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Hintere Sächsische Schweiz: Bad Schandau, Sebnitztal

Die im Zentrum des Elbsandsteingebirges gelegene Stadt Bad Schandau (125 m ü. NN, ca. 3.400 Einwohner) ist der bedeutendste Kur- und Ferienort der Sächsischen Schweiz. Hier mündet das Flüsschen Kirnitzsch mit einem breiten Schwemmsandkegel in die Elbe. Die großartige Landschaft im Umfeld der Stadt wurde durch die Erosionstätigkeit des Lachsbaches (der aus dem Zusammenfluss von Polenz und Sebnitzbach hervorgeht), des Zaukengrabens und der Kirnitzsch geformt.

Bad Schandau - Häuserzeile an der Elbuferseite der Stadt

Bild: Häuserzeile an der Elbuferseite von Bad Schandau



www.bad-schandau.de

Der Ort Schandau entstand in der Mitte des 14. Jahrhunderts im Schutz der schon seit dem 12. Jahrhundert bestehenden Geleitburg Schomberg. Im Jahr 1430 fand der Ort seine erste urkundliche Erwähnung und schon im Jahr 1445 erschien er als Stadt in den Urkunden.

Die Burg Schomberg stand auf dem zwischen dem Zaukengrund und dem Kirnitzschtal gelegenen Schandauer Schlossberg (223 m ü. NN). Sie diente vor allem der Überwachung der hier entlang führenden Verkehrswege zwischen Böhmen, der Mark Meißen und der Oberlausitz. Von der Burg blieben der doppelte Wall, der Graben, die Zisterne und einige Mauerreste erhalten. Im Jahr 1883 errichtete man auf dem alten Mauerwerk eine künstliche Turmruine.

Das kleine "Schifferstädtchen" Schandau war ein wichtiger Warenumschlagplatz für Getreide, Holz, Wein und Obst aus Böhmen sowie Salz, Tuche und Fertigwaren aus den elbabwärts gelegenen Ländern.

Bad Schandau - Elbufer

Bilder: Blick vom Bad Schandauer Elbufer nach Westen zur Elbbrücke (Bild links; im Hintergrund der Lilienstein) und nach Osten in Richtung Schmilka (Bild rechts)


Nachdem der Pirnaer Arzt Dr. Cadner im Jahr 1730 eine als Heilquelle nutzbare eisenhaltige Quelle, das "Rote Flößgen", im Kirnitzschtal auf dem Gelände des Floßmeisters Johann Christian Häntzschel entdeckt hatte, entwickelte sich Schandau allmählich zum Kurbad. Anfangs wurde das Heilwasser nach Dresden verschifft und dort verkauft. Das erste Schandauer Badehaus entstand im Jahr 1799, erfuhr aber zunächst nur mäßigen Zuspruch. Zu den Gästen des Badehauses gehörte im Jahr 1806 der Dichter Theodor Körner (1791-1813). Die Stadt Schandau kaufte das Badehaus im Jahr 1880 und schuf auf dem Grundstück eine Heilanstalt mit Park.

Zu einem Fremdenverkehrsort entwickelte sich Schandau in der Mitte des 19. Jahrhunderts, nachdem die Elbe-Dampfschifffahrt und die Eisenbahn den Ort erreicht hatten. Die Stadt ist seitdem auch ein beliebter Ausgangspunkt für Wanderungen in die stille Hintere Sächsische Schweiz mit ihren ausgedehnten Wäldern und zahllosen Felsgebilden.

Den Namen Bad Schandau führt die Stadt seit 1920. Das Kneippkurbad entstand als Heilkuranstalt für Erwachsene mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Bad Schandau besitzt heute zwei moderne Reha-Kliniken - die Kirnitzschtal- und die Falkenstein-Klinik. In den 1990er Jahren erfuhr die Kuranlage einschließlich Kurpark eine aufwendige Sanierung.

Bad Schandau - StadtkircheDas architekturhistorisch wertvollste Bauwerk der Stadt ist die an der Ostseite des Marktplatzes stehende, im Jahr 1645 errichtete und nach einem Stadtbrand zwischen 1704 und 1709 neu aufgebaute spätgotische Stadtkirche St. Johannis. Am Portal sind alte Hochwassermarken zu sehen. Zur wertvollen Innenausstattung der Johanniskirche gehören die aus einem Block gehauene, von einer Mosesfigur getragene Sandsteinkanzel von 1705 und der mit erzgebirgischen Halbedelsteinen und belgischem Marmor verzierte Sandsteinaltar, den Hans Walther II zwischen 1574 und 1579 für die Dresdner Kreuzkirche geschaffen hatte. Der Altar gelangte nach dem Siebenjährigen Krieg (nach 1763) von der Kreuzkirche in die Dresdner Annenkirche. In Bad Schandau befindet er sich seit 1927.

