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Radeberger Vorstadt • Elbschlösser

Die Radeberger Vorstadt umfasst annähernd den Bereich zwischen der Dresdner Heide im Norden, den Elbschlössern im Osten, der Elbe im Süden und der Forststraße im Westen.

Das um 1790 an der Radeberger Straße (Nr. 60) für Graf Marcolini gebaute Landhaus war das erste Bauwerk Dresdens im Stil der Neogotik. Die hier im Jahr 1836 gegründete Brauerei nannte sich nach diesem Landhaus "Zum Waldschlösschen".

Erst in der Mitte des 19. Jahrhunderts begann eine nennenswerte Besiedlung der Radeberger Vorstadt, vor allem ab 1860 mit dem Bau des Preußischen Viertels, in dem überwiegend Offiziere der Garnison wohnten.

Der aus der Dresdner Heide zufließende Eisenbornbach mündet durch ein Gartengrundstück in die Elbe, das einst Theodor Winkler gehörte, der unter dem Namen Theodor Hell die "Abendzeitung" herausgab und das literarische Leben Dresdens in der Biedermeierzeit wesentlich mitbestimmte. Im Jahr 1848 wechselte das Grundstück in den Besitz von Heinrich Brockhaus (Sohn des Gründers des Leipziger Brockhaus-Verlages). Die Villa an der Brockhausstraße und Reste der Gartenanlage stammen noch aus dieser Zeit.

Auf dem Elbhang am Nordufer der Elbe stehen die drei schönen, im Stilgemisch des Historismus gebauten Elbschlösser: Schloss Albrechtsberg, Lingnerschloss (ehem. Villa Stockhausen) und Schloss Eckberg (ehem. Villa Souchay). Alle drei sind von ausgedehnten Parkanlagen umgeben, die besonders vom jenseitigen Elbufer einen großartigen Anblick bieten.

In den Jahren 1871 bis 1875 bauten Stadtbaurat Theodor Friedrich und Ingenieur Bernhard Salbach das erste Wasserwerk der Stadt Dresden - das Wasserwerk Saloppe. Es fängt das aus der Dresdner Heide anströmende Grundwasser über eine etwa 1.450 m lange Sickergalerie ab. Später kamen noch 57 Rohrbrunnen hinzu. Das aufbereitete Wasser wurde in die neben dem Fischhaus am Albertpark stehenden Hochbehälter gepumpt, wo die Trinkwasserversorgungsleitungen der Dresdner Neustadt ihren Ausgang nahmen.

"Saloppe" geht auf den Namen "Schaluppe" zurück, der um 1815 für ein nahe gelegenes Gasthaus aufkam (im Griechischen bedeutet chalupa soviel wie kleine wertlose Hütte oder Bauernhaus). In Schumann's Lexikon von Sachsen (1830, Bd. 17, S. 988) steht: "Die Schaluppe, fälschlich Saluppe und von Vornehmern Saloppe genannt, war ursprünglich eine blose Schaluppe, d.h. eine Bretterhütte, die sich durch gute Bewirthung und eine treffliche Aussicht (denn sie steht auf einem niedrigen Bergvorsprunge des Gebirges) zu einem eleganten Hause erhoben hat und oft so stark (von Allerlei, auch hohen Klassen der Dresdner) besucht ist, daß die Späterkommenden weder Sitz noch Erdäpfel (welche hier die wichtigste Rolle spielen) bekommen können." (mit Erdäpfeln sind Kartoffeln - sächsisch "Abborn" - gemeint).


Gedenkstätte Bautzner Straße
Die Gedenkstätte Bautzner Straße ist die einzige original erhaltene Untersuchungshaftanstalt der DDR-Staats­sicherheit in Sachsen. Sie umfasst neben dem ehemaligen Haftgebäude auch Teile des Verwaltungstraktes mit Festsaal und Büro des Dresdner Stasi-Chefs sowie einen sowjetischen Haftkeller. Sie versteht sich als ein Ort des Erinnerns, der Bildung und Begegnung. Ihr Ziel ist es, die Repressionspraxis der Staatssicherheit im Kontext von SED-Herrschaft und DDR-Alltag zu vermitteln, an die Schicksale der Betroffenen zu erinnern, den ideologischen Hintergrund politischer Verfol­gung darzustellen. Dies wird durch Dauer- und Wechselausstellungen, Führungen, Veranstaltungen verschiedenster Genres, eigene Publikationen und Projekttage umgesetzt.
Gedenkstätte Bautzner Straße Dresden, Bautzner Straße 112a, 01099 Dresden
www.bautzner-strasse-dresden.de


Elbschlösser: Schloss Albrechtsberg • Lingnerschloss • Schloss Eckberg

Auf dem Elbhang im Osten der Radeberger Vorstadt stehen die drei schönen, im Stilgemisch des Historismus gebauten Elbschlösser Schloss Albrechtsberg, Lingnerschloss (ehem. Villa Stockhausen) und Schloss Eckberg (ehem. Villa Souchay). Alle drei sind von ausgedehnten Parkanlagen umgeben. Vom jenseitigen (linken) Elbufer bieten diese Schloss- und Parkanlagen einen prächtigen Anblick.

