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Stadt Radeberg • Schloss Klippenstein

Stadt Radeberg

Die Stadt Radeberg (ca. 18.300 Einwohner) befindet sich etwa 13 km vom Dresdner Stadtzentrum entfernt am Ostrand der Dresdner Heide. Hier vereinigen sich die Flüsse Große Röder und Schwarze Röder.

Um 1200 rodeten deutsche Kolonisten das Gebiet an der Röder (Rade ). Zu jener Zeit ließ Markgraf Dietrich (der Bedrängte; reg. 1195-1221) auf einer Felsenklippe an der Röder - am Eingang des Hüttertales - eine Wehranlage mit einem Burgfried errichten. Diese Grenzfeste an der damaligen Grenze der Mark Meißen zu Böhmen wird erstmals im Jahr 1289 als castrum Radeberch urkundlich erwähnt.

Schon im Jahr 1219 wird ein Meißner Domherr "Werner von Radeberg" genannt. Der Ort Radeberg findet erstmals im Jahr 1233 urkundliche Erwähnung. Im Jahr 1344 erscheint Radeberg als Stetchin (Kleinstadt) in den Urkunden. Das Stadtrecht erhielt der Ort aber erst 1412.

Im Jahr 1430 richteten die Hussiten große Zerstörungen auf der Burg und in der Stadt an.

Wegen der günstigen Lage der Stadt an einer Handelsstraße (Salzstraße) gelangte das Radeberger Bürgertum zu Wohlstand. Doch verheerende Stadtbrände - allein sieben zwischen 1521 und 1741 - zehrten den Reichtum zum großen Teil wieder auf. Die im Jahr 1845 gebaute Eisenbahnstrecke nach Schlesien brachte der Stadt dann einen enormen wirtschaftlichen Aufschwung. In der Zeit der DDR entwickelte sich Radeberg zu einer bedeutenden Industriestadt mit Einrichtungen der Möbel-, Fahrzeug- und Computerindustrie. Die Firma ROBOTRON war der führende EDV-Anlagenhersteller der DDR.

Zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt gehören Schloss Klippenstein, die Stadtkirche und das Rathaus sowie barocke und klassizistische Bürgerhäuser in der Altstadt. Die aus dem Jahr 1764 stammende Hospitalbrücke ist die älteste Brücke der Stadt.

Das am Marktplatz stehende Rathaus wurde in den Jahren 1767 bis 1769 als zweigeschossiger Bau errichtet. Das dritte Stockwerk kam im Jahr 1822 hinzu. Nebenan steht eines der ersten Barockhäuser der Stadt - ein zweigeschossiges Wohnhaus von 1741 mit Mansardendach.

Westlich vom Rathaus ist die zwischen 1486 und 1498 errichtete Radeberger Stadtkirche zu sehen. Ihre heutige Gestalt erhielt sie bei einem Ausbau im Jahr 1730 (nach dem Stadtbrand von 1714) und einem Umbau im Jahr 1889. Besonders sehenswert ist die um 1730 entstandene barocke Kanzel.

Radeberg ist durch die traditionsreiche, seit 1885 bestehende Exportbierbrauerei bekannt. Diese ging aus der im Jahr 1872 gegründeten Aktienbrauerei "Zum Bergkeller" hervor.

Das erste Radeberger Bier wurde schon in früher Zeit von Mönchen gebraut. Kurfürst Friedrich II. von Sachsen (reg. 1428-1464) verlieh der Stadt Radeberg im Jahr 1442 das Back- und Braurecht sowie das Ausschankrecht. Die Bierbrauer waren in Brauzünften organisiert. Gambrinus war ihr Schutzpatron.

Im Jahr 1873 ging die im Jahr 1872 auf dem Galgenberg gebaute Aktienbrauerei in Betrieb. Das weiche Wasser für das in ganz Deutschland und darüber hinaus bekannte und geschätzte Radeberger Bier bezieht die Brauerei seitdem über eine Rohrleitung aus dem Carswald bei Rossendorf. Für die Herstellung von 100 Liter Bier werden 1.000 Liter Wasser, 19 kg Malz, 250 g Hopfen und 0,5 Liter dickbreiige Hefe benötigt. Nach der Zubereitung im Sudhaus gelangt das Jungbier in den Gärkeller, wo es bei 6 bis 8°C etwa 10 Tage lang gärt.

Stadt Radeberg, Markt 19, 01454 Radeberg,  www.radeberg.de

Brauereibesichtigung, Dresdner Str. 2, 01454 Radeberg

www.bierstadt-radeberg.de

Umgebung von Radeberg

Die Radeberger Umgebung ist von den welligen Rücken der Lausitzer Granitplatte geprägt. Hier laden die Dresdner Heide, das Seifersdorfer Tal und das Hüttertal zum Wandern ein. Der 270 m hohe Silberberg bei Augustusbad ist die höchste Erhebung dieses Gebietes.

