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Stadtteil Trachenberge • Wilder Mann

Das am nordwestlichen Dresdner Elbtalhang gelegene Gebiet Trachenberge wurde im wesentlichen erst um 1800 besiedelt. Der aus Villen und Landhäusern bestehende Gartenbauort entwickelte sich dann schnell zu einem beliebten Ausflugsziel der Dresdner.

Der seit 1722 bestehende selbstständige Gutsbezirk Wilder Mann erfuhr im Jahr 1897 die Eingemeindung nach Dresden.

Im Gebiet Trachenberge, einem kurfürstlichen Wald, legten sich im 18. Jahrhundert Adlige und wohlhabende Dresdner Bürger sowie Winzer und Gärtner Weinberge und Gärten an, die Namen wie "Wilder Mann" und "Hecht's Weinberg" trugen. Der Förster August Hecht hatte hier um 1732 Parzellen an Pieschener Winzer und Gärtner verkauft. Die Bezeichnungen "Hechtstraße" und "Hechtviertel" erinnern an den einst am Fuße des Steilanstieges der Radeburger Straße stehenden Gasthof "Zum Blauen Hecht". Von der Dresdner Neustadt her konnte man den Gasthof über die Hechtstraße, an der das Hechtviertel liegt, erreichen. Der Gasthof musste der Zufahrtsstraße zur Autobahnauffahrt Dresden-Hellerau weichen.

Das Weingut am Wilden Mann (Döbelner Str. 108-116; im Jahr 1934 wegen Baufälligkeit abgerissen) war vom Dresdner Bürgermeister Philipp Strobel (gest. 1702) im Jahr 1680 gegründet und von dessen Schwiegersohn Lüder Hildebrand (gest. 1732, Generaladjutant Augusts des Starken) um einige Anbauten erweitert worden. Ab 1710 hing das Bild des "Wilden Mannes", das sich auf eine alte Sage bezieht, als Wirtszeichen an der Gutsschenke. Der Schankbetrieb wechselte im Jahr 1773 zu dem am Steilanstieg der Großenhainer Straße gelegenen Haus Döbelner Straße 130. Nachdem die Reblaus um 1885 die Weinwirtschaft im Elbtal ruiniert hatte, betrieb das Gut bis 1898 Landwirtschaft.

Das um 1740 errichtete Weinberghaus Döbelner Straße 24 befand sich von 1831 bis 1858 im Besitz des angesehenen Ornithologen Dr. Ludwig Thienemann.

Der im Jahr 1862 am Hang der Hellerterrasse angelegte St.-Pauli-Friedhof hieß zunächst Äußerer Neustädter Friedhof. Die Gebäude beruhen auf Entwürfen von Landbaumeister Karl Canzler. Auf dem Friedhof befinden sich unter anderem die Gräber von Dresdner Soldaten, die in den Kriegen von 1866 und 1870/71 gefallen waren.

Auf dem Gelände des Marienhofes entstand im Jahr 1873 eine Besserungsanstalt für Jugendliche. Im Jahr 1959 wurde hier eine Gehörlosen- und Sprachheilschule eingerichtet.

Vermögende Dresdner Bürger gründeten um 1890 nördlich der Döbelner Straße das Villenviertel am Wilden Mann, das sich zu einem beliebten Sommerausflugsziel entwickelte.

Der im Jahr 1894 errichtete Hellerhof hieß auch "Eselhof". Hier wurde Eselsmilch produziert, die man als Ersatznahrung für Säuglinge mit Verdauungsstörungen und Milchallergie erprobte.

Neben dem St.-Pauli-Friedhof, im Gebiet Hechtstraße und Bärnsdorfer Straße, liegt die im Jahr 1638 gerodete Flur Jeßnitz. Ab 1930 entstand hier eine genossenschaftliche Wohnsiedlung.

Die Trachenberger Gemeinde ließ sich nach ihrem Ausscheiden aus der Kirchgemeinde Kaditz im Jahr 1915 ein eigenes Gotteshaus, die Weinbergskirche errichten. Im Jahr 1958 wurde diese nach einem Brand wieder aufgebaut. Der etwas abseits der Kirche stehende, im Jahr 1950 errichtete Glockenturm besteht aus Steinen von Dresdner Kirchen, die den Bombenangriffen im Februar 1945 zum Opfer gefallen waren.

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