Schloss Albrechtsberg
Schloss Albrechtsberg
Bauzeit, Architekt: 1850-1854, Adolf Lohse (preußischer Landbaumeister, Schüler von Karl Friedrich Schinkel)
Merkmale: spätklassizistischer Sandsteinbau mit Mittelrisalit und zwei Ecktürmen, 100 Zimmer, ähnlich einer italienischen Renaissance-Villa gestaltet, entspricht dem von Karl Friedrich Schinkel nach dem Muster römischer Villen des 16. Jahrhunderts entworfenen Typus der Belvedere-Villa (wie Schinkels Schloss Pfingstberg in Potsdam)
Außenanlage: bis zum Elbufer reichende Terrasse (ähnlich der Terrassenanlage der Villa d'Este in Tivoli gestaltet)
Aus der Geschichte/Name: für Prinz Albrecht von Preußen (Bruder des späteren Kaisers Wilhelm I.) gebaut (musste nach seiner Heirat mit einer bürgerlichen Frau Berlin verlassen und siedelte nach Dresden über)

www.schloss-albrechtsberg.de
www.hoga-schloss-albrechtsberg.de

Der Weinberg, auf dem das Schloss Albrechtsberg steht, gehörte einst zum Besitz von Lord Jacob Findlater, Peer von Schottland. Dieser hatte das Grundstück um 1800 erworben, um sich hier ein Landhaus errichten zu lassen. Im Jahr 1850 erwarb Baronin Ernestine von Stockhausen, die Gattin des Kammerherrn des Prinzen Albrecht von Preußen, das Grundstück für den Prinzen.

Im Jahr 1925 kaufte die Stadt Dresden die Schlossanlage. Der Park ist seit 1930 öffentlich zugänglich. In der Zeit der DDR, ab 1951, war das nun "Pionierpalast" genannte Schloss ein Kinder-Freizeitzentrum ("Junge Pioniere" hieß die Kinderorganisation der DDR). Im Park entstanden Sportanlagen, eine Spielwiese und ein naturwissenschaftlicher Lehrpfad.

Im Jahr 1987 begann die Restaurierung der Inneneinrichtung einiger Räume des Schlosses. Die schönsten Räume sind der Kronensaal, in dem regelmäßig Kammerkonzerte stattfinden, und das von Karl Diebitsch gestaltete "Türkische Bad" ("Maurisch-orientalische Bad"). Dieser Baumeister schuf auch das unterhalb des Schlosses am Hang gelegene "Römische Bad".

In neuerer Zeit wurden in Schloss Albrechtsberg eine Kongress- und Veranstaltungsstätte, ein Restaurant und die Jugendkunstschule Dresden eingerichtet.


Lingnerschloss (ehem. Villa Stockhausen)
Bauzeit, Architekt: 1850-1852, Adolf Lohse (preußischer Landbaumeister)
Merkmale: Stilmischung aus Klassizismus und Neorenaissance, mit Ecktürmen am Eingang und einer Säulenhalle an der Elbseite
Aus der Geschichte: als Villa Stockhausen für Baron von Stockhausen gebaut (Kammerherr des nebenan im Schloss Albrechtsberg wohnenden preußischen Prinzen Albrecht)

www.lingnerschloss.de     www.lingnerterrassen.de

Lingnerschloss und Mausoleum
Im Jahr 1891 kaufte der Nähmaschinenfabrikant Bruno Naumann die Villa Stockhausen. Im Jahr 1906 ging sie in den Besitz des Unternehmers Karl August Lingner über, der im Jahr 1885 nach Dresden gekommen und vor allem durch sein berühmtes "Odol"-Mundwasser zu großem Wohlstand gelangt war. Er gründete mehrere soziale Einrichtungen wie z.B. eine Kinderklinik, ein Säuglingsheim, eine Schulzahnklinik und die Volkslesehalle an der Waisenhausstraße. Außerdem organisierte er die sehr erfolgreiche I. Internationale Hygieneausstellung, die im Jahr 1911 in Dresden stattfand. Diese gab den Anstoß für den Bau des Deutschen Hygiene-Museums.

Karl August Lingner nannte die Villa Stockhausen sein "Schloss". Heute spricht man vom Lingnerschloss. Nach Lingners Tod im Jahr 1916 wechselten das Gebäude und das Grundstück entsprechend Lingners Testament als Volkserholungsstätte in den Besitz der Stadt Dresden. Das Grundstück ist seitdem, wie von Lingner testamentarisch festgelegt, öffentlich zugänglich. Das denkmalgeschützte Gebäude wurde in der Zeit der DDR vom Dresdner Klub des Kulturbundes für Veranstaltungen genutzt. Heute finden im Lingnerschloss wissenschaftliche und kulturelle Veranstaltungen und Tagungen statt.

Die Standseilbahn, die sich Lingner im Jahr 1908 hoch zu seinem Schloss hatte bauen lassen, wurde im Jahr 1933 abgebrochen. Im Mausoleum (oben - Bild rechts), einem kleinen ovalen Bau am Fuße des zum Grundstück gehörenden Berghanges, befindet sich Lingners Grab. Die Reliefs schuf Georg Kolbe.


Schloss Eckberg (ehem. Villa Souchay)
Bauzeit, Architekt: 1859-1861, Christian Friedrich Arnold (Schüler Gottfried Sempers, einziger "Neugotiker" in Dresden, entwarf u.a. auch die Türme der Sophienkirche und die Kreuzschule)
Merkmale: Sandsteinbau, neogotischer Burgenstil (nach dem Vorbild der altenglischen Tudor-Gotik des 16. Jahrhunderts)
Aus der Geschichte/Name: für Großkaufmann John Daniel Souchay gebaut, wegen des Standortes am Ende des Elbhanges später Schloss Eckberg genannt

www.schloss-eckberg.de

Schloss Eckberg
In der Zeit der DDR nutzte man Schloss Eckberg als Jugendtouristikhotel. Die bauliche Innenausstattung erfuhr ab 1987 eine originalgetreue Rekonstruktion. In neuerer Zeit wurde im Gebäude und im nebenan stehenden Kavalierhaus ein Luxushotel eingerichtet.

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