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  Dresden − Stadtzentrum & Stadtteile

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Stadtteile Seidnitz und Dobritz

Seidnitz

Urkundliche Ersterwähnung: 1378 als Syticz (altsorbisch: Leute des Zideta), Eingemeindung nach Dresden: 1902

Die Seidnitzer Flur erstreckt sich ungefähr zwischen dem Altenberger Platz im Norden, der Paracelsusstraße im Osten, der Eisenbahnlinie im Süden und der Liebstädter Straße im Westen.

Das Platzdorf Altseidnitz befand sich auf einer flachen Erhebung zwischen zwei Elbe-Altarmsenken (nahe der Kreuzung Bodenbacher­/Enderstraße). Zum südlichen Elbe-Altarm gehörte ein um 1370 erwähnter See am Pirnaischen Weg (zwischen Bodenbacher und Winterbergstraße). Noch bis 1898 gab es hier schilfbestandene Seewiesen und stellenweise offenes Wasser. Nach Inbetriebnahme des Tolkewitzer Wasserwerkes sank der Grundwasserspiegel hier um etwa einen Meter, so dass die Gewässer verlandeten.

Das alte Vorwerk Seidnitz gehörte zunächst dem Burggrafen von Dohna. So ist bekannt, dass dieser im Jahr 1388 den Zinserlös des Vorwerks dem Frauenkirchhof stiftete. Um 1445 befand sich Seidnitz im Besitz des Meißner Domstifts. Nach der Reformation, ab 1546, wurde es vom Dresdner Religionsamt und vom Brückenamt des Dresdner Rates verwaltet. Die Bauern mussten auch Pflugdienste im Ostra-Vorwerk leisten.

Das Haus Altseidnitz 2 gehört zu den wenigen erhalten gebliebenen Altseidnitzer Häusern. Auf einer Inschriftentafel dieses ehemaligen Spritzenhauses ist die Jahreszahl 1765 zu lesen.

Die Pferderennbahn Seidnitz wurde im Jahr 1891 angelegt. Um 1900 entwickelte sich Seidnitz zu einem vorstädtischen Wohngebiet mit etwa 90 Häusern. Nach 1924 setzte - vor allem südlich der Bodenbacher Straße - ein umfangreicher genossenschaftlicher Wohnungsbau ein.

Nach 1900 siedelten sich längs der Eisenbahnstrecke mehrere Industriebetriebe an. Auch in der Zeit der DDR entstanden hier große Betriebe wie z.B. der Chemieanlagenbau südlich der Bodenbacher Straße und das Robotron-Elektronikwerk nördlich davon.

In der Zeit der DDR erfuhr die Seidnitzer Flur eine sehr intensive Wohnbebauung: vor 1970 in Großblockbauweise, nach 1970 dann in kostensparender Plattenbauweise.

Dobritz

Urkundliche Ersterwähnung: 1378 als Doberwicz (altsorbisch: Leute des Dobr), Eingemeindung nach Dresden: 1921

Dobritz ging aus der Vereinigung des älteren Sackgassendorfes Großdobritz mit der Wüstung Lippen und dem Bauernweiler Kleindobritz hervor. Von Altdobritz blieben einige Gutshöfe (Altdobritz 2 und 3), Fachwerkhäuser (Altdobritz 15) und schmalgiebelige Drescherhäuser (Pirnaer Landstraße 30, 32 und 34) erhalten. Auf dem Grundstück Pirnaer Landstraße 38 befand sich ein Vorwerk (Stadtgut). In Kleindobritz stammt das Haus Breitscheidstraße 1 aus früherer Zeit.

Zu den Grundherren der Dobritzer Flur gehörten Lehnsherren zu Bärenstein, Rottwerndorf und Borthen, der Rat zu Pirna und (in Kleindobritz) das Religionsamt des Dresdner Rates. Die Großdobritzer Erbgerichtsbarkeit lag von 1582 bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts bei der auf Weesenstein sitzenden Familie von Bünau.

Die Dobritzer Einwohner bestritten ihren Lebensunterhalt mit Ackerbau, im 18. Jahrhundert auch mit Heimgewerbe wie Spinnen, Zwirnen und Strohflechten.

Am Ende des 19. Jahrhunderts kamen mehrere Großgärtnereien aus dem nun städtisch bebauten Striesen nach Dobritz. Um 1895 wurden hier sieben Gärtnereibetriebe gezählt. Zu dieser Zeit entstand in Dobritz, das noch immer einen sehr dörflichen Charakter besaß, ein Wohngebiet für Niedersedlitzer Arbeiter.

Im Jahr 1884 ging eine Gardinenfabrik (Breitscheidstraße 78/84) in Betrieb. Diese kurz "Die Gardine" genannte Firma beschäftigte überwiegend weibliche Mitarbeiter, die zum großen Teil in den nördlich der Breitscheidstraße etwa zeitgleich mit der Fabrik gebauten Häusern wohnten. In der Zeit der DDR führte man die Fabrik als VEB Plauener Spitze weiter. Das an der Breitscheidstraße gelegene Schokoladen- und Verpackungsmaschinenwerk erhielt zwischen 1957 und 1964 einen Neubau mit einem weithin sichtbaren Hochhaus.

Kurz nach Einrichtung des Haltepunktes Dobritz an der Bahnstrecke nach Pirna setzte im Jahr 1966 ein intensiver Wohnungsbau im Stadtteil ein.

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