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Stadtteil Niederpoyritz

Urkundliche Ersterwähnung: 1414 als Podegricz (altsorbisch "Ort unter der Burg"), Eingemeindung nach Dresden: 1950

Der alte Name Podegricz des einstigen Straßendorfes bedeutet "Ort unter der Burg", womit die einst am oberen Eingang des Helfenberger Grundes stehende, erstmals im Jahr 1350 erwähnte Befestigung Hilfenburg gemeint ist.

Die bei Wachwitz noch schmale rechtselbische Niederterrasse verbreitert sich - stromaufwärts gesehen - ab Niederpoyritz. Der Talhang tritt immer mehr vom Strom zurück. Wegen starker Hochwassergefahr blieben weite Teile der Niederpoyritzer Niederterrasse unbesiedelt. Der Ort beschränkt sich im wesentlichen auf das Gebiet der Pillnitzer Landstraße. Zuletzt breitete er sich noch etwas am Elbtalhang im Bereich der Staffelsteinstraße aus.

Ab 1539 gehörte Niederpoyritz zur Kirchgemeinde Hosterwitz. Das Niederpoyritzer Gut befand sich an der zum Helfenberger Grund führenden Eugen-Dieterich-Straße. Bis 1645 gehörte es, ebenso wie das Wachwitzer Gut, als Beigut zur Grundherrschaft Pillnitz. Dann erlangte es als Rittergut Eigenständigkeit.

Die leichten, sich schnell erwärmenden staunässefreien Böden der Niederpoyritzer Elbhänge bieten gute Bedingungen für den Weinbau. Im Haus Pillnitzer Landstraße 221, das die Jahreszahl 1674 trägt, war einst eine Weinpresse eingerichtet.

Der Flurname "An der Schiffsmühle" erinnert an eine frühere Elbe-Schiffsmühle. Unweit der Landestelle der Laubegaster Fähre stand das ehemalige Gasthaus "Zur Schanze". Hier war im Jahr 1721 auf einer aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648) stammenden Schanze eine Schänke gebaut worden.

An der Eugen-Dieterich-Straße blieben einige alte Gebäude erhalten wie das heute als Wohnhaus genutzte Herrenhaus von 1735. Am Haus gegenüber steht die Jahreszahl 1832 im Schlussstein des Rundtores. An der rechten Tür des Hauptflügels ist die Jahreszahl 1835 zusammen mit dem sächsischen Wappen und den Initialen FA (Friedrich August) zu lesen.

Im Helfenberger Grund stand eine erstmals im Jahr 1621 erwähnte Mühle, die im Jahr 1869 in den Besitz des Fabrikanten Eugen Dietrich gelangte, der hier eine pharmazeutische und Papierproduktion betrieb. In der Zeit der DDR fertigte das Dresdner Pentacon-Werk an diesem Ort Kleinbildkameras.

Im Jahr 1887 wurde in Niederpoyritz ein Feierabendheim gegründet (nach dem schwedischen Prinzen Gustav Wasa benannt). Die Niederpoyritzer Kinder besuchten die Schule in Hosterwitz, bis im Jahr 1894 das (noch heute bestehende) Niederpoyritzer Schulhaus fertiggestellt war. Seit 1903 ist Niederpoyritz an den städtischen Nahverkehr angeschlossen.

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