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Stadtteil Weißer Hirsch

Besiedlung im wesentlichen erst ab 1775, Eingemeindung nach Dresden: 1921 (Friedrich-August-Park und Waldpark Weißer Hirsch: 1927)

www.dresden-weisser-hirsch.de       www.weisser-hirsch.de (Stadtteil-Portal Weißer Hirsch)

Der Stadtteil Weißer Hirsch ist von der Dresdner Neustadt über die Bautzner Straße oder von Loschwitz mit der Standseilbahn zu erreichen.

Zu einer nennenswerten Erschließung des Gebietes Weißer Hirsch kam es erst in der Zeit um 1775. Ab 1875 entwickelte sich die Siedlung zu einem berühmten Kurort. Zeitgleich wuchs hier eine große vornehme Villensiedlung heran.

Im Jahr 1572 gab es hier an der Bautzner Straße, einer in die Lausitz führenden wichtigen Handelsstraße, eine Bierschänke. Im Jahr 1664 legte Oberküchenmeister Georg Ernst von Dölau hier einen Weinberg mit einem Winzerhaus an. Der kurfürstliche Kapellmeister Christoph Bernhard, ein Schüler von Heinrich Schütz, richtete an diesem Ort ein Gut ein. Im Jahr 1688 erhielt er das Schankrecht für sein Haus, das er "Zum Weißen Hirsch" nannte. Später ließ Oberlandweinmeister Heinrich Roos diese Schenke erneuern.

Gasthaus zum Weißen Hirsch um 1900

Bild: Gasthaus zum Weißen Hirsch um 1900 (nach einem alten Foto, verändert)


In der Nähe des Gasthauses stand ab 1685 die "Lohschenke", die dann ab 1733 "Zum weißen Adler" hieß, sowie im Süden von 1769 bis 1802 eine Holländische Windmühle. Erst ab 1775 wuchs hier langsam eine Wohnsiedlung heran, die im Jahr 1838 eine Landgemeinde bildete.

Gegenüber der Schenke "Zum Weißen Hirsch" entstand im Jahr 1856 ein Gasthof, aus dem das heutige Parkhotel hervorging. Das daneben stehende Fridabad wurde im Jahr 1867 errichtet.

Nahe der Einmündung der Luboldtstraße steht ein Gedenkstein von 1881 mit einem von Heinrich Schnauder geschaffenen Bronzerelief. Dieser Gedenkstein erinnert an Max Ludwig Küntzelmann, den Gründer der Kursiedlung Weißer Hirsch. Er hatte im Jahr 1874 das hier bestehende Gut gekauft, das Herrenhaus in ein Kurhaus umgebaut und große Teile seines Grundstückes als Bauland für eine Villenkolonie freigegeben.

Dr. Lahmanns physiatrisches Sanatorium um 1900Im Jahr 1888 eröffnete der Arzt Dr. Heinrich Lahmann im Fridabad an der Stechgrundstraße ein Sanatorium. Um die Jahrhundertwende war "Dr. Lahmanns physiatrisches Sanatorium" (Bild: um 1900; nach einem alten Foto, verändert) weithin berühmt. Nach dem Zweiten Weltkrieg nutzte die Sowjetarmee das Gebäude als Lazarett.
Seit 1888 ist der Weiße Hirsch eine vornehme Villensiedlung und ein bedeutender Kurort. Östlich der Stechgrundstraße entstand in den 1920er Jahren ein Konzertplatz, auf dem sonntags Konzerte für die Patienten des Sanatoriums und die Bewohner der Villensiedlung stattfanden.

Noch heute zeichnet sich dieser Dresdner Stadtteil durch zahlreiche Fremdenheime und prächtige Villen aus. Viele davon zeigen sich wie z.B. die "Villa Elbblick" in einem schönen Jugendstil, andere wie die Villen in der Collenbuschstraße im Stil der Neuen Sachlichkeit. Die an der Stangestraße stehende kleine Kirche wurde im Jahr 1889 in einem norwegisch-romanischen Stil errichtet.

Der dänische Schriftsteller Martin Andersen Nexö (1869-1954, ab 1951 Dresdner Ehrenbürger) verbrachte seine letzten Lebensjahre von 1952 bis 1954 im Haus Collenbuschstraße 4. Im Jahr 1958 wurde hier eine ihm gewidmete Gedenkstätte eingerichtet.

In der Künstlerpension Rissweg 68 wohnte im Jahr 1910 Oskar Kokoschka. Er schrieb hier sein Drama "Mörder, Hoffnung der Frauen", das im Jahr 1917 im Albert-Theater am Albertplatz zur Uraufführung kam.

An der Straße Plattleite und an der Zeppelinstraße befinden sich das Wohnhaus und das im Jahr 1955 gegründete Institut von Professor Manfred von Ardenne. Das Institut ist an der kugelförmigen Sternwarte zu erkennen. Der bekannte Wissenschaftler Manfred von Ardenne war maßgeblich am Bau der sowjetischen Atombombe beteiligt, trieb die Entwicklung des Fernsehens wesentlich voran und ließ sich hunderte bedeutende Erfindungen wie z.B. die Sauerstoff-Mehrschritt-Therapie patentieren. Er starb im Jahr 1997.

Ab 1990 erfuhren viele der in der Zeit der DDR sehr vernachlässigten Villen der Siedlung Weißer Hirsch eine umfassende Sanierung. Probleme bereiteten hierbei die ungeklärten Eigentumsverhältnisse vieler Grundstücke.

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