Das ca. 60 km² große Hüttertal wurde im Jahr 1954 zum Landschafts- und Vogelschutzgebiet erklärt. Dieses Tal der Röder zeigt sich stellenweise sehr eng und felsig. Ein beliebtes Wanderziel ist hier die um 1590 erstmals erwähnte Hüttermühle - heute eine Gaststätte. Zu ihr gehören ein 4 m großes Mühlrad und ein Teich.

Das etwa 5 km nordwestlich von Radeberg gelegene, recht exotisch anmutende Schloss Seifersdorf wurde um 1530 als Wasserschloss gegründet und im Jahr 1822 nach Plänen des berühmten preußischen Baumeisters Karl Friedrich Schinkel zu einem der frühesten neogotischen Bauwerke Sachsens umgebaut. Heute steht es unter Denkmalschutz.

Im Naturschutzgebiet Seifersdorfer Tal (südwestlich des Ortes Seifersdorf gelegen) lädt ein im Jahr 1781 angelegter romantischer Landschaftspark mit viel schöner Gartenarchitektur wie Säulen, Statuen, Steinbänken und Denkmalen zu einem Besuch ein. Der Musentempel, der Tempel der Tugend und andere Bauten sind weitgehend verfallen. Am Ende des 18. Jahrhunderts entstanden in Sachsen viele solche "sentimentale Landschaftsparks". Einst befand sich der Park im Besitz von Graf Moritz von Brühl (des jüngsten Sohnes des sächsischen Premierministers Graf Heinrich von Brühl). Seine Frau Christiane von Brühl pflegte ein reiches Kulturleben und stand mit bedeutenden Künstlern und Literaten in Kontakt. Auf Schloss Seifersdorf waren z. B. Wieland, Herder und Goethe zu Gast.

Schloss Klippenstein

[Mit freundlicher Unterstützung durch Katja Altmann, Schlossleiterin]

Schloss Klippenstein ist am Eingang des Landschaftsschutzgebietes Hüttertal (wenige Geh-Minuten vom Radeberger Stadtzentrum entfernt) in einer landschaftlich sehr reizvollen Gegend gelegen. Das von einer Ringmauer und dem Schlossteich umgebene überaus romantische Bauwerk präsentiert sich seit Abschluss der Sanierung seinen Besuchern in ganz neuem Glanz.

Schloss Klippenstein in RadebergDie auf einem Kegel aus Lausitzer Granit errichtete Burg Klippenstein fand im Jahr 1289 ihre erste urkundliche Erwähnung. Zwischen 1543 und 1546 ließ Herzog Moritz (reg. ab 1547 als Kurfürst Moritz von Sachsen) die am Rande des herrschaftlichen Jagdgebietes Dresdner Heide gelegene Burg in ein Jagdschloss umbauen, eine Dreiflügelanlage mit einem Innenhof, einem Renaissance-Giebel und einem Renaissance-Portal. Bis um 1772 erfolgten weitere Veränderungen am Schloss. Von 1856 bis 1952 war es Sitz des Gerichtsamtes.
Aus der Zeit vor 1543 blieben einige Mauerreste erhalten. Der Wallgraben wurde nach 1648 beseitigt, der Schlossgraben versandete im 18. Jahrhundert fast vollständig. Im Eulenturm befand sich von 1715 bis 1810 ein Gefängnis (der "Hungerturm").

An der Schlossstraße blieben Reste der alten Stadtmauer von Radeberg erhalten. Die nahebei stehende Schlossmühle wurde erstmals im Jahr 1349 erwähnt.

Viele Dokumente zur Schlossgeschichte gingen bei den verheerenden Stadtbränden von 1714 und 1741 verloren.

Im Jahr 1953 wurde in einigen Räumen der Hauptburg ein Heimatmuseum eingerichtet. Weitere Nutzer des Schlosses waren unter anderem ein Jugendclub und ein Kindergarten. Die Armee der DDR (NVA) richtete hier einen Musterungsstützpunkt ein. Dennoch nahm der Verfall des Gebäudes dramatische Ausmaße an.

Im Jahr 1993 wurde die Stadt Radeberg Eigentümer des Schlosses. Es gründete sich der Verein Schloss Klippenstein e.V. und eine umfangreiche Sanierung begann.

Im neu gestalteten untersten Stockwerk des Wohnturmes erfahren die Besucher Interessantes zur Baugeschichte der Schlossanlage und erhalten Einblicke in die archäologische Sammlung des Museums. Im darüber liegenden Stockwerk befindet sich eine Ausstellung zum Amt Radeberg. In der Ausstellung zur Stadt- und Industriegeschichte Radebergs sind unter anderem zwischen 1951 und 1991 hergestellte Fernsehgeräte, historische Möbel und Gemälde mit Stadtansichten zu sehen. Der ehemalige Verhandlungssaal im oberen Stockwerk dient als Sonderausstellungsraum. Hier finden auch Kammerkonzerte, Lesungen und Vorträge statt.

Vorburg von Schloss Klippenstein

Bild: Vorburg von Schloss Klippenstein





Heimatmuseum Schloss Klippenstein,
Schlossstr. 6, 01454 Radeberg

www.schloss-klippenstein.de

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