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Stallhof • Langer Gang
Lage: östlich des Residenzschlosses zwischen Georgenbau und Johanneum Bauzeit, Architekt: 1586-1588, Paul Buchner (Entwürfe vermutlich von Giovanni Maria Nosseni) Merkmale (Langer Gang): Offene Bogenhalle mit einer Arkadenreihe (20 toskanische Säulen), auf dem Hof eine Ringstechbahn mit zwei bronzenen Ringstechsäulen und 34 Pilaren sowie eine Pferdetränke und Pferdeschwemme |
Bild: Langer Gang des Stallhofes
Zwischen den Säulen des Langen Ganges saßen die Zuschauer der höfischen Turniere und Hetzjagden. Oberhalb der Säulen sind die Wappen der einst unter wettinischer Herrschaft stehenden Lande zu sehen.
Bei der großen Schlosssanierung um 1900 wurde der Lange Gang auf die heutige Länge von etwa 100 m verkürzt.
An der anderen Seite (an der Augustusstraße) trägt der Lange Gang das Fürstenzug genannte Wandbild, eine Darstellung der zwischen 1123 und 1904 in Sachsen herrschenden 35 Markgrafen, Herzöge, Kurfürsten und Könige aus dem Geschlecht der Wettiner. Im Obergeschoss des Langen Ganges befindet sich der Lange Saal, in dem zunächst die Ahnengalerie der Wettiner und dann ab 1731 die Gewehrgalerie eingerichtet war, die Kurfürst Friedrich August I. von Sachsen (August der Starke) nach dem Vorbild der Gewehrgalerie von Ludwig XIV. anlegen ließ. (Aus dieser Sammlung ging eine der größten Abteilungen der Rüstkammer hervor - die der Feuerwaffen.) Heute nutzt das Verkehrsmuseum den Langen Saal.
An der Ringstechbahn vor dem Langen Gang stehen zwei 6,10 m hohe bronzene Ringstechsäulen aus dem Jahr 1601, von denen man nur die Spitzen rekonstruieren musste. 34 Pilare, jeweils 1,46 m hoch, säumen die Turnierkampfbahn, davon 13 als Originalstücke, die Gießermeister Merten Hilger im Jahr 1591 goss (die Räume der Gießerei sind im Museum Festung Dresden unter der Brühlschen Terrasse zu sehen). Etwa zur selben Zeit wie die Ringstechbahn entstand die Pferdetränke und -schwemme im Stallhof.
Die Bombenangriffe im Februar 1945 beschädigten den Stallhof schwer. Der Wiederaufbau begann 1957. Zwischen 1972 und 1979 rekonstruierten die Denkmalpfleger auch die schon vor dem Krieg nicht mehr vorhandenen Bildwerke von Zacharias Weber und Heinrich Göding an der Fassade des Langen Ganges. Dies geschah originalgetreu nach alten Stichen in Silikatmalerei (die ursprünglichen Bildwerke bestanden aus Kalkfarbenmalerei mit Sgraffitowirkung). Die Bildwerke zeigen Ornamente, Wappen, Jagdtrophäen und Szenen aus der Herkulessage.
Die südliche Zuschauergalerie des Stallhofes ist auf dem Rumpf der mittelalterlichen Stadtmauer erbaut (die sich bis zu der um 1525 vollzogenen Osterweiterung der Stadtfestung hier befand). Nach dem Krieg musste die Zuschauergalerie abgetragen und neu aufgebaut werden. Die Explosionen der Sprengbomben im Februar 1945 hatten die Blendmauer der Rampe um 25 cm verschoben, was beim Wiederaufbau als Erinnerung an die Bombennacht so belassen wurde.
Bild: Südseite des Stallhofes, von der Schlossstraße gesehen (links das Kanzleihaus, rechts das Johanneum, vorn die Ausgrabungen vor Beginn der Wiederbebauung dieses Areals)
Bild: Pferdeschwemme und Aufgang zur Südempore des Stallhofes; rechts das Kanzleihaus
Bild: Mittelalterlicher Weihnachtsmarkt (Blick in den Ostbereich des Stallhofes mit der Fassade des Johanneums)
Bild: Brandschaden am Langen Gang nach einem Feuer auf dem Weihnachtsmarkt 2007 im Stallhof

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