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Stadtteil Gorbitz

Urkundliche Ersterwähnung: 1412; schon 1206 wird ein Ort Gurbewicz (altsorbisch: gorb = kleiner Hügel, Anhöhe) genannt; Eingemeindung nach Dresden: 1921 (Kammergut Gorbitz: 1924)

www.ddgorbitz.de

Im Jahr 1445 nennt ein Verzeichnis den Dresdner Bürger Lorenz Busmann als Besitzer des Vorwerks Gorbitz, zu dem damals neun Bauernwirtschaften gehörten. Die Vorwerks-Tagelöhnersiedlung an der unteren Uthmannstraße hieß ab 1573 Niedergorbitz.

Das Vorwerk gelangte im Jahr 1644 in den Besitz von Magdalena Sybilla, der Gemahlin des sächsischen Kurfürsten. Sie kaufte in den Jahren 1648/49 zwei weitere Güter sowie mehrere Felder hinzu, ließ außerdem zwei Weinberge anlegen und eine Gutsbrauerei errichten.

Das Vorwerk Gorbitz blieb als Kammergut im Besitz des Landesherrn, bis es mit dem Inkrafttreten der neuen Landesverfassung im Jahr 1832 an den sächsischen Staat überging, der den Grundbesitz zwischen 1857 und 1886 um vier weitere Güter auf 153 ha vergrößerte. Das Kammergut Gorbitz bewirtschaftete nun die Fläche zwischen der Kesselsdorfer Straße, der Hirtenstraße und der Weidentalstraße. Noch in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg wurde dieses Gelände, das seit 1924 zum Dresdner Stadtgebiet gehört, überwiegend landwirtschaftlich genutzt.

Die einst durch dieses Gebiet verlaufende Freibergische Landstraße hatte sich nach dem Beginn des Freiberger Silberbergbaus um 1200 zu einer wichtigen Handelsstraße entwickelt. Bis zum Ausbau der Kesselsdorfer Straße zwischen 1810 und 1812 lief der Fernverkehr im Gorbitzer Bereich über die Uthmannstraße. Im Jahr 1691 wird von Bauarbeiten an diesem "Weg hinterm Dorf" berichtet, wie diese Straße damals von den Niedergorbitzern genannt wurde. In den Dokumenten jener Zeit steht auch, dass die Dorfbewohner kein einziges Zugtier besaßen und deshalb keine Fuhren für den Straßenbau leisten konnten.

Um 1710 wohnten etwa 150 Familien in Niedergorbitz, was für damalige Dörfer recht viele waren. Hier lebten unter anderem Zimmerleute, Maurer, Branntweinbrenner, Knechte und Tagelöhner. Auch ein Schmied und ein Wagner werden genannt. Diese reparierten neben den Gerätschaften des Vorwerks auch die auf der Freibergischen Landstraße verkehrenden Fuhrwerke und Reisewagen.

Im Jahr 1744 gab es vier Siedlungen auf dem stark hängigen Niedergorbitzer Gelände: das Straßenviertel (Uthmannstraße), das Dammviertel, das Grabenviertel (Geyersgraben) und das Gassenviertel.

Der Steinkohlebergbau im Umfeld des Plauenschen Grundes sorgte für weitere Ansiedlungen in Niedergorbitz. Im Jahr 1840 wurden 1.300 Einwohner gezählt, darunter 108 Bergarbeiter.

Das Bauerndorf Obergorbitz lag im oberen Bereich der Uthmannstraße. Hier blieben einige Gehöfte mit alten Torbögen, Türstöcken und Plänermauern erhalten. Am Eingang zur ehemaligen Weinpresse, einem dreiseitigen Fachwerkgehöft (Uthmannstraße 40), ist ein Schlussstein mit der Darstellung einer Weintraube zu sehen. Auch an der Kesselsdorfer Straße stehen einige alte Gehöfte. Östlich schließen sich Mietswohnhäuser an.

Die Gemeindekirche von Obergorbitz ging aus der Kapelle der im Jahr 1872 gegründeten Diakonenanstalt hervor.

In dem an der Kesselsdorfer Straße gelegenen Gasthof Obergorbitz wurde in der Zeit der DDR das Dresdner Studio für Trickfilme eingerichtet. Die Kleinhaussiedlung an der hier abzweigenden Hirtenstraße besteht seit 1934. Auch die weiter westlich an der Kesselsdorfer Straße gelegene Siedlung Margeritenstraße entstand in den 1930er Jahren. Gegenüber befand sich damals ein Ziegelwerk.

Herrenhaus GorbitzVom einstigen Kammergut Gorbitz blieb das stattliche Herrenhaus Gorbitz (Kaufbacher Straße 15 nahe Kesselsdorfer Straße) erhalten, ein bedeutendes Baudenkmal aus der Zeit zwischen 1569 und 1659. In den 1970er Jahren wurden Teile des zugehörigen großen Dreiseithofes abgebrochen und durch Gebäude für den Werthof der Deutschen Reichsbahn ersetzt. Das Herrenhaus verfiel zunehmend, bis es in den 1990er Jahren als Wohnhaus sowie Gasthof mit Säulensaal, Kaminzimmer und Herrenzimmer wiederhergestellt wurde.

Plattenbausiedlung Gorbitz
Auf dem Vorwerksgelände entstand in der Zeit der DDR eine ausgedehnte Wohnsiedlung, deren in Plattenbauweise errichteten hohen Wohnblöcke seitdem das Bild des westlichen Elbtalrandes prägen.

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