Bad Schandau - Marktplatz

Bad Schandau - Marktbrunnen, SendigbrunnenAn der Westseite des Marktplatzes ist der ehemalige Brauhof zu sehen, ein Renaissance-Bau von 1680 mit einer Rundbogen-Durchfahrt und einem achteckigen Treppenturm an der Hofseite.

Bad Schandau - Marktplatz Nord- und Westseite

Bilder: Marktbrunnen (Sendigbrunnen; Bild links) sowie West- und Nordseite (Bild oben) des Marktplatzes von Bad Schandau


Bad Schandau - Fachwerkhaus an der Marktstraße
Neben dem ehemaligen Zollhaus an der Königsteiner Straße steht der im Jahr 1751 gebaute Salzschrank. Das an der Poststraße stehende Alte Rathaus (Stadthaus) von 1863, in dem bis 1938 der Stadtrat residierte, zeigt ein Sitznischenportal, das damalige Stadtwappen und über der Tür das kursächsische Wappen.


Bild: Bad Schandau - Blick in die Marktstraße (nordwestlich des Markplatzes gelegen)


Personenaufzug von Bad Schandau zum Villenort OstrauAm Haus Poststraße 3 erinnert eine Gedenktafel an den hier geborenen Komponisten C. G. Hering (1766-1853), der so bekannte Kinderlieder wie "Hopp, hopp, hopp, Pferdchen lauf Galopp" und "Morgen, Kinder, wird's was geben" schuf.

Das Heimatmuseum an der Badallee zeigt eine Ausstellung zur Geologie und Natur der Region, zum Sandsteinabbau, zur Stadtgeschichte, zur Elbeschifffahrt und zum Fremdenverkehr im Elbsandsteingebirge. Zum Museum gehört ein am Hang des Kirnitzschtales angelegter schöner Pflanzengarten, in dem etwa 1.500 Arten der heimischen Flora wachsen.

Das im Jahr 1997 gebaute Nationalparkhaus Bad Schandau ist das Verwaltungszentrum für den Nationalpark Sächsische Schweiz, aber auch Stätte der Begegnung und Informationszentrum für Besucher des Elbsandsteingebirges.


Bild: Ein 50 m hoher freistehender Personenaufzug (1904, Dresdner Firma August Kühnscherf & Söhne, im Auftrag von Hotelbesitzer Rudolf Sendig, einem großen Förderer der Stadt, gebaut, 1905 eingeweiht, seit 1954 als technisches Denkmal geschützt) führt von Bad Schandau hoch zum Villenort Ostrau. Von der Plattform oben auf der Ostrauer Scheibe bietet sich eine herrliche Aussicht über das Elbtal.


Bad Schandau - Bäckerei am Marktplatz mit HochwassermarkeDas Jahrhundert-Hochwasser der Elbe im August 2002 überschwemmte auch den Ort Bad Schandau bis auf Höhe der ersten Obergeschosse der elbnah stehenden Häuser und richtete in der ganzen Stadt große Verwüstungen an. In den Folgejahren konnten die Hochwasserschäden vollständig beseitigt werden.




Bild: Hochwassermarke vom August 2002 (oben rechts im Bild zu sehen) an der Bäckerei am Marktplatz von Bad Schandau


Bad Schandau - Rathaus

Bild: Rathaus von Bad Schandau


Sebnitztal

Die in den Jahren 1874 bis 1877 zwischen Bad Schandau und Sebnitz gebaute Bahnstrecke schuf eine besonders für den Tourismus wichtige Verbindung zwischen dem Elbtal und der Oberlausitz. Die Strecke besitzt sieben Tunnel, 27 Brücken und zwei Viadukte. Der Zug, der wegen der vielen Tunnel und Brücken auf der Strecke auch scherzhaft "Sächsischer Brennerexpress" oder "Sächsische Semmeringbahn" genannt wird, benötigt etwa 26 Minuten für den 15 km langen Weg.

Am Sebnitztal, durch das die genannte Eisenbahnstrecke verläuft, standen im Mittelalter mehrere Burgen. Von der im westlichen Winkel von Sebnitz- und Schwarzbachtal gelegenen, zur Herrschaft Hohnstein gehörenden, erstmals im Jahr 1372 erwähnten Burg Schwarzberg ("Großdorfer Raubschloss") blieben einige Mauerreste und der Wallgraben erhalten. Im Jahr 1858 baute man auf den Mauerresten der Burg eine künstliche Ruine. Von der Burg Nasenberg im östlichen Winkel von Sebnitz- und Schwarzbachtal ist nur noch der Halsgraben zu sehen. "Raschgärtners Raubschloss" südlich von Ulbersdorf ist noch am Halsgraben und an den Resten des Turmfundaments erkennbar.

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