostragehege zu einem beliebten Naherholungsgebiet der Friedrichstädter und Pieschener Bürger. Letztere setzten hier mit einer Elbfähre über, von deren Uferbauten noch einige Reste vorhanden sind.

Nach dem ersten Weltkrieg, ab 1920, entstanden im Osten dieses Geländes große Sportanlagen, später auch das Heinz-Steyer-Stadion und die Eissporthalle.

Elbhafen (ehem. Alberthafen) und Flutrinne

In den Jahren 1891 bis 1895 entstand in der Friedrichstadt - südlich des Großen Ostrageheges - der Dresdner Elbhafen als einer der größten Binnenhäfen Deutschlands jener Zeit. Nach dem damals regierenden sächsischen König wurde er Alberthafen genannt. Das Hafenbecken der 15 ha großen Anlage ist 1.100 m lang und bis zu 150 m breit. Die 12 m hohe Kaimauer endet 30 cm über dem Pegel des Elbehochwassers vom März 1845, während die Beckensohle etwa 2 m unter dem Pegel des Elbe-Niedrigwassers von 1904 liegt.

Zugleich mit dem Alberthafen entstand im Süden des Großen Ostrageheges die 300 m breite Flutrinne (der Flutgraben). Mit dem ca. 1,5 Millionen m³ umfassenden Aushub wurde der Rangierberg (Ablaufberg) des Friedrichstädter Verschiebebahnhofes aufgeschüttet.

binnenhafen-sachsen.de

Dresdner Vieh- und Schlachthof

Zwischen 1906 und 1913 errichtete Stadtbaurat Hans Erlwein im Großen Ostragehege auf einer großflächigen Aufschüttung den Dresdner Vieh- und Schlachthof, der seinerzeit zu den modernsten Schlachthöfen Deutschlands zählte. Seine etwa 30 Gebäude sind bedeutende Beispiele der Jugendstil-Industriearchitektur. Vor dem Haupteingang wurde die von Alexander Höfer geschaffene Skulptur "Schweinetreiber" aufgestellt.

Eingangsbereich des Dresdner Vieh- und Schlachthofes kurz nach dem Bau

Bild: Eingangsbereich des Dresdner Vieh- und Schlachthofes kurz nach dem Bau (nach einem alten Foto, verändert)


Am Schlachthofring gab es einen Viehhof mit Eisenbahnanschluss, Markthallen, Ställe für Groß- und Kleinvieh, Schlachthallen, ein Kessel- und Maschinenhaus, ein Kühlhaus und eine Gaststätte. Die Kapazität des Schlachthofes war im Jahr 1910 auf 550 Rinder, 3.450 Kälber und Schafe sowie 2.500 Schweine pro Tag ausgelegt. Der Städtische Vieh- und Schlachthof ersetzte einen unzureichenden Betrieb in der Leipziger Vorstadt und die für die Anwohner äußerst lästige Abdeckerei (Cavillerei) am Lerchenberg in Cotta.

Die Bombenangriffe im Februar 1945 richteten schwere Schäden an den Gebäuden des Schlachthofes an. Bei dem wegen der akuten Lebensmittelknappheit in der Nachkriegszeit sehr forcierten Wiederaufbau stellte man die Gebäude in einer vereinfachten Form wieder her, sodass vieles der Jugendstil-Architektur verloren ging. In der Zeit der DDR war hier das Dresdner Fleischkombinat in Betrieb.

Die verbliebenen historisch wertvollen Bauten des alten Schlachthofes stehen heute unter Denkmalschutz.

Ostragehege

Bild: Großes Ostragehege mit den Gebäuden des ehem. Vieh- und Schlachthofes, von Süden über den Flutgraben gesehen

Neues Messegelände

Die Dresdner Messegeschichte begann mit der I. Internationalen Gartenbauausstellung im Jahr 1887 im Großen Garten. Mit dem im Jahr 1896 am Straßburger Platz errichteten Ausstellungspalast rückte Dresden zu den bedeutendsten Ausstellungsstädten Deutschlands auf.

Im September 1999 eröffnete im "Erlwein'schen Schlachthof", d.h. auf dem Gelände des ehem. Dresdner Vieh- und Schlachthofes, nach umfangreichen Sanierungs- und Umbauarbeiten das neue Dresdner Messegelände. Es ist 53.600 m² groß (davon 19.500 m² Hallenfläche). Zur Anlage gehören vier Messehallen, mehrere Konferenzräume und der Glaswandelgang "Via mobile". Die Halle 1 misst 130 x 52 m (6.760 m²). Der Umbau des ehemaligen Schlachthofes dauert auch bei laufendem Messebetrieb noch an. Die Veranstaltungen (Messen, Konzerte, Shows und Sportveranstaltungen) werden von der im Jahr 2003 gegründeten Messe Dresden GmbH organisiert.

Die Dresdner Stadtführung hatte das sehr günstig gelegene traditionsreiche Messegelände am Straßburger Platz recht überstürzt an einen Investor, den Autokonzern VW, für den Bau der Gläsernen Fabrik abgetreten. Die neue Messe wurde dann an dem etwas abgelegenen Standort im Großen Ostragehege sehr hastig gebaut und kann weder in ihrer Architektur noch in ihrer technischen Ausstattung mit der Leipziger Neuen Messe mithalten.

www.messe-dresden.de

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